Die Schattenseiten gekaufter Google Bewertungen

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Risiken, Rechtliches und Alternativen

Google Bewertungen sind für Unternehmen heutzutage nicht mehr wegzudenken und man kann schnell verzweifeln, wenn man bei Google negative Rezensionen erhalten hat.

Es gibt Agenturen, die mit Angeboten locken, den Bewertungsdurchschnitt zu verbessern. „Authentische Bewertungen von echten Personen" beschreiben sie oft ihr Angebot. Meist sind diese Angebote auch preislich attraktiv. Gerade für Start-up-Unternehmen können sie sehr verlockend sein.

Martin Jedwillat
Partner
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Rechtsanwalt
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Auch die andere Seite gibt es: Man möchte seine Konkurrenz herabstufen und deren Ruf mit vielen negativen Bewertungen verschlechtern. Auch solche Angebote haben die meisten dieser Agenturen – diese Offerten kann man auch mit einer kurzen Suche erschreckend schnell online finden.

ABER, das Kaufen von Google Bewertungen ist nicht erlaubt und kann schnell zu Problemen führen.

1. Kann man Google Bewertungen kaufen?

Nicht nur das Bauchgefühl sagt einem, dass das Kaufen von Bewertungen nicht gut ist. Man verschafft sich nämlich – egal ob positive Rezensionen für sich selbst oder negative für die Wettbewerber – im Wettbewerb einen unfairen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. 

Das bedeutet: Auch wenn es viele Angebote gibt, ist es nicht möglich, Bewertungen zu kaufen. Fake-Google-Bewertungen kaufen ist rechtswidrig und unlauter. Man verstößt damit gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und natürlich auch gegen die Google-Richtlinien.

Darf man positive Google Bewertungen kaufen? Was sind die Konsequenzen?

Nein, positive Bewertungen für das eigene Unternehmen kaufen, darf man nicht!

Einerseits verstoßen Fake-Bewertungen gegen die Google-Richtlinien. Denn die Inhalte und damit auch die Bewertungen müssen laut Google auf echten Erfahrungen basieren und dies tun die gekauften Bewertungen nicht.

Das Resultat: Die Bewertungen werden schnell gelöscht – denn Google verbessert seinen Algorithmus stetig und dieser erkennt Fake-Bewertungen schnell. Als Unternehmen kann man sogar abgestraft werden, wenn ersichtlich ist, dass man positive Google Bewertungen für den Account gekauft hat, z. B. durch Blockade oder gar Löschung des Businesseintrags oder schlechterer Darstellung in der Suchmaschine.

Doch nicht nur die Google Richtlinien untersagen unechte Bewertungen, auch der Gesetzgeber verbietet dieses Vorgehen. 2022 wurde das UWG zu diesem Fakt hin ergänzt.

Bewertungen kaufen §3 Abs 3 UWG (Neuer Anhang zu §3 Abs 3 nr 23c) „Die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen oder Empfehlungen von Verbrauchern sowie die falsche Darstellung von Bewertungen oder Empfehlungen von Verbrauchern in sozialen Medien zu Zwecken der Verkaufsförderung" wird neu als unzulässig erklärt."

Irreführung über die Echtheit von Bewertungen § 3 Absatz 3 UWG (Neuer Anhang zu § 3 Absatz 3 Nr. 23b) „Die Behauptung, dass Bewertungen einer Ware oder Dienstleistung von solchen Verbrauchern stammen, die diese Ware oder Dienstleistung tatsächlich erworben oder genutzt haben, ohne dass angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen zur Überprüfung ergriffen wurden, ob die Bewertungen tatsächlich von solchen Verbrauchern stammen" wird ebenfalls als unzulässig erklärt."

Es gibt auch bereits einige Urteile in Bezug auf Fake-Bewertungen und Agenturen, die unechte positive Rezensionen anbieten. So erreichte HolidayCheck vor dem LG München I ein Urteil gegen den Anbieter Fivestar Marketing: Die Agentur darf nur noch Bewertungen für Hotels auf HolidayCheck veröffentlichen, wenn die Rezensent:innen auch wirklich dort zu Gast waren.

Erkennen Konkurrenten die Fake-Bewertungen kann außerdem nicht nur eine Strafe von Google kommen, sondern auch Abmahnungen oder sogar Klagen durch die Wettbewerber sind möglich.

Auch darf man seine Kund:innen nicht mit besonderen Rabatten oder Gutscheinen dazu bringen, positive Rezensionen zu verfassen, dies ist auch laut Google-Richtlinien unzulässig.

Darf man negative Google Bewertungen kaufen?

Eigentlich sollte es rein moralisch schon klar sein, dass man sich selbst nicht besser darstellt, indem man die Konkurrenz runterzieht. Aber auch hier locken Agenturen mit Angeboten zum Kauf von negativen Bewertungen.

In diesem Fall gilt das gleiche wie bei positiven Bewertungen: 

Die Google Richtlinien untersagen dies explizit und auch hier greift das UWG. 

Hinzu kommt, dass die negativ bewertete Person außerdem Schadensersatzansprüche geltend machen kann, wenn durch die schlechten Fake-Bewertungen Einnahmen ausgeblieben sind

Fazit: Google Bewertungen kaufen lohnt sich nicht!
Auch wenn das Angebot verlockend ist, können die Konsequenzen schwerwiegend und vor allem auch für einen selbst teuer sein.

2. Was passiert bei Fake-Bewertungen?

Google selbst hat mittlerweile einen guten Algorithmus, was das Rausfiltern von Fake-Bewertungen betrifft, doch jeder Algorithmus trifft nicht immer exakt.

Hin und wieder rutschen Fake-Bewertungen durch oder echte Rezensionen werden als unecht markiert und dann gelöscht, dann sollte man seine Bewertung einfach neu schreiben.

Hat man eine Fake-Bewertung erhalten, kann man diese Bewertung löschen lassen, u. a. mit anwaltlicher Hilfe – denn bestand nie ein Kundenkontakt, ist eine Bewertung auch nicht zulässig.

3. Woran erkennt man Fake-Bewertungen?

Die einfachste Möglichkeit eine Fake-Bewertung zu erkennen, ist, wenn man genau weiß, dass diese Person nicht Kunde oder Kundin im Unternehmen war.

Wenn ein Pseudonym verwendet wird (immerhin gibt es ja keine Klarnamenpflicht im Internet), dann kann man vielleicht aus dem Inhalt der Bewertung schließen, dass kein Kundenkontakt bestand.

Ein auffälliges Detail könnte zudem sein, wenn Konkurrenten im Text angepriesen oder erwähnt werden. Oder wenn viele Superlative und Extreme im Text verwendet werden.

Schauen Sie zudem auf das Profil des:der Rezensent:in. Wie viele Bewertungen hat die Person abgegeben? Und wo? Oft lassen sich dadurch auch Rückschlüsse auf die Echtheit der Bewertungen ziehen. 

4. Legale Alternative: Google Bewertungen löschen lassen

Wer seinen Ruf aufbessern will, muss nicht den einfachen, aber illegalen Weg über gekaufte Bewertungen gehen.

Die legale Alternative: negative Google Bewertungen löschen lassen und zwar mit anwaltlicher Hilfe. 

Wenn man viele schlechte Rezensionen bekommt, ist es oft so, dass nicht alle Bewertungen gerechtfertigt sind. Enthalten die Bewertungen z. B. Unwahrheiten oder sogar Beleidigungen können sie gelöscht werden.

Ein Anwalt kann die Bewertungen für Sie prüfen und die Löschung rechtlich dezidiert beantragen!

Opfer von Fake-Bewertungen oder wollen Sie Ihre Reputation verbessern?

Wir können helfen. Melden Sie sich bei uns und wir informieren Sie im kostenfreien telefonischen Erstgespräch über ihre Optionen.

Bei advomare kümmern wir uns um 

Dokumentation & Sicherung der Google Bewertung

Beweisführung zum Nachweis der Rechtswidrigkeit 

Ausführliche schriftliche Begründung Ihres Löschanspruchs 

Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung

Übernahme der Kommunikation mit Google

Entgegnung oder Gegendarstellung für den Fall, dass Google die Löschung ablehnt

Durchsetzung von Schadensersatz bei einem namentlich bekannten Verfasser

Beratung zu ggf. notwendigen gerichtlichen Schritten und Kosten bei verweigerter Löschung

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Martin Jedwillat

advomare Rechtsanwaltskanzlei
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