Kununu Bewertung löschen 2026 – was Arbeitgeber jetzt wissen müssen

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Ein:e Bewerber:in googelt Ihr Unternehmen und stößt auf eine Ein-Stern-Bewertung bei Kununu. In Zeiten des Fachkräftemangels kann das echte Folgen haben, denn viele Kandidat:innen klicken dann weg. Kein Wunder, dass sich Arbeitgeber:innen fragen: Lässt sich eine Kununu Bewertung löschen? Die Antwort lautet: ja. Denn die Rechtsprechung hat die Position betroffener Unternehmen in den vergangenen Jahren spürbar gestärkt. Entscheidend bleibt der Einzelfall.

1. Meinung oder unzulässige Behauptung?

Auch hier gilt zunächst die Meinungsfreiheit. Scharfe und emotionale Kritik ist erlaubt, solange sie einen Sachbezug hat. Die Formulierung „Schlechtester Arbeitgeber aller Zeiten" hat das OLG Dresden (Az.: 4 U 744/24)  beispielsweise als zulässiges Werturteil eingestuft. Die Schwelle zur unzulässigen Schmähkritik liegt bewusst hoch. 

Martin Jedwillat
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Angreifbar wird eine Bewertung erst, wenn sie falsche Tatsachen behauptet oder in eine reine Beleidigung umschlägt. Emotionale Sprache allein macht eine Bewertung noch nicht rechtswidrig. Anders liegt der Fall, wenn eine Bewertung konkrete Vorgänge erfindet oder einzelne Beschäftigte namentlich bloßstellt. Solche Inhalte sind regelmäßig angreifbar.

2. Der stärkste Hebel: Stammt die Bewertung von echten Mitarbeiter:innen?

Kununu ist eine Plattform für Arbeitgeberbewertungen. Eine Bewertung ist deshalb nur legitim, wenn der:die Verfasser:in tatsächlich als Mitarbeiter:in, Azubi, Praktikant:in oder zumindest als Bewerber:in Kontakt zum Unternehmen hatte. Genau hier setzt der wirksamste Ansatz an. 

Nach der Rechtsprechung des BGH reicht die Rüge, es habe gar kein solches Verhältnis bestanden, um die Prüfpflichten der Plattform auszulösen (BGH, Az. VI ZR 1244/20). Kununu muss dann von den Verfasser:innen dazu eine Stellungnahme einholen und gegebenenfalls Nachweise anfordern.

3. Kein Kontakt, kein Bestand?

Eine Bewertung ist nach Ansicht einiger Gerichte nur zulässig, wenn ihr ein echter geschäftlicher Kontakt zugrunde liegt. Kann die Plattform den geschäftlichen Kontakt nicht so nachweisen, dass das Unternehmen ihn überprüfen kann, ist die Bewertung zu löschen. Ein pauschaler Verweis auf eine interne Prüfung oder stark geschwärzte Dokumente genügt nicht.

Diese Linie hat das Landgericht Hamburg 2025 in einem weiteren Fall per einstweiliger Verfügung bestätigt, ausdrücklich unter Bezug auf die vom OLG Hamburg entwickelten Maßstäbe (OLG Hamburg, Beschluss vom 08.02.2024, Az. 7 W 11/24). Für Arbeitgeber:innen ist das der stärkste und verlässlichste Ansatzpunkt. Gerade Rachebewertungen nach einem Streit oder Bewertungen von Personen, die nie beschäftigt waren, scheitern regelmäßig an diesem Nachweis. Auch wenn nicht alle Gerichte dieser Linie folgen, kann das ein starker Hebel sein.

Nur am Rande umstritten ist die Anschlussfrage, ob Kununu dafür den Klarnamen offenlegen muss oder ob anonymisierte Nachweise reichen. Hier steht eine höchstrichterliche Klärung noch aus. Wie das Verfahren praktisch abläuft, erklären wir im Ratgeber „Kununu Bewertung löschen".

4. Warum die Beanstandung 2026 anwaltlich erfolgen sollte

Kununu lehnt Löschanträge häufig mit einer standardisierten Mitteilung ab, die interne Prüfung habe die Zulässigkeit ergeben. Ob diese Prüfung den rechtlichen Anforderungen überhaupt genügt hat, können Betroffene ohne juristische Erfahrung kaum beurteilen. Anwaltliche Unterstützung setzt genau hier an:

  • Fundierte Beanstandung: Die Kanzlei begründet den Löschantrag dezidiert mit Paragraphen und einschlägigen Urteilen, abgestimmt auf den konkreten Einzelfall statt mit Standardtext.
  • Analyse der Kununu-Antwort: Hat die Plattform nachvollziehbare Nachweise vorgelegt und die Beanstandung inhaltlich gewürdigt oder nur oberflächlich geprüft? Daran entscheidet sich das weitere Vorgehen.
  • Durchsetzung: Löscht Kununu trotz begründeter Beanstandung nicht, setzen Anwält:innen den Anspruch per Abmahnung, einstweiliger Verfügung oder Klage durch.

Nach einer fundierten Beanstandung deaktiviert Kununu die Bewertung in der Regel binnen weniger Tage. Bleibt die Stellungnahme der Verfasser:innen aus, bleibt die Bewertung dauerhaft entfernt. 

Eine anwaltliche Prüfung klärt schnell, ob sich das Vorgehen lohnt. Wir bei advomare bieten dafür eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Weitere Informationen finden Sie auf advomare.de.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Martin Jedwillat

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