Kununu-Bewertung löschen
Mehr zum Thema: Internetrecht, Computerrecht, kununu-Bewertungen, Bewertungen, Meinungsäußerung, RezensionDas können Arbeitgeber gegen unwahre Kritik tun
Bewertungsplattformen wie kununu haben sich in den letzten Jahren zu wichtigen Instrumenten für Bewerber:innen entwickelt, um sich ein Bild von potenziellen Arbeitgeber:innen zu machen. Doch während faire Kritik zur Transparenz beiträgt, können unwahre oder diffamierende Bewertungen den Ruf eines Unternehmens massiv schädigen. Was viele nicht wissen: Unternehmen müssen sich das nicht gefallen lassen. In vielen Fällen lässt sich eine Bewertung rechtlich überprüfen und löschen.
Warum kununu-Bewertungen so einflussreich sind
Kununu ist eine der führenden Plattformen zur Bewertung von Arbeitgebern im deutschsprachigen Raum. Nutzer:innen können anonym Unternehmen hinsichtlich Arbeitsbedingungen, Führung, Gehalt oder Unternehmenskultur bewerten. Für Bewerber:innen liefert das oft erste Eindrücke – und für Unternehmen bedeutet das: Negative Bewertungen können nicht nur potenzielle Mitarbeitende abschrecken, sondern auch bestehende Beschäftigte verunsichern oder die öffentliche Wahrnehmung trüben.

seit 2024
Das Problem dabei: Nicht jede Bewertung ist ehrlich oder fair. Häufig stammen sie von ehemaligen Mitarbeitenden, enttäuschten Bewerber:innen oder gar Personen, die nie tatsächlich im Unternehmen tätig waren. Auch gezielte Rufschädigung durch Mitbewerber:innen oder sogenannte „Fake-Bewertungen" kommen vor.
Was ist erlaubt – und was nicht?
Grundsätzlich gilt: Meinungsäußerungen sind durch das Grundgesetz geschützt. Das heißt, auch kritische, zugespitzte oder negative Aussagen dürfen gemacht werden – solange sie subjektive Einschätzungen sind. Typische Beispiele:
- „Ich empfand das Arbeitsklima als belastend."
- „Der Führungsstil war aus meiner Sicht unprofessionell."
Anders sieht es aus bei unwahren Tatsachenbehauptungen. Diese unterliegen nicht dem Schutz der Meinungsfreiheit. Unzulässig sind zum Beispiel:
- „Gehälter wurden nie ausgezahlt." (wenn nachweislich falsch)
- „Der Chef ist vorbestraft." (wenn erfunden)
- Beleidigende oder verleumderische Formulierungen („kriminell", „Psychoterror")
- Bewertungen durch Personen, die nie Teil des Unternehmens waren
Solche Inhalte verletzen das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Unternehmens und können gelöscht werden – auch ohne gerichtliche Entscheidung, wenn die Plattform dem Löschverlangen folgt.
So können Unternehmen gegen rechtswidrige Bewertungen vorgehen
- Bewertung dokumentieren
Fertigen Sie Screenshots an, notieren Sie Datum und Inhalt. Da kununu-Bewertungen anonym erfolgen, zählt vor allem der Wortlaut. - Bewertung prüfen lassen
Ist die Aussage eine Meinung oder eine Tatsachenbehauptung? Gibt es Belege oder widerspricht die Bewertung nachweislich der Realität? - Kontakt zur Plattform aufnehmen
Kununu bietet die Möglichkeit, Bewertungen zu melden. Wichtig ist, konkret zu benennen, welche Aussage beanstandet wird – z. B. „Die Behauptung, wir würden keine Gehälter zahlen, ist falsch. Es existieren Lohnabrechnungen und Überweisungsnachweise." Diese Beanstandung sollte aber mit den relevanten Gesetzen und Urteilen begründet sein, um die Erfolgschancen zu erhöhen. - Frist setzen und anwaltlich nachfassen
Reagiert kununu nicht oder lehnt die Löschung ab, kann ein anwaltliches Schreiben oft mehr Druck aufbauen. Im äußersten Fall bleibt der Weg über eine gerichtliche einstweilige Verfügung.
Was droht bei Untätigkeit?
Unternehmen, die ihre Online-Reputation nicht aktiv schützen, riskieren mehr als ein paar schlechte Schlagzeilen:
- Imageverlust, insbesondere bei potenziellen Bewerber:innen
- Vertrauensverlust bei Kund:innen und Geschäftspartner:innen
- Schwierigkeiten im Recruiting, da Talente sich an Bewertungen orientieren
- Wirtschaftlicher Schaden, wenn Aufträge ausbleiben oder Kooperationen scheitern
Negative Bewertungen, die unkommentiert bleiben, prägen das Gesamtbild. Gerade auf Plattformen wie kununu, wo Unternehmen nicht ohne weiteres auf Bewertungen antworten können, ist eine rechtliche Überprüfung umso wichtiger.
Wann lohnt sich anwaltliche Unterstützung?
Die Erfahrung zeigt: Viele Plattformen reagieren schneller und gründlicher, wenn eine Meldung juristisch sauber begründet ist. Auch das richtige Vorgehen – etwa die richtige Argumentation bei Meinungsäußerung oder Tatsachenbehauptung – kann entscheidend sein.
Die advomare Rechtsanwaltskanzlei unterstützt Unternehmen gezielt beim Thema Bewertungsmanagement:
- Kostenfreie Ersteinschätzung
- Rechtsprüfung einzelner Bewertungen
- Formulierung rechtssicherer Löschanträge
- Korrespondenz mit Plattformen wie kununu, Google & Co.
- Notfalls: gerichtliche Durchsetzung der Löschung
- Präventive Beratung zum Reputationsschutz
Ziel ist dabei nicht, jede Kritik zu unterdrücken – sondern rechtswidrige Inhalte zu entfernen und gleichzeitig konstruktive Rückmeldung ernst zu nehmen.
Fazit
Online-Bewertungen beeinflussen maßgeblich, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird. Während faire Kritik zur Meinungsfreiheit gehört, müssen Sie sich falsche Tatsachenbehauptungen oder beleidigende Inhalte nicht gefallen lassen. Wenn Sie als Arbeitgeber das Gefühl haben, dass eine kununu-Bewertung Ihrer Reputation schadet, lohnt sich ein prüfender Blick – und im Zweifel der Gang zum Anwalt. Die advomare Rechtsanwaltskanzlei steht Ihnen hier mit Fachwissen und Erfahrung zur Seite. Für eine kostenfreie Ersteinschätzung können Sie uns gerne kontaktieren.
Rechtsanwalt Martin Jedwillat
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