Reklamation von Möbeln: Ihre Rechte als Verbraucher

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Das können Sie tun, wenn gelieferte Möbel nicht den Erwartungen entsprechen

Wenn Sie neue Möbel kaufen, erwarten Sie, dass sie in einwandfreiem Zustand sind und Ihren Erwartungen entsprechen. Leider ist dies nicht immer der Fall. Manchmal können Möbel defekt sein oder nicht der Beschreibung entsprechen, die Ihnen beim Kauf gegeben wurde. In solchen Fällen haben Sie als Verbraucher das Recht, eine Reklamation einzureichen. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Sie dabei vorgehen sollten.

Was ist eine Reklamation?

Eine Reklamation ist eine Beschwerde, die Sie als Käufer gegenüber dem Verkäufer äußern, wenn Sie mit der Qualität oder Beschaffenheit der gekauften Ware unzufrieden sind. Im Falle von Möbeln kann dies beispielsweise bedeuten, dass die Möbel beschädigt sind, nicht richtig funktionieren oder nicht der Beschreibung entsprechen, die Ihnen beim Kauf gegeben wurde.

Wann kann ich eine Reklamation einreichen?

Sie können eine Reklamation einreichen, wenn die gekauften Möbel Mängel aufweisen. Ein Mangel liegt vor, wenn die Möbel nicht die vereinbarte Beschaffenheit haben. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Möbel beschädigt sind, nicht richtig funktionieren oder nicht der Beschreibung entsprechen, die Ihnen beim Kauf gegeben wurde.

Wie reiche ich eine Reklamation ein?

Um eine Reklamation einzureichen, sollten Sie den Verkäufer schriftlich über den Mangel informieren. Beschreiben Sie den Mangel so genau wie möglich und fügen Sie gegebenenfalls Fotos hinzu. Fordern Sie den Verkäufer auf, den Mangel zu beheben oder die Möbel auszutauschen. Bewahren Sie eine Kopie des Schreibens auf und senden Sie es per Einschreiben, um einen Nachweis zu haben.

Reparatur, Rücktritt oder Minderung

Nachdem Sie die Reklamation eingereicht haben, hat der Verkäufer das Recht, den Mangel zu beheben oder die Möbel auszutauschen. Wenn der Verkäufer dies nicht tut, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten oder eine Minderung des Kaufpreises verlangen.

Wer trägt die Kosten der Rücksendung des Möbelstücks?

Möbel sind Sperrgut und der Transport teuer. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie als Käufer einen Mangel an den gelieferten Möbeln feststellen und eine Reklamation einreichen, ist der Verkäufer dazu verpflichtet, die Kosten für die Rücksendung der Ware zu tragen. Dies ergibt sich aus den gesetzlichen Gewährleistungsrechten, die in § 439 Abs. 2 BGB geregelt sind. Demnach hat der Verkäufer die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

Es ist jedoch wichtig, dass Sie den Mangel unverzüglich nach Entdeckung beim Verkäufer melden und die Reklamation korrekt einleiten. Sollte der Verkäufer die Übernahme der Versandkosten verweigern, empfiehlt es sich, rechtlichen Beistand zu suchen.

Was, wenn der Verkäufer die Reklamation generell ablehnt?

Wenn der Verkäufer die Reklamation ablehnt, können Sie rechtliche Schritte einleiten. In diesem Fall sollten Sie sich an einen Anwalt wenden, um Ihre Optionen zu besprechen.

Eine weitere Möglichkeit: Widerruf des Möbelkaufs

Wenn der Kaufvertrag online oder telefonisch abgeschlossen wurde, steht dem Käufer ein gesetzliches Widerrufsrecht zu, das in den §§ 312 b, d 355 BGB geregelt ist. Dieses Widerrufsrecht gilt jedoch nicht, wenn der Vertrag direkt im Möbelhaus abgeschlossen wurde.

Eine Ausnahme bildet das sogenannte Verbundgeschäft nach §§ 355, 358 BGB, insbesondere § 358 Absatz 2 BGB. Ein Kaufvertrag bildet immer dann ein mit dem Kreditvertrag verbundenes Geschäft, wenn der Kredit der Finanzierung des Kaufpreises dient und beide Verträge als wirtschaftliche Einheit anzusehen sind. Eine solche wirtschaftliche Einheit ist insbesondere anzunehmen, wenn das Unternehmen selbst die Gegenleistung des Verbrauchers finanziert, oder im Falle der Finanzierung durch einen Dritten, wenn sich der Darlehensgeber bei der Vorbereitung oder dem Abschluss des Darlehensvertrags der Mitwirkung des Unternehmers bedient. In diesem Fall steht dem Käufer ein 14-tägiges Widerrufsrecht für den Darlehens- und den Kaufvertrag zu.

Ist en Widerruf auch möglich, wenn die Möbel individuell angefertigt wurden?

Nach § 312g Abs. 2 S. 1 Nr. 1 BGB gilt das Widerrufsrecht nicht für "Verträge zur Lieferung von Waren, die nicht vorgefertigt sind und für deren Herstellung eine individuelle Auswahl oder Bestimmung durch den Verbraucher maßgeblich ist oder die eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des Verbrauchers zugeschnitten sind".

Das bedeutet, wenn Sie Möbel bestellt haben, die speziell für Sie angefertigt wurden, können Sie den Kauf in der Regel nicht widerrufen. Der Händler ist in diesem Fall vor Rücksendungen geschützt, die er aufgrund der individuellen Anfertigung nicht mehr weiterverkaufen könnte.

Fazit:

Das Recht auf Reklamation ist ein wichtiger Bestandteil des Verbraucherschutzes. Wenn Sie mit Ihren gekauften Möbeln unzufrieden sind, zögern Sie nicht, dieses Recht in Anspruch zu nehmen. Denken Sie daran, dass Sie als Verbraucher Rechte haben und diese durchsetzen sollten. Bei Unsicherheiten oder Fragen können Sie online unkompliziert rechtlichen Rat einzuholen. Stellen Sie Ihren Fall auf Frag-einen-Anwalt.de und erhalten Sie schnell eine Einschätzung und Hilfe vom Rechtsanwalt.