Falsche Krebsdiagnose sorgte für falsche Medikamentengabe und 30.000 Euro Schadensersatz

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Die Beklagten haben die Klägerin mit Medikamenten immobilisiert und weitere Diagnostikmethoden ausßer Acht gelassen.

Krankengeschichte:

Die Klägerin erkrankte in 2009 an Lungenkrebs. Mitte 2013 erlitt sie einen körperlichen Zusammenbruch und wurde in die Klinik der Beklagten eingeliefert. Dort diagnostizierten die Ärzte eine fortschreitende Hirndrucksymptomatik bei Verdacht auf erneute zerebrale Metastasierung. Aufgrund dieser Diagnose erhielt die Klägerin u.a. das Medikament Dexamethason und sie sollte zunächst ruhig gestellt werden.

Das Verfahren vor Gericht:

Das vom Landgericht Leipzig eingeholte fachonkologische Gutachten bestätigte eindeutig, dass die erstellte Diagnose falsch war. Eine MRT-Bildgebung wurde verabsäumt, die Therapie mit Dexamethason war nicht indiziert und das Auftreten einer Steroid-induzierten Muskelerkrankung hätte vermieden werden können. Das Gericht hat den Parteien einen Vergleich über pauschal 35.000,- Euro angeraten. Da der Vergleich nicht zustande kam, hat das Gericht die Beklagte sodann zur Zahlung von 30.000,- Euro Schmerzensgeld, nebst Zinsen verurteilt. Zudem stellte es fest, dass die Beklagte auch alle materiellen Schäden für Vergangenheit und Zukunft zu zahlen habe.

Dirk Christoph Ciper
seit 2018 bei
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Fachanwalt für Medizinrecht
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Anmerkungen von Ciper & Coll.:

Trotz der Eindeutigkeit der Fehler war der Haftpflichtversicherer der Beklagten, die Allianz Versicherung, vorgerichtlich nicht zu einer Regulierung bereit gewesen. In einem Schreiben heißt es u.a.: „Ein Fehlverhalten unserer Versicherungsnehmer können wir nicht erkennen.“ Zumindest erkannten dieses Fehlverhalten der versierte Gutachter einer Universitätsklinik, den das Gericht involviert hat, sowie das Landgericht Leipzig.

Medizingeschädigte Patienten sollten bei der Suche der zu vertretenden Anwaltskanzlei vor allem auf folgende Punkte achten:

1. Kompetenz
Diese basiert auf dem Erfahrungsschatz der Kanzlei auf dem Gebiet des Medizinrechtes. Jahrzehntelange Erfahrungen zahlen sich eher aus, als wenige Berufsjahre.

2. Qualifizierung
Diese basiert auf der Erfolgsstatistik: Mehrere hunderte nachweisbare Prozesserfolge in wenigen Jahren lassen auf die Qualität der Kanzlei schließen.

3. Fachanwaltschaft
Rechtsanwälte, die den Titel „Fachanwalt für Medizinrecht“ tragen, weisen nach, dass sie auf diesem Gebiet über besondere praktische und theoretische Kenntnisse verfügen, die Anwälte ohne diesen Titel nicht vorweisen können.

4. Teamarbeit
In Klein- oder Kleinstkanzleien fehlt gerade die Möglichkeit von Kompetenzsynergien zu profitieren, ganz unabhängig von den Komplikationen in Urlaubs- oder Krankheitsfällen, sowie sonstigen Abwesenheiten des Bearbeiters.

Az.: 08 O 2913/13

Rechtsanwalt Dr. Dirk Christoph Ciper, LLM für Ciper & Coll
Fachanwälte für Medizinrecht
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