Tod aufgrund eines ärztlichen Behandlungsfehlers

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Ansprüche der Hinterbliebenen

Nach der Fehlerstatistik der Prüfer der gesetzlichen Krankenkassen wurde im Jahr 2018 in 3500 Fällen ein Behandlungsfehler festgestellt, in deren Folge den Patienten ein Schaden entstanden ist. Insgesamt erhielten die Krankenkassen im vergangenen Jahr über 14.000 Patientenbeschwerden, in jedem vierten Fall bestätigte sich der Verdacht. In jedem dritten Fall davon handelte es sich um einen Dauerschaden. In 107 Fällen führte der Fehler sogar zum Tod.

Welche Ansprüche haben die Hinterbliebenen in einem solchen Fall?

Matthias Richter
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I. Schmerzensgeldanspruch des Patienten

Hat der Patient nach dem schädigenden Behandlungsfehler noch weitergelebt, so hat der bis zu seinem Tod einen eigenen Anspruch auf Schmerzensgeld. Neben Schmerzensgeld können auch materielle Schadensersatzansprüche entstanden sein, wie zum Beispiel ein Verdienstausfallschaden. Diese Ansprüche des Patienten gehen nach seinem Tod gemäß den erbrechtlichen Regelungen auf die Erben über.

II. Ansprüche der Hinterbliebenen
a) Eigener Schmerzensgeldanspruch der Hinterbliebenen
Ein eigener Schmerzensgeldanspruch besteht nur im Ausnahmefall. Nach ständiger Rechtsprechung muss die hinterbliebene Person durch den Tod des nahen Angehörigen in einem psychischen Ausnahmezustand geraten sein, welche einem Schockzustand nahekommt. Ein solcher ist dadurch gekennzeichnet, dass die psychischen Auswirkungen deutlich über eine übliche Trauerreaktion hinausgingen. Für gewöhnlich werden diese Personen intensiv psychologisch bzw. psychiatrisch betreut und auch stationäre psychiatrische Behandlungen sind nicht selten.
b) Eigener Schadensersatzanspruch der Hinterbliebenen
Führte der ärztliche Behandlungsfehler zum Tode des Patienten haben die Hinterbliebenen einen Schadensersatzanspruch bezüglich der Kosten für den Todesfall und die Beerdigung. Denn die Erben haben nach dem BGB die Kosten dafür zu tragen. c) Ansprüche der Ehegatten
Kraft Gesetzes haben Ehegatten gegenseitig einen Unterhaltsanspruch. Sollten Kompensationsleistungen wie zum Beispiel eine Witwenrente nicht ausreichen, kommt ein Ersatz des sogenannten Barunterhaltsschadens in Betracht. Die Berechnung dieses Schadens hängt immer vom konkreten Einzelfall ab.
Der Unterhalt kann jedoch nicht nur in Geld, sondern auch in Form von Haushaltsleistungen erbracht werden. Verstirbt nun der Ehepartner, der die

Haushaltsleistungen geleistet hat, kann der überlebende Ehegatte den Wegfall dieser Unterhaltsleistung als sogenannten Haushaltsführung-Unterhaltsschaden geltend machen. Auch diese Berechnung orientiert sich am konkreten Einzelfall.

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Rechtsanwalt
Matthias Richter
Spezialisiert auf Schmerzensgeld- und Deliktsrecht
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