Reiserücktrittsversicherung muss nicht immer zahlen

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Vorsicht bei Vertragsklauseln: Leistungsausschluss im Falle psychischer Krankheiten kann wirksam vereinbart werden

Wer eine Reise bucht und sich auf den wohlverdienten Urlaub freut, kann böse Überraschungen erleben. Nicht nur, dass es ärgerlich ist, eine Reise nicht antreten zu können. Umso ärgerlicher, wenn die Reiserücktrittsversicherung sich weigert, die verauslagten Reisekosten zu übernehmen.

Dies musste nun auch ein Ehepaar aus Bayern erfahren. Es buchte im Jahr 2012 eine Pauschalreise nach Mexiko und schloss eine Reiserücktrittsversicherung ab. Im Mai 2012 wurden beim Ehemann eine Depression diagnostiziert, die eine Reise unmöglich machte. Verbliebene Stornokosten wollte das Ehepaar von der Reiserücktrittsversicherung erstattet bekommen.

 Janus Galka
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Reiserücktrittsversicherung deckt nicht automatisch alle Rücktrittsgründe ab

Diese weigerte sich jedoch aufgrund einer Vertragsklausel, die eine Leistung im Falle von psychischen Krankheiten ausschließt. Die Versicherung bekam vor dem Amtsgericht München mit Urteil vom 12.06.2013 (Az. 172 C 3451/13) Recht. Die Klausel sei dem Richterspruch nach wirksam. Weder sei sie überraschend, da in anderen Versicherungszweigen solche Klauseln seit längerer Zeit anerkannt seien. Auch war die Klausel nicht "versteckt" und fügte sich systematisch in das Vertragswerk ein. Ein Überrumpelungseffekt liege mit der Klausel nicht zusammen, denn in einer Reiserücktrittsversicherung seien nicht alle denkbaren Rücktrittsgründe automatisch eingeschlossen.  Die Regelung sei klar und verständlich und somit wirksam.

Für Urlauber empfiehlt es sich, die Versicherungsbedingungen einer Rücktrittsversicherung vorher zu studieren, damit der Ärger über den ausgefallenen Urlaub nicht doppelt so groß ist.

RECHTSANWALT
Janus Galka, LL.M. Eur.
Europajurist (Univ. Würzburg)
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Leserkommentare
von Steffen Meier am 04.07.2013 06:33:36# 1
Ich begrüsse das Urteil.
Psychische Krankheiten können leichter "gefälscht"/"gefaked" werden. Warum soll ich mit höheren Versicherungsbeiträgen solche Fälle mitfinanzieren? Plötzliche Arbeitslosigkeit, eine physikalische Krankheit - da kann man gerne absichern.

Statt einer Reiseruecktrittsversicherung kann man sich doch auf flexible Flug- und Hoteltarife buchen. Da kommt auch ganz ohne Versicherung wieder heil aus der Nummer raus.

Noch eine Frage:
Warum kann man aufgrund einer Depression nicht in den Urlaub fahren? Urlaub macht doch eigentlich Freude.


    
von Amoudara am 05.07.2013 02:49:21# 2
Ich denke da etwas anders.> Steffen Meier,

ich bin die Ehefrau eines schwerst depressiv Kranken, der sich seit über einen Jahr in stationärer Behandlung befindet. Sicher hatte sich da schon so einiges an Problemen angesammelt, aber die Schwere der Erkrankung hat dann wohl die Diagnose über meine Krebserkrankung ausgelöst. Sie sollten ein wenig die Spreu vom Weizen trennen, denn wir wären gar nicht in der Lage gewesen, einen Urlaub durchzuführen. Schwierig, wenn der eine sich in der Klinik befindet und der andere in Chemo - und anschließender Strahlentherapie.
Auch wir hatten kurzfristig Flüge gebucht (vor der Erkrankung) aber selbst OHNE Rücktrittsversicherung (dazu kam es nicht mehr) wurden uns die Kosten von der Fluggesellschaft anstandslos erstattet. Wie heißt es so schön? "Besondere Umstände, erfordern besondere Maßnahmen". Und "Fälschungen bzw. gefakte diesbezügliche Erkrankungen gehören doch wohl schon lange der Vergangenheit an. Schauen Sie sich mal die Statistiken an bezüglich Depressiverkrankungen. Wenn ich nicht irre, liegen diese an
3. Stelle bei den Erkrankungen und ich gönne meinem ärgsten Feind nicht so ein Elend.
Denken Sie einfach mal darüber nach.
DAS lag mir jedenfalls auf der Seele, mit Vorurteilen aufzuräumen und nicht "Äppel" und "Birnen" in einen Korb zu werfen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie gesund bleiben, denn das ist unser höchstes Gut.
    
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