Abgrenzung der Tatbestände bei Vermögensdelikten

Mehr zum Thema: Strafrecht, schwerer, Diebstahl, Tatbestandsmerkmale, Tatumstände, Analyse
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Unterscheidung einfacher Diebstahl zu besonders schwerem Diebstahl ist bei Analyse der vorgeworfenen Tat und der Strafe entscheidend

Bianca Vetter
seit 2009 bei
123recht.de
Rechtsanwältin
Marktstraße 17 / 19,
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
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Oft kommt es vor, dass Mandanten ein schwerer oder gewerbsmäßiger Diebstahl vorgeworfen wird, obwohl den Mandanten aus ihrer Sicht lediglich einen (einfachen) Ladendiebstahl begangen haben. Hier ist es für Strafverteidiger besonders wichtig die einzelnen Tatbestände des Diebstahls und deren Besonderheiten genau zu kennen.

Denn: nicht jeder Diebstahl kann als einfacher Diebstahl gesehen werden. Ebenso wenig wie mehrere hintereinander liegende Diebstähle zwangsläufig als gewerbsmäßige Diebstähle geahndet werden können bzw. müssen.
Es kommt hier, wie bei allen anderen Straftaten auch auf die Gesamtumstände des Falles an.
Bei der Beurteilung des Vorliegens eines Diebstahls oder eines besonders schweren Diebstahls ist es für den Strafverteidiger wichtig genau die Situation, die zu dem Diebstahl geführt hat und auch wie der Diebstahl begangen wurde, zu hinterfragen, die einzelnen Tatumstände zu kennen und zu analysieren. Das Ergebnis muss dann im Rahmen des Ermittlung- oder Strafverfahrens genau vorgetragen werden und unter Beachtung der einzelnen Tatbestandsmerkmale des Diebstahls oder des vorgeworfenen schweren Diebstahls erläutert werden.
So ist es zum Beispiel beim mitführen einer Nagelschere beim Vorwurf eines schweren Diebstahls. Wurde diese mitgenommen, um etwaige Sicherheitsetiketten zu entfernen, was einen besonders schweren Diebstahl darstellen würde?
Oder beim Vorwurf eines gewerbsmäßigen Diebstahls: wie häufig ist der Mandant bereits wegen Diebstahls innerhalb einer gewissen Zeitspanne aufgefallen oder wie viele Gegenstände soll er gestohlen haben.

Insgesamt ist es wichtig, dass der Strafverteidiger alles genau erfährt, um prüfen zu können, welche Tatbestandsmerkmale der verschiedenen Diebstahlsvarianten verwirklicht worden sind. Ein Strafverteidiger ist daher insbesondere auch darauf angewiesen, dass der Mandant genau die Situation sowie die Beweggründe zu der Tat wiedergibt.
Denn nur bei einer entsprechenden genauen Prüfung der Ermittlungsakte unter Zugrundelegung aller Umstände kann der Mandant beim Vorwurf eines Diebstahls oder auch des Vorwurfs eines schweren Diebstahls richtig vertreten werden.

Das vorgenannte gilt auch bei einem Vorwurf eines schweren Betruges. Auch ein Betrug hat mehrere Tatbestandsvarianten.

Es gilt daher, dass nur eine genaue Analyse aller Umstände den Vorwurf gegen den Mandanten bestätigen kann oder im Umkehrschluss den Vorwurf gegen den Mandanten entfallen lassen kann.

Rechtsanwältin Bianca Vetter

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