Eintrag ins Führungszeugnis? Vorbestraft?

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Ab wann gilt man als vorbestraft?

Ihnen wird vorgeworfen, eine Straftat begangen zu haben und Sie fragen sich nun, ob eine eventuelle Verurteilung dazu führt, dass Sie daraufhin als „vorbestraft" gelten und dies noch dazu in Ihr Führungszeugnis eingetragen wird?

Unterschied Bundeszentralregister und dem Führungszeugnis

Um dies konkret beantworten zu können, ist grundsätzlich einmal zwischen dem sog. „Bundeszentralregister" und dem „Führungszeugnis" zu unterscheiden.

Marcel Blobel
seit 2022 bei
123recht.de
Rechtsanwalt
Hellabrunner Straße 5
81543 München
Tel: 0151/26216403
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Strafrecht, Betäubungsmittelrecht, Verkehrsrecht, Mietrecht, Erbrecht
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Das Bundeszentralregister enthält alle Ihre Verurteilungen. Welche dieser Verurteilungen dann auch in Ihr Führungszeugnis (ist i.d.R. bei Bewerbungen vorzulegen) eingetragen werden, hängt von mehreren Faktoren ab.

Grundsätzlich gilt aber, dass eine Eintragung nicht erfolgt, wenn Ihr Register bislang noch keine Strafe enthält und die aktuelle Verurteilung lediglich auf eine Geldstrafe von max. 90 Tagessätzen, bzw. einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 3 Monaten, erkennt.

Streng genommen gilt jeder in Deutschland als vorbestraft, der bereits rechtskräftig verurteilt wurde und demzufolge einen Eintrag im Bundeszentralregister hat.

Falls diese Verurteilung jedoch nicht ins Führungszeugnis eingetragen wurde, da gegen Sie z.B. „nur" eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen verhängt wurde und Sie bislang auch noch keine Vorstrafen aufweisen, dürfen Sie sich als „Nicht Vorbestraft" bezeichnen. Einblick in das Bundeszentralregister haben ohnehin nur staatliche Stellen, wie z.B. die Gerichte oder Staatsanwaltschaften.

Wie lange bleiben Eintragungen im Führungszeugnis?

Letztlich stellt sich noch die Frage, was mit einer Eintragung im Führungszeugnis in Zukunft passiert? Bleibt diese für immer dort enthalten?

Die Antwort lautet ganz klar: NEIN! Es gibt diesbezüglich, je nach Verurteilung, unterschiedliche Fristen, nach deren Ablauf eine Verurteilung nicht mehr ins Führungszeugnis aufgenommen wird. Nach einem gewissen Zeitablauf haben Sie somit wieder eine „Weiße Weste"!

Mit herzlichem Gruß

Rechtsanwalt Marcel Blobel
Strafverteidiger
Dipl.-Jur.

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