Was müssen Opfer von Straftaten beachten?

Mehr zum Thema: Strafrecht, Strafrecht, Nebenklage, Adhäsion, Schmerzensgeld
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Was ist für Opfer von Gewalttaten und Sexualdelikten unverzichtbar?

Achtung: Betroffene von Straftaten aufgepasst.

Brösels 15-jährige Tochter wurde von ihrem Exfreund zum Sex gezwungen. Er hatte sie so heftig geschlagen, bis sie dem Geschlechtsverkehr, den sie nicht wollte, zugestimmt hat. Sie konnte sich insgesamt der körperlichen Übermacht von ihrem Exfreund nicht erwehren.

Elisabeth Aleiter
seit 2013 bei
123recht.de
Rechtsanwältin
Schubertstraße 6
80336 München
Tel: 089/ 29161431
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E-Mail:
Wirtschaftsrecht, Strafrecht, Erbrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht

Bis es zur Hauptverhandlung für die 15-jährige kommt, ist es ein langer Weg. Sie geht mit Familie Brösel zum Rechtsanwalt Kummer und dieser belehrt sie über alles, was sie jetzt unbedingt tun bzw. beachten sollte.

Checkliste für Opfer

  • Opfer von Sexualstraftaten sind oft das einzige Beweismittel d.h. der einzige Zeuge für den Tathergang. Diese Zeugen haben oft gar keine Akteneinsicht in die Ermittlungsakten.D. h. diese besonderen Zeugen müssen ihre erste Aussage bei der Polizei gut vorbereiten. Am besten die Schilderung einmal genau aufschreiben und nach ein paar Tagen prüfen, ob der Sachverhalt passt und das u.U. einige Male wiederholen und dann erst zu einer Vernehmung gehen. Man sollte selbst dann nach der Vernehmung und von jeder Vernehmung, die dann folgt, eigene Aufzeichnungen machen, damit man selbst immer weiß, was man gesagt hat.
  • Es folgen oft weitere Vernehmungen bei der Polizei, bei Sachverständigen und Ermittlungsrichtern, auch hier sollte man immer im Nachhinein Aufzeichnungen davon anfertigen, was man gesagt hat. Im Vorfeld sollte man sich auf jede Vernehmung erneut vorbereiten. Fällt einem etwas Neues ein, sollte man auch hervorheben, dass das eine neue Tatsache darstellt.
  • Keine Gespräche oder gar Kommunikation über den Fall per Whatsapp und Co mit Freunden und / oder etwaigen Zeugen des Falles. Das verwirrt den Hauptzeugen sprich den oder die Betroffene nur und das wird von der zuständigen Staatsanwaltschaft in aller Regel ermittelt und schafft kein Vertrauen der Ermittlungsbehörden.
  • Schilderungen nur als Tatsachenschilderungen:“ Ich ging…….ich kam, ich hielt…….und dann kam…….niemals rechtliche Wertungen vornehmen: Er hat mich vergewaltigt……..Das ist Aufgabe der Ermittler.
  • Opfer von Gewalttaten können eine Opferentschädigung beantragen und sollten das noch vor der Strafverhandlung in die Wege leiten, weil diese Verfahren sehr langwierig sind und sie dann später das gerichtliche Urteil aus dem Strafverfahren benötigen.
  • Wer Opfer einer Gewalttat wurde, muss sich trotz allem gut überlegen, ob er überhaupt Strafanzeige erstatten will. Opfer sind erheblichen Stressphasen ausgesetzt und nicht alle fühlen sich dem tatsächlich gewachsen.
  • Opfer von Straftaten genießen einen höheren Opferschutz: Sie haben die Möglichkeit, vor dem Ermittlungsrichter Angaben zu machen und können sich u.U. eine Aussage vor dem Strafgericht ersparen. Auch wenn sie dann Angaben machen müssen, können jugendliche Zeugen in einem extra Vernehmungszimmer durch Videovernehmung von dem zuständigen Richter vernommen werden.
  • Opfer von Straftaten (bestimmte Sexual- und sonstige Delikte) haben neben einem beigeordneten Rechtsanwalt (auf Staatskosten) das Recht auf psychosoziale Unterstützung d.h. auf Begleitung durch eine Sozialpädagogin;
  • Opfer von Straftaten können sich als Nebenkläger der Hauptsacheverfahren anschließen und den Prozess wie eine eigene Partei begleiten;
  • Opfer von Straftaten können im Adhäsionsverfahren auch ihre Schäden, die Ihnen aus der Straftat entstanden sind, einfordern, z.B. Schmerzensgeld u.a.

Fazit: Geschädigte besonders von Sexualstraftaten sind oft besonders belastet und fühlen sich leicht angegriffen. Die besonderen Verfahrensumstände machen es für alle Beteiligten nicht einfacher. Daher sind die Verhaltensmaßregeln, die Rechtsanwalt Kummer hier ausgibt, besonders wichtig.

Wichtig!

Dieser Beitrag ersetzt keine eingehende Prüfung und rechtliche Beratung im Einzelfall. Eine Haftung hierfür kann daher nicht übernommen werden.

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Rechtsanwältin Elisabeth Aleiter
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