Fahrlässige Tötung im Straßenverkehr

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Die Merkmale zur Erfüllung eines Fahrlässigkeitsdelikts

Im Zusammenhang mit der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr wird oftmals der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung verwirklicht. Der Tatbestand ist erfüllt, wenn die Tötung eines anderen Menschen auf einer objektiv vorhersehbaren und vermeidbaren Sorgfaltspflichtverletzung des Täters beruht.

Unter Pflichtwidrigkeit versteht man die Außerachtlassung der objektiv gebotenen Sorgfalt. Die durch einen Kraftfahrzeugführer zu beachtenden Sorgfaltspflichten ergeben sich aus den Straßenverkehrsgesetzen. Ein Verstoß gegen diese Vorschriften indiziert die Sorgfaltswidrigkeit des Verhaltens.

Volker Dembski
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Eine Tötung im Straßenverkehr erfüllt nur dann den Fahrlässigkeitstatbestand, wenn der eingetretene Erfolg nicht so sehr außerhalb aller Lebenserfahrung liegt, dass man vernünftigerweise nicht damit zu rechnen braucht. Denn für diesen Fall fehlt es an der objektiven Vorhersehbarkeit.

Außerdem ist für eine Strafbarkeit erforderlich, dass sich die Tötung nicht auch bei einem rechtmäßigem Alternativverhalten realisiert hätte. Es genügt insoweit, wenn die nur nicht fernliegende Möglichkeit besteht, dass der Erfolg auch bei einem pflichtgemäßen Verhalten des Täters eingetreten wäre. Ein alkoholisierter Fahrzeugführer muss allerdings seine Fahrweise an die verminderte Reaktionsgeschwindigkeit anpassen und entsprechend langsamer fahren. Einschränkungen der objektiven Zurechnung können sich jedoch aus dem Eigenverantwortlichkeitsprinzip ergeben.

Bei Fahrlässigkeitsdelikten ist es erforderlich, dass der Sorgfaltsverstoß individuell vorwerfbar und der Erfolg individuell vorhersehbar ist. Insoweit sind die Intelligenz, Bildung, Geschicklichkeit und Lebenserfahrung des Täters unter Berücksichtigung des konkreten Lebenssachverhaltes zu würdigen. Leichtfertig handelt, wer die gebotene Sorgfalt in einem besonders hohen Maß verletzt.

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