Mietwagenkosten nach Verkehrsunfall

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Anspruch auf Ersatz von Mietwagenkosten entsteht nur, wenn eine Ersatzanmietung tatsächlich durchgeführt wird

Im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall kann der Geschädigte neben dem Fahrzeugschaden auch den Ersatz sonstiger Sachschäden verlangen.

Der Anspruch auf Ersatz von Mietwagenkosten entsteht nur, wenn eine Ersatzanmietung tatsächlich durchgeführt wird. Die Ersatzanmietung muss allerdings erforderlich sein. Außerdem ist in diesem Zusammenhang auch die Schadenminderungspflicht zu beachten. Wenn ein Kraftfahrzeug aufgrund Verkehrsunfalles nicht mehr fahrbereit ist, entsteht der Anspruch sofort. Andernfalls erst dann, wenn das Kraftfahrzeug aufgrund von Reparaturarbeiten nicht benutzt werden kann. Der Anspruch entsteht nicht, wenn einer Fahrzeugnutzung durch den Geschädigten Hindernisse (Krankheit, Fahrverbot) entgegenstehen oder kein Nutzungswille vorhanden ist. Dem Geschädigten steht zunächst eine Prüfungs- und Überlegungsfrist zu, sofern ein Totalschaden nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Im Anschluss hieran kann die Ersatzanmietung bis zum Ablauf der Reparaturzeit oder der Wiederbeschaffungsfrist fortgeführt werden.

Volker Dembski
seit 2010 bei
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Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
Nymphenburger Straße 17
80335 München
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Verkehrsstrafrecht, Jugendstrafrecht, Steuerstrafrecht, Betäubungsmittelrecht

Sofern der Geschädigte auf die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges verzichtet, steht ihm eine Entschädigung für den Nutzungsausfall zu. Grundsätzlich gelten insoweit die gleichen Erwägungen wie beim Mietwagen.

Wenn ein Fahrzeugschaden erkennbar unter der Bagatellschadengrenze in Höhe von EUR 750,- liegt, ist die Einholung eines Sachverständigengutachtens nicht erforderlich. Es reicht dann aus, den Schaden durch einen Kostenvoranschlag oder durch die Reparaturrechnung mit Lichtbildern nachzuweisen. Andernfalls obliegt es dem Geschädigten, ein Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben, um hierdurch seiner Beweispflicht genüge zu tun.

Der Anspruch des Geschädigten auf Ersatz von im Zusammenhang mit der Rechtsverfolgung entstandenen Rechtsanwaltskosten ist grundsätzlich nicht davon abhängig, dass sich der Ersatzpflichtige zum Zeitpunkt der Beauftragung bereits in Verzug befindet.

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