Krankengeld - Ansprüche und Voraussetzungen

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Wann, von wem, wie lange und wie hoch wird Krankengeld gezahlt?

Wer krankheitsbedingt nicht arbeiten kann, hat Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse. Doch was sind die genauen Voraussetzungen und wie hoch fällt die Leistung aus? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann bekommt man Krankengeld?

Krankengeld erhalten gesetzlich Versicherte, wenn sie länger als 6 Wochen krank sind und deshalb nicht arbeiten können. In den ersten 6 Wochen der Arbeitsunfähigkeit zahlt in der Regel der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung. Danach springt die Krankenkasse ein.

Voraussetzungen für den Krankengeldanspruch sind:

- Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung
- ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Unfall
- kein Anspruch (mehr) auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Krankengeld gibt es wegen derselben Krankheit für maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren. Tritt während des Bezugs eine andere Krankheit hinzu, verlängert dies die Leistungsdauer nicht. Nach Ausschöpfung des Anspruchs kann erneut Krankengeld beansprucht werden, wenn erneut Arbeitsunfähigkeit wegen einer anderen Erkrankung eintritt.

Wie hoch ist das Krankengeld?

Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts, jedoch maximal 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts. Es wird für Kalendertage gezahlt, auch an Wochenenden und Feiertagen. Bei der Berechnung wird das Einkommen der letzten 3 Monate vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit zugrunde gelegt.

Krankengeld für Arbeitslose und Selbstständige

Auch Arbeitslose können Krankengeld erhalten, wenn sie arbeitsunfähig erkranken. Die Höhe richtet sich dann nach dem zuletzt bezogenen Arbeitslosengeld. Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige haben ebenfalls Anspruch auf Krankengeld entsprechend ihres Einkommens, wenn sie sich dafür versichert haben.

Praxistipps und Hinweise

- Lassen Sie sich bei längerer Krankheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt ausstellen und reichen Sie diese bei der Krankenkasse ein.

- Teilen Sie Ihrem Arbeitgeber umgehend mit, wenn Sie länger als 6 Wochen ausfallen. Ab dann übernimmt die Krankenkasse die Zahlung.

- Beantragen Sie nach 78 Wochen ggf. eine Erwerbsminderungsrente, wenn weiterhin Arbeitsunfähigkeit besteht.

- Gegen Bescheide der Krankenkasse können Sie Widerspruch einlegen und ggf. klagen. Lassen Sie sich dazu anwaltlich beraten.

Mit der richtigen Vorgehensweise sichern Sie sich Ihre Ansprüche auf Krankengeld und überbrücken Zeiten der Arbeitsunfähigkeit finanziell. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Rechte wahrzunehmen. Sie können Ihre Fragen zum Krankengeld oder zu Problemen mit der Krankenkasse auf Frag-einen-Anwalt.de stellen und innerhalb von 2 Stunden eine rechtsverbindliche Antwort vom Rechtsanwalt erhalten.