Anforderung einer Retoure bzw. Ersatzzahlung nach fast 2 Jahren

10. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
Daniel2884
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)
Anforderung einer Retoure bzw. Ersatzzahlung nach fast 2 Jahren

Hallo zusammen,

vor knapp 2 Jahren bestellte ich bei einem Onlineshop ein Handy, welches seinerzeit mit einem Fernseher als Gratiszugabe angeboten wurde.

Den Kauf habe ich innerhalb der Frist von 14 Tagen bei dem Händler widerrufen. In den AGB des Onlineshops ist angegeben, dass dieser die Kosten für den Rückversand trägt. Er sendete mir eine Versandmarke für das Handy, eine Versandmarke für den Fernseher (Speditionsversand) erhielt ich trotz Ankündigung des Onlineshops nicht. Der volle Kaufpreis wurde mir umgehend zurückerstattet.

Nach Rückerhalt des Kaufpreises habe ich mich mehrfach schriftlich (per Mail) bei dem Händler erkundigt, wann ich mit der Retournierung des Fernsehers rechnen kann, zuletzt Ende 2022. Diese Mails habe ich noch.

Da ich auch keine weitere Rückmeldung erhielt, lagerten wir das Gerät zunächst in der ungeöffneten OVP im Keller ein. Ende 2023 wurde das Gerät bei einem Umzug (und vermutlich auch durch Feuchtigkeit bei der Lagerung) beschädigt und letztlich entsorgt.

Nun, nach knapp 24 Monaten erhielt ich eine Mail des Onlineshops mit einer Geldforderung. Diese beträgt mehr als das doppelte des Preises, zu dem das Gerät in dem Onlineshop zuletzt angeboten wurde, vermutlich handelt es sich um die UVP. Mittlerweile ist das Gerät dort nicht mehr gelistet. Auf der damaligen Rechnung wird der Kaufpreis mit 0,- € ausgewiesen, da es sich um die Gratiszugabe handelte. In der ursprünglichen Bestell-Mail wird die Ersparnis durch die Gratiszugabe ebenfalls deutlich niedriger angesetzt.

Das Ansinnen des Onlineshops, den Vorgang nun doch noch rückabzuwickeln, kann ich grundsätzlich verstehen, da das Gerät nicht mein Eigentum ist bzw. war. Nach dieser Zeitspanne und mit der Forderung finde ich das aber sehr unglücklich.

Geht das Risiko der falschen Lagerung/ Beschädigung auf mich über bzw. gibt es hierfür Fristen?

Wenn mir der Händler noch eine Versandmarke sendet, kann ich dann anderweitig ein gleiches, ungenutztes Gerät besorgen und zurückgeben?

Kann ich die Rückabwicklung zu einem realistischen Wert (Zeitwert des Gerätes oder Straßenpreis für Neuware) verlangen?

Vielen Dank schon einmal!

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
3,141592653
Status:
Lehrling
(1829 Beiträge, 1006x hilfreich)

Bei Annahmeverzug des Gläubigers hat der Schuldner nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu vertreten. Ein zufälliger Untergang ist das Problem des Gläubigers im Annahmeverzug.

WENN überhaupt, dann wird nur der Zeitwert (also sehr viel weniger als der damalige Neuwert) fällig.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122541 Beiträge, 40150x hilfreich)

Zitat (von Daniel2884):
schriftlich (per Mail)

Finde den Widerspruch ...



Zitat (von Daniel2884):
bei dem Händler erkundigt, wann ich mit der Retournierung des Fernsehers rechnen kann, zuletzt Ende 2022.

Und das ganze war gerichtsfest formuliert und man hat auch Zugangsnachweise?



Zitat (von 3,141592653):
Bei Annahmeverzug

Den Verzug müsste es erst mal geben ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Daniel2884
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Kommunikation erfolgte ausschließlich per Mail. Mehr als ausgedruckte Mails (ohne Lesebestätigung) habe ich dazu nicht.

In den Mails bestätigt der Onlineshop den Erhalt des Widerrufs und kündigt an, binnen 48 Stunden eine Versandmarke zu versenden. Diese habe ich nie erhalten.

D.h. es wäre sinnvoll gewesen, die Versandmarke nochmals per Einschreiben anzufordern? Das werde ich mir fürs nächste Mal merken. :-)

Gibt es denn aktuell etwas, was ich tun kann? Bzw. gibt es eine sinnvolle Bemessungsgrundlage für die Forderung?

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122541 Beiträge, 40150x hilfreich)

Zitat (von Daniel2884):
D.h. es wäre sinnvoll gewesen, die Versandmarke nochmals per Einschreiben anzufordern?

Einschreiben-Einwurf reicht in der Regel aus.



Zitat (von Daniel2884):
Gibt es denn aktuell etwas, was ich tun kann?

Tun kann man ja vieles, von schreiend im Kreis laufen bis hin zum Anwalt zu gehen.

Bei solchen Sendungen ohne Zustellnachweis neige ich persönlich dazu, erst mal nichts zu tun und abzuwarten.



Zitat (von Daniel2884):
Bzw. gibt es eine sinnvolle Bemessungsgrundlage für die Forderung?

Ich würde mal recherchieren, ob es der UVP aus der damaligen Zeit sein könnte.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Daniel2884
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Welche weiteren Möglichkeiten hat denn der Onlineshop nach Lage der Dinge, außer schreiend im Kreis zu laufen? ;-)

Es scheint sich bei dem geforderten Preis tatsächlich um die UVP zu handeln.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122541 Beiträge, 40150x hilfreich)

Zitat (von Daniel2884):
Welche weiteren Möglichkeiten hat denn der Onlineshop nach Lage der Dinge, außer schreiend im Kreis zu laufen? ;-)

Er könnte versuchen seiner Forderung z.B. durch Inkasso o.ä. Druck zu verleihen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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