Astronomische Summe für Ladendiebstahl

27. Februar 2023 Thema abonnieren
 Von 
Fox.M
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Astronomische Summe für Ladendiebstahl

Hallo

Der Fall ist folgender. Ich bin mit einer älteren Dame befreundet, die letztens in Deutschland beim klauen erwischt wurde. Es handelte sich um einen fast leeren Tester eines Parfüms in einer Parfümerie. Die Dame ist nicht in Deutschland wohnhaft, sondern in der Schweiz und wohnt direkt an der Grenze. Sie wurde in Deutschland noch nie straffällig, es war also das erste mal, dass sie in Deutschland mit der Polizei zutun hatte.

Nun kam bei ihr ein Brief von der Staatsanwaltschaft des Landkreises. Sie soll 1.600€ Strafe plus 77,50€ Bearbeitungsgebühr bezahlen. Das haut mich selbst als Schweizer aus den Socken für den Tatbestand. Sie bezieht Rente, und das wäre 1,5 mal das, was sie im Monat zum leben hat. In der Schweiz kostet sowas um die 200CHF wenn es das erste mal ist.

Ist das alles rechtens, oder kann man da was dagegen machen?

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21 Antworten
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#1
 Von 
Demonio
Status:
Bachelor
(3559 Beiträge, 968x hilfreich)

Wie genau ergibt sich die Summe? Wie viele Tagessätze mit welcher Tagessatzhöhe?

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#2
 Von 
Fox.M
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Demonio):
Wie genau ergibt sich die Summe? Wie viele Tagessätze mit welcher Tagessatzhöhe?


20 Tagessätze a 80€

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Demonio
Status:
Bachelor
(3559 Beiträge, 968x hilfreich)

20 Tagessätze sind durchaus im Rahmen.

Bei einer Tagessatzhöhe von 80€ ist man von einem monatlichen Einkommen von 2400€ ausgegangen. Wenn das zu hoch angesetzt sein sollte, was laut Sachverhaltsschilderung der Fall ist, dann kann die Dame einen gegen die Tagessatzhöhe isolierten Einspruch einlegen. Diesem Einspruch sollte sie entsprechende Einkommens- oder sonstige Nachweise beifügen.

Dann wird nach Aktenlge, ohne Gerichtsverhandlung, über den Einspruch entschieden und die Höhe der Tagessätze angepasst.

Wenn die Dame auch mit den 20 Tagessätzen nicht einverstanden sein sollte, dann müsste sie vollumfänglichen Einspruch einlegen. In diesem Falle kommt es zu einer Gerichtsverhandlung. Da die tat aber wohl unbestritten ist, würde ich einem solchen Einspruch nicht viel Erfolgsaussichten zurechnen

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#4
 Von 
Fox.M
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Demonio):
20 Tagessätze sind durchaus im Rahmen.

Bei einer Tagessatzhöhe von 80€ ist man von einem monatlichen Einkommen von 2400€ ausgegangen. Wenn das zu hoch angesetzt sein sollte, was laut Sachverhaltsschilderung der Fall ist, dann kann die Dame einen gegen die Tagessatzhöhe isolierten Einspruch einlegen. Diesem Einspruch sollte sie entsprechende Einkommens- oder sonstige Nachweise beifügen.

Dann wird nach Aktenlge, ohne Gerichtsverhandlung, über den Einspruch entschieden und die Höhe der Tagessätze angepasst.

Wenn die Dame auch mit den 20 Tagessätzen nicht einverstanden sein sollte, dann müsste sie vollumfänglichen Einspruch einlegen. In diesem Falle kommt es zu einer Gerichtsverhandlung. Da die tat aber wohl unbestritten ist, würde ich einem solchen Einspruch nicht viel Erfolgsaussichten zurechnen


Ok, vielen Dank für deine Aufklärung. Ich muss dann aber abschliessend doch mal fragen, ist sowas üblich in Deutschland? Also das man beim ersten mal klauen so eine riesen Geldsumme aufgebrummt bekommt? Wenn man das Lohnniveau beachtet, ist das beim Thema Diebstahl ja um einiges mehr als hier, trotz höherem Lohnniveau.

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#5
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1909 Beiträge, 1138x hilfreich)

Wie man bereits versucht hat Ihnen zu erklären, sind 20 Tagessätze denkbarst gering und ist die sich daraus ergebende Höhe der Strafe im Übrigen abhängig von der Höhe des Einkommens des Straftäters. In diesem Zusammenhang fällt dann auch auf, dass Sie leider nicht erwähnen, wie die Straftäterin sich im Rahmen des Ermittlungsverfahrens eingelassen hat. Auch hier lassen Sie leider unerwähnt, die hoch die Rente denn ist. Hinzu könnten dann noch weitere Leistungen oder Vergünstigungen kommen, beispielsweise mietfreies Wohnen im Eigenheim.

Im Übrigen erkenne ich hier nicht den Skandal, den Sie da zu sehen glauben. Das Mitleid mit zur Begehung von Straftaten einreisenden Ausländern ist traditionell eher gering. Hier ist die Straftäterin aber mit 20 Tagessätzen dennoch sehr gut davongekommen.

Zum einen scheint mir das also ein klarer Fall von "selbst Schuld" zu sein. Zum anderen wurde Ihnen hier doch schon genau erklärt, was man tun kann, wenn man die Höhe der Strafe abschließend geprüft haben möchte. Solange die Höhe der Strafe noch nicht abschließend festgesetzt wurde, kann man diese Strafhöhe auch nicht für zu hoch halten.

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#6
 Von 
Demonio
Status:
Bachelor
(3559 Beiträge, 968x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
as haut mich selbst als Schweizer aus den Socken für den Tatbestand. [...] In der Schweiz kostet sowas um die 200CHF wenn es das erste mal ist.
In Bezug auf einfachen Diebstahl ist die Rechtslage, und auch die maximale Strafandrohung in der Schweiz nahezu identisch, wie in Deutschland.
Artikel 139 des Schweizer Strafgesetzbuchs:
Zitat:
Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung weg-
nimmt, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Im Vergleich dazu § 242 StGB:
Zitat:
Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Ein Ersttäter muss in Deutschland deswegen nicht zwingend verurteilt werden. Möglich ist auch eine Einstellung des Verfahrens, ggf. mit Geldauflage. Diese Geldauflage kann sich dann im niedrigen oder mittleren dreistelligen Bereich bewegen. Aus irgendeinem Grund sah die Staatsanwaltschaft im vorliegenden Fall keine Veranlassung das Verfahren einzustellen. Diesen Grund kennt dieses Forum aber auch nicht.

Man könnte den Grund ggf. in durch einen Einspruch im Rahmen der Gerichtsverhandlung in Erfahrung bringen.


Zitat (von Fox.M):
ist sowas üblich in Deutschland?
Es kommt auf den Einzelfall an. Das ist in der Schweiz aber sicherlich nicht viel anders.

Zitat (von Fox.M):
Also das man beim ersten mal klauen so eine riesen Geldsumme aufgebrummt bekommt?
Wie bereits erwähnt, ist die Strafe in Deutschland vom Einkommen abhängig. Vorliegend wurde von einem monatlichen Nettoeinkommen von 2400€ ausgegangen. Die Dame hat wohl auch keine Angaben zu ihrem Einkommen gemacht, so das es geschätzt wurde. Durchaus möglich, dass man bei einer Rentnerin aus der Schweiz die Rente etwas höher schätzt, was ja aufgrund des höheren Lohnniveaus auch nicht ganz abwegig ist. Diesbezüglich, das hatte ich bereits erwähnt, kann die Dame Einspruch einlegen, damit die Tagessatzhöhe, und somit die Geldstrafe in Summe, reduziert wird.

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118327 Beiträge, 39553x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
In der Schweiz kostet sowas um die 200CHF wenn es das erste mal ist.

Seit wann gibt es in der Schweiz "Festpreise" bei so was?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32667 Beiträge, 17203x hilfreich)

Sie bezieht Rente, und das wäre 1,5 mal das, was sie im Monat zum leben hat. Foglich ca. 1.100 Euro? Dann wäre ein Tagessatz von 35 Euro angemessen. Wie man diesen erreicht, wurde ja schon beschrieben.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#9
 Von 
Fox.M
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich hab ihr eure Infos gestern Abend mal erzählt. Sie wird sich nun mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzen. Ihr Einkommen wurde sogar relativ gut geschätzt. Ihre Rente bewegt sich tatsächlich im geschätzten Rahmen des Ganzen. Nur ist die Strafe natürlich viel zu hoch wenn man diesen Betrag auf die Lebenskosten der zwei Länder rechnet. Während man in Deutschland relativ gut davon lebt, bewegt sie sich hier damit an der Grenze zum Existenzminimum. Gerade auch weil die Staatsanwaltschaft diesen Betrag binnen zwei Wochen komplett fordert, was für sie absolut unmöglich ist. Sie bekommt von ihrem Beistand 1200CHF zu Leben, der Rest geht für die Miete und Krankenkasse weg.

Trotzdem muss ich nochmal auf die Sache eingehen, was wäre wenn sie hier erwischt worden wäre. Ich bin ja jetzt auch schon etwas älter, und habe schon von vielen Diebstählen mitbekommen. Ich kann euch versichern, eine Busse von 1600CHF bei diesem Warenwert ist in der Schweiz höchst unwahrscheinlich. Meist ist es es wirklich mit 150-200 getan, und die zahlt man dann direkt an den Laden selbst. Erst bei mehrmaligem erwischen kommt es dann zur Anzeige, und es wird etwas mehr. Natürlich gibt es immer Ausnahmen! Ich denke aber bei ihrem Fall kams wahrscheinlich dazu, weil sie eben nicht in Deutschland lebt.

Danke für eure Beiträge

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#10
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(882 Beiträge, 157x hilfreich)

Naja, aber hat sich die Bekannte denn überhaupt geäußert? Liest sich ja eher nicht so. Bei solchen Dingen kann es manchmal von Vorteil sein (entgegen dem Rat vieler Anwälte) zur Vernehmung bei der Polizei zu erscheinen und ein "Geständnis" abzulegen.

Kennt man überhaupt den genauen Vorwurf? Laut Ihrer Bekannten war das Parfum angeblich fast leer, könnte man das beweisen? Hat man das eingebracht? Vermute eher nicht..

Also "Nichtstun" (was ich hier befürchte) ist bei solchen Dingen oft die schlechteste Option.

Zitat (von Fox.M):
Gerade auch weil die Staatsanwaltschaft diesen Betrag binnen zwei Wochen komplett fordert, was für sie absolut unmöglich ist.


Das kann man übrigens auch in Raten bezahlen.

-- Editiert von User am 28. Februar 2023 09:31

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#11
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1909 Beiträge, 1138x hilfreich)

Zitat:
Sie wird sich nun mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzen.
Der Nutzen dieses Vorhabens dürfte bei Null liegen. Lesen Sie leiber gründlich diesen Thread, bevor Sie den Rechtsberater der Dame spielen.

Zitat:
Nur ist die Strafe natürlich viel zu hoch wenn man diesen Betrag auf die Lebenskosten der zwei Länder rechnet. Während man in Deutschland relativ gut davon lebt, bewegt sie sich hier damit an der Grenze zum Existenzminimum.
Na und? Sie hat das Geld nunmal. Allein die Besonderheiten bei der Wohnungsmiete könnten hier eine Rolle spielen.

Zitat:
Ich kann euch versichern, eine Busse von 1600CHF bei diesem Warenwert ist in der Schweiz höchst unwahrscheinlich. Meist ist es es wirklich mit 150-200 getan, und die zahlt man dann direkt an den Laden selbst. Erst bei mehrmaligem erwischen kommt es dann zur Anzeige, und es wird etwas mehr.
Ich vermute weiterhin, dass Sie da irgendetwas durcheinanderbringen. Das fängt schon damit an, dass Sie immer wieder nur von der Gesamthöhe der Strafe sprechen und beharrlich ignorieren, dass diese vom Einkommen des Täters abhängig ist. Zudem ist die Strafe (in beiden Ländern) vom Wert der Beute abhängig. Auch das blenden Sie gekonnt aus.

Ihre These lautet: "In Deutschland kostet ein Erstdiebstahl 1600 Euro, in der Schweiz 200 Franken." Diese These ist ganz einfach falsch. Deswegen ist es überflüssig darüber zu diskutieren, welche der beiden vermeintlichen Regelungen nun die bessere ist.

Das deutsche Strafrecht ist insbesondere gegenüber Ersttätern schon recht nachsichtig. Und wie gesagt sind 20 Tagessätze so gut wie nichts. Wer diese nicht möchte, der hält sich ganz einfach an das Gesetz.

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#12
 Von 
Dirrly
Status:
Student
(2016 Beiträge, 530x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
Meist ist es es wirklich mit 150-200 getan, und die zahlt man dann direkt an den Laden selbst. Erst bei mehrmaligem erwischen kommt es dann zur Anzeige, und es wird etwas mehr.


Da vergleichst du halt Äpfel mit Birnen.

Diese 150-200 CHF, die an den Laden gezahlt wird, ist wohl eher so eine Art "Vertragsstrafe" (oder ähnlich, weiß nicht wie man das in der Schweiz nennen würde, vielleicht "Vertragssträfli", kleiner Scherz, sorry). Das ist etwas zivilrechtliches und stellt keine Geldstrafe in einem Strafverfahren dar. Das schreibst du ja selbst, wenn du sagst, dass da gar keine Anzeige erstattet wird.

Das ist ähnlich wie das "erhöhte Beförderungsentgelt", wenn man beim "Schwarzfahren" erwischt wird. Da ist das übrigens in Deutschland oftmals ähnlich, dass nicht nach dem ersten mal erwischt werden eine Anzeige erstattet wird. Das hat mit einer (Geld-)Strafe nichts zu tun. Das erhöhte "Beförderungsentgelt" zahlt man auch ohne Anzeige jedes mal.

In dem Verfahren hier wurde aber eben strafrechtliche Anzeige gestellt und der Strafbefehl stellt eine Verurteilung (in einem vereinfachten Verfahren) dar. Also das was man zahlen müsste, wenn eine Anzeige (in der Schweiz) erstattet wird.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10560 Beiträge, 4179x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
Meist ist es es wirklich mit 150-200 getan, und die zahlt man dann direkt an den Laden selbst.

Dann ist die Schweiz ja dort bereits deutlich teurer als Deutschland, wenn es direkt an den Laden geht ist es hier die so genannte Fangprämie und da werden von Gerichten selten mehr als 75€ als noch akzeptabel angesehen.

Nur muss hier eben der zivilrechtliche und der strafrechtliche Teil sauber getrennt werden.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118327 Beiträge, 39553x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
Nur ist die Strafe natürlich viel zu hoch wenn man diesen Betrag auf die Lebenskosten der zwei Länder rechnet.

Entscheidend ist aber das Einkommen, nicht was man nach seinen Ausgaben noch über hat.



Zitat (von Fox.M):
Gerade auch weil die Staatsanwaltschaft diesen Betrag binnen zwei Wochen komplett fordert, was für sie absolut unmöglich ist.

Dann beantragt man Ratenzahlung.
Und wenn rein gar nichts geht, man kann es auch absitzen, je Tagessatz ein Tag Haft.

Man sieht also, es ist für jeden was dabei ...



Zitat (von Fox.M):
Meist ist es es wirklich mit 150-200 getan, und die zahlt man dann direkt an den Laden selbst

Das wäre dann das zivilrechtliche und hat mit der strafrechtlichen Verfolgung nichts zu tun.
So was kann hier noch dazu kommen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3430 Beiträge, 541x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
Ich kann euch versichern, eine Busse von 1600CHF bei diesem Warenwert ist in der Schweiz höchst unwahrscheinlich.

Wie es in der Schweiz abläuft ist doch vollkommen egal. Der Diebstahl fand in Deutschland statt, somit gilt deutsches Recht.
Strafen sollen doch auch abschreckend wirken.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38078 Beiträge, 13917x hilfreich)

Mit der Staatsanwaltschaft zu diskutieren, das hilft gar nichts. Die ist im Augenblick schlicht und ergreifend gar nicht zuständig. Entweder man wendet sich ans Gericht oder man lässt es. Im übrigen sind m.E. die höheren Lebenskosten in unserem Nachbarland insoweit uninteressant, einfach weil dem ja durch die höheren Löhne/Renten Rechnung getragen wird.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 924x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
Ihre Rente bewegt sich tatsächlich im geschätzten Rahmen des Ganzen.
Also wurde de Tagessatzhöhe korrekt berechnet.

Zitat (von Fox.M):
Nur ist die Strafe natürlich viel zu hoch wenn man diesen Betrag auf die Lebenskosten der zwei Länder rechnet. Während man in Deutschland relativ gut davon lebt, bewegt sie sich hier damit an der Grenze zum Existenzminimum.
Es soll ja auch eine Strafe sein ...

Zitat (von Fox.M):
Gerade auch weil die Staatsanwaltschaft diesen Betrag binnen zwei Wochen komplett fordert, was für sie absolut unmöglich ist.
Ratenzahlung ist möglich. Alternativ Haft.

Zitat (von Fox.M):
Ich kann euch versichern, eine Busse von 1600CHF bei diesem Warenwert ist in der Schweiz höchst unwahrscheinlich. Meist ist es es wirklich mit 150-200 getan, und die zahlt man dann direkt an den Laden selbst.
Zwei vollkommen unterschiedliche Sachverhalte.
1. Die 150-200 CHF sind eine "Fangprämie" und rein zivilrechtlicher Natur. Gibt es in Deutschland auch und bewegt sich zwischen 50 und 75 Euro.

2. Die von einem Gericht verhängte Strafe.

=> Hinweis: Selbst wenn die "Fangprämie" gezahlt wird, kann noch ein Strafbefehl ins Haus flattern. Und nein, die im Laden gezahlte Summe wird nicht angerechnet.

Zitat (von Fox.M):
eine Busse von 1600CHF bei diesem Warenwert ist in der Schweiz höchst unwahrscheinlich
In der Schweiz wird es in der Regel sogar noch teurer, denn hier kommen noch hohe Strafbefehlsgebühren zur eigentlichen Strafe hinzu.

Zitat:

Die Kosten eines Strafbefehls setzen sich aus den Strafbefehlsgebühren und der Strafe an sich zusammen.

Die Strafbefehlsgebühr deckt den Aufwand im Vorverfahren ab. Die konkrete Höhe ist einzelfallabhängig. Je höher die ausgesprochen Strafe, desto höher ist im Regelfall auch die Strafbefehlsgebühr.

Im Kanton Aargau z.B. beträgt die Strafbefehlsgebühr einer Busse in der Regel zwischen 300 und 700 Franken. Bei Geldstrafen zwischen 600 und 1‘400 Franken. Freiheitsstrafen sind nochmals etwas teurer.

Zu der Strafbefehlsgebühr kommt die eigentliche Strafe dazu. Auch deren Höhe ist einzelfallabhängig. Der Strafrahmen reicht von einer Busse (bspw. 250 Franken bei Nichtbeachten eines Lichtsignals) bis hin zu einer Maximalstrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Demonio
Status:
Bachelor
(3559 Beiträge, 968x hilfreich)

Zitat (von Fox.M):
Sie wird sich nun mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzen.
Das bringt nichts. Der Strafbefehl enthält auch eine Rechtbehelfsbelehrung. Da steht drin, welche Möglichkeiten die Dame hat, wenn sie mit dem Strafbefehl nicht einverstanden sein sollte. Von einem Plausch mit der Staatsanwaltschaft steht da nichts.

Zitat (von Fox.M):
Ihr Einkommen wurde sogar relativ gut geschätzt.
Na, dann passt das doch.

Zitat (von Fox.M):
Meist ist es es wirklich mit 150-200 getan, und die zahlt man dann direkt an den Laden selbst.
Wie bereits von anderen Usern erwähnt wurde, ist das eine zivilrechtliche Forderung des Geschädigten, die in Deutschland kostengünstiger wäre. Mit der möglichen Bestrafung durch den Staat hat das nichts zu tun.

Zitat (von Fox.M):
Ich kann euch versichern, eine Busse von 1600CHF bei diesem Warenwert ist in der Schweiz höchst unwahrscheinlich.
Dann sollte die Dame zukünftig ihre Straftaten in der Schweiz begehen und nur nach Deutschland kommen, wenn sie mal schnell über die Autobahn fahren möchte. Das wäre nämlich in Deutschland legal, und somit wesentlich kostengünstiger möglich, als in der Schweiz. :devil:

-- Editiert von User am 1. März 2023 09:04

2x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Dirrly
Status:
Student
(2016 Beiträge, 530x hilfreich)

Zitat (von Demonio):
Dann sollte die Dame zukünftig ihre Straftaten in der Schweiz begehen und nur nach Deutschland kommen, wenn sie mal schnell über die Autobahn fahren möchte. Das wäre nämlich in Deutschland legal...


Außer sie will dabei ein illegales Autorennen (gegen sich selbst) fahren... :P

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Demonio
Status:
Bachelor
(3559 Beiträge, 968x hilfreich)

Ich habe geschrieben, dass es legal möglich ist in Deutschland schnell auf der Autobahn zu fahren. Ich habe nicht geschrieben, dass es immer und unter allen Umständen legal ist.

Das ist halt wie beim Einkaufen:

Man kann in Deutschland ganz legal Parfum kaufen. Man muss es halt nur bezahlen. Tut man das nicht, dann ist es u.U. ein Diebstahl, der auch mal mit 20 Tagessätzen (und sogar noch mehr) bestraft werden kann.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2205 Beiträge, 339x hilfreich)

Man muss sich in Deutschland von dem Gedanken lösen, dass es eine Geldstrafe über 1600 EUR ist (und die Mainstream-Medien sind da leider nicht hilfreich).

Die Höhe einer Geldstrafe in Deutschland bemisst sich in der Regel immer in der Anzahl der Tagessätze. Aber nicht verwechseln mit Bußgeldern.


-- Editiert von User am 7. März 2023 09:02

0x Hilfreiche Antwort

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