Fremdes Semesterticket in der Bahn vorgezeigt

9. März 2018 Thema abonnieren
 Von 
FehlerSocke
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Fremdes Semesterticket in der Bahn vorgezeigt

Guten Abend,

angenommen man bekommt ein gültiges Semesterticket von einer befreundeten Person und wird damit in der deutschen Bahn kontrolliert. Dabei kommt heraus das man nicht der Inhaber ist. Nun bekommt man ein Bußgeld in Höhe von 60€ und was noch? Ganze Vorgang wird an die Polizei weitergeleitet aber was folgt denn dann?

Vielen Dank!

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18 Antworten
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#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32741 Beiträge, 17222x hilfreich)

Ein Strafverfahren wegen Beförderungserschleichung für den Ticketnutzer und eines wegen Beihilfe gegen die befreundete Person. Was dabei herauskommt, kann man vorher nicht wissen, da es dafür keinen Katalog gibt, aber bei nicht Vorbestraften wird es wohl bei einer Geldstrafe bleiben (zusätzlich zu den 60 Euro natürlich).

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
FehlerSocke
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Schon Mal vielen Dank für die Hinweise. Woran bemisst sich denn die Geldstrafe?

Also sollte die befreundete Person zugeben dass Sie das Ticket weitergereicht hat. Quasi das es einvernehmlich stattgefunden hat. Geht darum um die Strafe so gering wie möglich zu halten. Also was könnte man da konkret tun?

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32741 Beiträge, 17222x hilfreich)

Woran bemisst sich denn die Geldstrafe? Am Unrechtsgehalt der Tat (Zahl der Tagessätze) und an der Höhe des Einkommens (Höhe der TS).
Also was könnte man da konkret tun? Na, die Wahrheit sagen... Denn wenn die befreundete Person nichts davon wußte, handelte es sich ja um einen Diebstahl oder zumindest eine Fundunterschlagung, was noch dazu käme.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#4
 Von 
FehlerSocke
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Befreundete Person wüsste natürlich Bescheid. Alle Beteiligten sind außerdem nicht Vorbestraft.
Wie läuft denn sowas ab? Man bekommt Post von der Polizei und äußert sich dann dazu. Gibt es dann eine Verhandlung?

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32741 Beiträge, 17222x hilfreich)

Gibt es dann eine Verhandlung? Nicht unbedingt - solcher Kleinkram wird gern per Strafbefehl geregelt, evtl. auch nach dem § 153a StPO (Einstellung mit Auflage).

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#6
 Von 
FehlerSocke
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Kann man ungefähr sagen wie lange es dauert bis man Post erhält? Seitdem erstellen des Themas sind nun ja erst 4 Wochen ins Land gegangen.

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32741 Beiträge, 17222x hilfreich)

Kann man ungefähr sagen wie lange es dauert bis man Post erhält? Nicht wirklich - das hängt von der Auslastung der zuständigen Bundespolizeidienststelle ab.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47338 Beiträge, 16766x hilfreich)

Zitat:
Ein Strafverfahren wegen Beförderungserschleichung für den Ticketnutzer und eines wegen Beihilfe gegen die befreundete Person.


Es dürfte noch Betrug hinzukommen, was zu einer deutlichen Erhöhung der Strafe führt.

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#9
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Rein rechtlich dürfte es ausschließlich Betrug sein, da Erschleichung im Verhältnis zum Betrug subsidär ist. So viel schlimmer wird das aber nicht werden. Evtl. sind die Einstellungschancen etwas schlechter oder es gibt 5 Tagessätze Geldstrafe mehr

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#10
 Von 
FehlerSocke
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Tag,

angenommen nun ist endlich Post gekommen und folgendes darin enthalten:

Polizeiliche Ermittlungen
Anlage Äußerungsbogen Beschuldigtenvernehmung

Ein Delikt wird angegeben, nämlich Betrug, genau wie !!Streetworker!! schon im April meinte.

Jetzt wird danach gefragt wie man in den Besitz des Semestertickets gelangt ist und soll aus seiner Sicht den Sachverhalt schildern.

Wie kann man hier effizient und taktisch seine Reue zeigen ohne die Strafe zu verstärken. Weil das Semesterticket ist ja von Person A zu Person B einvernehmlich übergeben worden.

Außerdem wird auf die Möglichkeit der Strafmilderung oder eines Absehen von Strafe hingewiesen, wenn der Täter etc. den angerichteten Schaden wieder gutmacht oder sich ernsthaft um Wiedergutmachung bemüht.

Sollte man das in der Schilderung bekunden? Aber wie beziffert man solch einen Schaden? Oder sollte lediglich die Reue und die Absicht der Wiedergutmachung zum Ausdruck kommen?

Angenehmen Tag

FehlerSocke

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#11
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Zitat:
Wie kann man hier effizient und taktisch seine Reue zeigen ohne die Strafe zu verstärken. Weil das Semesterticket ist ja von Person A zu Person B einvernehmlich übergeben worden.


Indem man die Frage nach dem "woher" bei seinen Ausführungen einfach ignoriert, also nicht darauf eingeht.

Zitat:
Außerdem wird auf die Möglichkeit der Strafmilderung oder eines Absehen von Strafe hingewiesen, wenn der Täter etc. den angerichteten Schaden wieder gutmacht oder sich ernsthaft um Wiedergutmachung bemüht.


Ein Schaden ist hier effektiv gar nicht entstanden, da man ja erwischt wurde und die 60,00 € zahlen musste. Die Schadenswiedergutmachung ist also -wenn man so will- die Zahlung der 60,00 €. Mehr gibt es nicht gutzumachen. Darauf, dass man die 60,00 € gezahlt hat, kann man (wenn man sie denn wirklich gezahlt hat) im Anhörungsbogen hinweisen und wenn man möchte auch den entspr. Beleg/Kontoauszug beilegen.

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#12
 Von 
Dr. Lamar
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 37x hilfreich)

(Anleitung zu Straftat editiert - eine Woche Sperre)

-- Editiert von Moderator am 07.08.2018 15:32

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#13
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Ganz tolle Idee... ;)

Und wenn man dann C als Zeugen vernimmt, kann der sich aussuchen, ob er sich lieber wegen vers. Strafvereitelung strafbar macht, oder die Wahrheit spricht, also sagt, dass das Geschilderte nie stattgefunden hat, was dann für A richtig in die Hose geht. Sollte das ganze dann noch vor Gericht gehen, um die Wahrheit zu erforschen, wären wir bereits im Bereich der "uneidlichen Falschaussage", falls C diese "äußerst naheliegende" Story bestätigt und einer Mindeststrafe von 3 Monaten Freiheitsstrafe. Dass solch eine Nummer dann eine Einstellung des Verfahrens gegen A alles andere als forciert, muss ich glaube ich nicht noch mal erwähnen.

Bei Gericht hätte auch B (als Zeuge) allenfalls noch die Möglichkeit per § 55 StPO die Notbremse für sich zu ziehen, wenn er sich nicht strafbar machen will.



-- Editiert von !!Streetworker!! am 07.08.2018 14:40

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#14
 Von 
Dr. Lamar
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 37x hilfreich)

(Editiert)

-- Editiert von Moderator am 07.08.2018 15:32

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
FehlerSocke
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke Streetworker! Die 60€ sind längst getilgt worden.

Also nicht auf das woher eingehen?

Weil:
In der gegen Sie erstatteten Anzeige wird Ihnen vorgeworfen (...) unberechtigt mit einem Semestertick der Mustermann Uni ausgestellt auf Frau Mustermann benutzt zu haben.
Ticket ist personengebunden und nicht übertragbar.
Es besteht daher der Verdacht von Täuschung des Zugpersonals und sich für die Fahrtstrecke einen Vermögensvorteil zu verschaffen wollten.

Also das hier nach "weil" ist doch alles der Tatbestand des Betruges, oder?!

Und nun kommt ja die Gretchenfrage:
Wie sind sie in den Besitzt des Semestertickets gelangt?

Diese Frage übergehen und direkt schildern das man die 60€ fristgerecht bezahlt hat und fertig?

Muss nochmals nachfragen, vielen Dank!

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Ja...

Man muss da auch keinen langen Roman schreiben.

" ich gebe die Tat wie vorgeworfen zu. Es tut mir sehr leid, und ich versichere dass derartiges in Zukunft nicht noch einmal vorkommen wird. Das erhöhte Beförderungsentgelt wurde ausweislich anliegenden Beleges bereits entrichtet. Ich bitte darum, eine Verfahrenseinstellung nach Paragraph 153a StPO in Erwägung zu ziehen."

Dann den Überweisungsbeleg oder Kopie vom Kontoauszug wo die Überweisung der 60 € ersichtlich ist beilegen, und das war's.

1x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
FehlerSocke
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von !!Streetworker!! ):
Ja...

Man muss da auch keinen langen Roman schreiben.

" ich gebe die Tat wie vorgeworfen zu. Es tut mir sehr leid, und ich versichere dass derartiges in Zukunft nicht noch einmal vorkommen wird. Das erhöhte Beförderungsentgelt wurde ausweislich anliegenden Beleges bereits entrichtet. Ich bitte darum, eine Verfahrenseinstellung nach Paragraph 153a StPO in Erwägung zu ziehen."

Dann den Überweisungsbeleg oder Kopie vom Kontoauszug wo die Überweisung der 60 € ersichtlich ist beilegen, und das war's.


Also die 60€ sind getilgt worden und dann gibt es ja die goldene Frage im Brief:

Mit einer Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße bin ich einverstanden.

Aber beißt sich das nicht mit den 60€ ? Oder sollte man da auf jeden Fall "ja" ankreuzen um eine Anklageerhebung zu verhindern?

Oder hat das was mit dem Täter-Opfer-Ausgleich zu tun?

Verstehe das Ganze noch nicht zu 100%. Danke!

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Zitat:
Aber beißt sich das nicht mit den 60€ ?


Nein, die 60 € sind ja in erster Linie der zivilrechtliche Schadenersatz. Der ist -vielleicht- erst mal nur der "Türöffner" dafür, dass die StA überhaupt bereit ist einzustellen. Diese Einstellung kann dann aber wieder mit einer Auflage (z.B: eine Geldzahlung an eine gemeinnützige Einrichtung) verbunden werden.

Zitat:
Oder sollte man da auf jeden Fall "ja" ankreuzen um eine Anklageerhebung zu verhindern?


Wenn man eine Anklageerhebung verhindern will, sollte man auf jeden Fall "ja" ankreuzen.

Vor allem sollte man den Anhörungsbogen langsam aber sicher zurücksenden (nach nunmehr 2 Wochen), denn sonst geht die Akte bald ohne die eigene Aussage zur Staatsanwaltschaft.

0x Hilfreiche Antwort

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