Gleichwertiger Arbeitsplatz nach Elternzeit

28. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
TaperJeanGirl
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Gleichwertiger Arbeitsplatz nach Elternzeit

Hallo zusammen!

Ich bin seit fast 3 Jahren bei meinem derzeitigen AG tätig.

Als ich meinem Arbeitgeber (öffentlicher Dienst) meine Schwangerschaft mitgeteilt habe, hat er direkt eine neue Person fest, ohne Befristung eingestellt, ohne sich zu erkundigen, wie lange ich überhaupt Elternzeit nehmen möchte. Nun weiß ich, dass ich nach meiner Rückkehr zwar Anspruch auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz habe, eine Stelle wie meine gibt es jedoch kein zweites Mal im Amt. In meinem Arbeitsvertrag steht lediglich "Sachbearbeiterin", jedoch bin ich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, etc. tätig und kann - aufgrund mangelnder Kenntnisse darin - keine Bescheide oder ähnliches schreiben.

Normalerweise hätte ich im November eine andere Stelle als Assistentin übernommen, die auch besser bewertet gewesen wäre, d. h., auf der ich mehr Gehalt bekommen hätte. Diese Stelle wurde nun aufgrund meiner Schwangerschaft ebenfalls mit einer neuen Mitarbeiterin unbefristet besetzt. Ich habe somit nach meiner Rückkehr auch keine Option auf diese Stelle. Es wurde vertraglich nicht festgelegt, dass ich ab November 2023 auf dieser Stelle arbeiten soll, jedoch habe ich 3 Jahre lang darauf hingearbeitet, die Vertretung auf dieser Stelle übernommen und auch bei meinem Vorstellungsgespräch vor 3 Jahren wurde mir mitgeteilt, dass ich ab November 2023 diese Stelle übernehmen soll. Dies ist nun hinfällig.

Meine Fragen: Habe ich Anspruch auf einen Arbeitsplatz mit ähnlichen Aufgaben (also Öffentlichkeitsarbeit) und was passiert, wenn mein Arbeitgeber mir keinen solchen Job anbieten kann, weil es diese Stelle nur einmal im Amt gibt? Und: Liegt eine Diskriminierung vor, weil ich aufgrund der Schwangerschaft den besser bezahlten Arbeitsplatz als Assistentin nun nicht bekomme, obwohl ich von Anfang an dafür vorgesehen war?

Freue mich auf eure Antworten!

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17286 Beiträge, 6449x hilfreich)

Zitat (von TaperJeanGirl):
Normalerweise hätte ich

Wenn ich recht verstehe, hast du aber nichts in der Hand, das einen Anspruch belegen würde. Das 'Vorgesehen-Gewesen' dürfte kaum zu beweisen sein, oder?
Insofern fürchte ich, dass dein Anspruch lediglich darin besteht, bei gleichem Gehalt irgendwo als Sachbearbeiterin beschäftigt zu werden.

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#2
 Von 
TaperJeanGirl
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein, einen schriftlichen "Beweis" habe ich leider nicht, lediglich die Tatsache, dass ich über die letzten 3 Jahre hinweg auf die Übernahme der Stelle hingearbeitet habe, aber klar - das reicht wohl nicht.

Zitat (von blaubär+):
dass dein Anspruch lediglich darin besteht, bei gleichem Gehalt irgendwo als Sachbearbeiterin beschäftigt zu werden


Gilt das auch, wenn ich andere Tätigkeiten aufgrund mangelnder Kenntnisse einfach nicht kann? ich habe z. B. noch nie einen Bescheid geschrieben, beherrsche auch die rechtlichen Grundlagen etc. dafür überhaupt nicht, meine bisherigen Aufgaben lagen in der Pressearbeit (Pressemitteilungen, Websitepflege, etc.)...

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17286 Beiträge, 6449x hilfreich)

... schau deinen AV an: abgesehen davon, dass dein AG dich als 'Sachbearbeiterin' eingestellt hat ohne weitere Spezifikation, wirst du vmtl. auch einen Passus finden, wonach du auf allen deiner Qualifikation entsprechenden Stellen eingesetzt werden kannst. Wobei diese Formulierung sozusagen auf deine allgemeine Qualifikation zurückgreift und nicht auf die Spezifikation der letzten Stelle.
Möglicherweise gibt dein Mangel an Erfahrung und Wissen für andere Bereiche/Aufgaben aber ein Argument ab, entsprechende Nachqualifizierung mit zu verhandeln.

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#4
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2100 Beiträge, 726x hilfreich)

Wie lange bist Du noch in Elternzeit?
Hast Du mit dem AG schon einmal gesprochen?

Die vorgesehen Vorgehensweise, dass Du

Zitat (von TaperJeanGirl):
ab November 2023 auf dieser Stelle arbeiten soll
st, ist aufgrund der Elternzeit ja nicht möglich.
Und offenbar wollte der AG diese Stelle nicht unbesetzt lassen.

Ich würde also erst einmal das Gespräch suchen, vielleicht hat der AG die neuen Kolleginnen ja auch schon für die Zeit nach Deiner Rückkehr anders verplant.

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

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#5
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6992 Beiträge, 1467x hilfreich)

Zitat (von TaperJeanGirl):
jedoch bin ich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, etc. tätig und kann - aufgrund mangelnder Kenntnisse darin - keine Bescheide oder ähnliches schreiben.


Das kann man lernen..... daran wird es nicht scheitern

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#6
 Von 
dummfragerin
Status:
Praktikant
(759 Beiträge, 335x hilfreich)

Wie lange bist du denn noch in Elternzeit?

Es ist heutzutage ja auch nicht unwahrscheinlich, dass einer der neueingestellten Mitarbeiter nicht lange bleibt, dann wäre eine Stelle für dich frei. Oder dein Arbeitgeber lässt sich etwas einfallen, schafft eine neue Stelle, bildet dich weiter,...

Edit: hast du mal das Gespräch gesucht?

-- Editiert von User am 28. November 2023 09:26

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#7
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(901 Beiträge, 143x hilfreich)

Zitat (von TaperJeanGirl):
Habe ich Anspruch auf einen Arbeitsplatz mit ähnlichen Aufgaben (also Öffentlichkeitsarbeit)
Nein.

Zitat (von TaperJeanGirl):
was passiert, wenn mein Arbeitgeber mir keinen solchen Job anbieten kann, weil es diese Stelle nur einmal im Amt gibt?
Dann bietet der AG eine andere Stelle an.

Zitat (von TaperJeanGirl):
Liegt eine Diskriminierung vor, weil ich aufgrund der Schwangerschaft den besser bezahlten Arbeitsplatz als Assistentin nun nicht bekomme, obwohl ich von Anfang an dafür vorgesehen war?
Nein.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16390 Beiträge, 9257x hilfreich)

Zitat (von TaperJeanGirl):
Meine Fragen: Habe ich Anspruch auf einen Arbeitsplatz mit ähnlichen Aufgaben (also Öffentlichkeitsarbeit)

Nein
Im öffentlichen Dienst hat man sowieso so gut wie nie Anspruch auf konkrete Aufgaben.

Bedenken Sie: Wenn die Elternzeit vorbei ist, haben Sie genau so viele (oder genau so wenig) Rechte, wie alle anderen Arbeitnehmer auch. D.h. Sie können versetzt werden. Die Versetzungsregeln im öffentlichen Dienst sind wesentlich großzügiger als in der Privatwirtschaft. So lange der Arbeitsplatz innerhalb der gleichen politischen Gemeinde bleibt, können Sie praktisch auf jede Stelle versetzt werden, die der bisherigen Gehaltsstufe entspricht.

Zitat (von TaperJeanGirl):
Gilt das auch, wenn ich andere Tätigkeiten aufgrund mangelnder Kenntnisse einfach nicht kann?

Dann müssen Sie halt entsprechend eingearbeitet werden.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38221 Beiträge, 13956x hilfreich)

Auch ohne Schwangerschaft/Elternzeit wäre auf der Basis des Arbeitsvertrages doch eine Versetzung/Umsetzung in Betracht gekommen. Sie ist Sachbearbeiterin; einen Bescheid zu erstellen, das ist kein Zauberwerk; glaub es mir mal. Und, wie der Arbeitgeber während Abwesenheit die Stelle besetzt, ob mit jemandem, der unbefristet eingestellt wird, jemandem, der befristet eingestellt wird, oder gar nicht, das ist allein seine Entscheidung. Klar, viele arbeiten auf eine bestimmte Beförderung hin. Das wird vom Arbeitgeber auch gerne gesehen, der Mitarbeiter ist motiviert, wird nicht rum zicken; aber einen Anspruch kann man aus dieser Job-Planung in der Regel nicht herleiten. Erst recht nicht, wenn unbestimmt auf eine Aktion in ferner Zukunft gerichtet ist. Auch hat da der Personalrat ja ein Mitentscheidungsrecht.

Es ist nun mal so, wird leider zu oft verdrängt, dass Änderungen im persönlichen Umfeld eben durchaus auch Einfluss auf die Planung der beruflichen Entwicklung haben können. Und das nicht nur beim Arbeitnehmer, sondern auch beim Arbeitgeber.

wirdwerden

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