Hi zusammen,
bin neu hier und mir auch gar nicht so sicher, ob das hier reinpasst.
Einleitung
Meine kleine Familie (Frau und 3-jähriges Kind) sind in 2021 in den Kreis Düren nähe Aachen gezogen.
In eine kleine, aber feine Reihenhaussiedlung. Dort haben wir ein Mittelreihenhaus bezogen (Eigentum) und waren damit auch erstmal so zufrieden. Kleiner Garten, vorab gesehene Nachbarn sahen nett aus und die Aussicht auf weitere nette zuziehende Familien (Neubaugebiet mit teilweise noch nicht bezogenen Reihenhäusern) war auch gegeben.
Meine Frau hat sich komplett um die Betreuung unseres Kindes gekümmert und ich bin Vollzeit arbeiten gegangen.
Wir haben uns erstmal nur auf unser kleines Eigenheim konzentriert und keine Nachbarschaft gepflegt (vermutlich ein Fehler). Das heißt, um Einrichtung kümmern, Garten pflegen und natürlich arbeiten gehen.
Für unseren kleinen, hatten wir bis Dato noch keinen Betreuungsplatz (Kita oder Tagespflege etc.), da es hier in der Umgebung mega schwer ist und wir ja zugezogen waren.
Die Nachbarschaft
Nach und nach hat sich die Nachbarschaft nun also mit Menschen gefüllt, bzw. Familien. Wir haben uns diesen jetzt nicht offensichtlich vorgestellt, aber durchaus immer nett gegrüßt, wenn man sich mal getroffen hat (vor der Tür, im Garten).
Unsere direkten Nachbarn waren uns erstmal sehr sympathisch, ich nenne sie mal Nachbar A und dann gab es einen weiter von denen noch Nachbar B, der am Bau der ganzen Häuser maßgeblich beteiligt ist/war und daneben im Eckreihenhaus Nachbar C, der als letztes zugezogen ist.
Mit Nachbar A (hat 2 Kinder) haben wir immer eine distanzierte, aber nett-grüßen Nachbarschafts-Pflege betrieben. Da andere Kultur und Kinder in anderem Alter.
Mit Nachbar B (hat 1 Kind), da ja noch ein Reihenhaus weiter weg, haben wir auch das nett-grüßen gewählt, da uns diese auch sehr sympathisch waren und wir uns sogar mal einen netten Kontakt mit ihm gewünscht hätten (Kinder haben ähnliches Alter und Temperament + nette Leute). Haben ihn beim Einzug kurz kennengelernt (war bei der Übergabe dabei, da er am Bau beteiligt war).
Nachbar C (hat keine Kinder) war uns von Anfang an unsympathisch! Zwar hat dieser Nachbar sich, nach seinem Einzug, selbstständig vorgestellt (bei uns geklingelt und Smalltalk betrieben). Jedoch hat er uns direkt durch die Küchen-Fenster geglotzt (da hatten wir noch keinen Sichtschutz) und direkt über Kinder gelästert, die in der Umgebung über Rasenflächen laufen. Das war uns sehr unsympathisch und man ist mit Smalltalk verblieben. Dennoch haben wir auch hier normal gegrüßt, wenn man sich mal getroffen hat (nicht zu verhindern).
Vorwort zum eigentlichen Problem
Wir haben durch jahrelange Selbstisolation (Corona und auch so nicht die kontakt-kompetentesten), ein bisschen den Draht zur Nachbarschafts-Pflege oder generell Beziehungspflege verloren. Wir wünschen uns natürlich immer gerne nette Kontakte/Nachbarn, da wir einsam sind, wissen aber nicht mehr so wirklich wie man das schafft.
Problembeschreibung
Auf jeden Fall haben wir bis Ostern 2022 unbedacht unser Leben geführt und das ganz normale Grüßen beibehalten. Nun gab es eines Nachmittags eine Situation, in der unser Kind mit dem Nachbarskind am Zaun (Doppelstabmattenzaun) im Garten gespielt hat. Unser Kind halt auf unserer Seite des Grundstücks und das andere halt von deren Seite. Sie haben sich einander Sachen rübergegeben und geärgert. Einmal habe ich gesehen, dass mein Sohn ein Spielzeug, das dem anderen Jungen gehört, nicht mehr rübergeben wollte und der andere Junge deswegen meckerte. Da habe ich mich eingeschaltet und unbedacht, meinem Sohn das Spielzeug aus der Hand gerissen um es dem anderen zu geben.
Natürlich hat mein Sohn deswegen einen Trotzanfall bekommen und es tat mir leid. Meine Frau fragte, was da los sei. Wir gingen rein, vergaßen aber die Terrassentür zu schließen. Daraufhin, führten wir eine Diskussion über die Lösung dieses Konflikts. Woraufhin meine Frau, in Rage, das Nachbarskind als initialen Auslöser darstellte (unbedacht und tat ihr danach auch leid). Das haben die Nachbarskinder wohl gehört und ihren Eltern erzählt. Daraufhin sind deren Kinder nicht mehr in den Garten gegangen, wenn meine Frau dort war.
Wir haben das aber Anfangs gar nicht so gemerkt. Jedenfalls gab es noch einige andere Situationen, in denen wir normale Ehestreitereien unbedacht auf der Terrasse oder zumindest mit offener Tür geführt haben und scheinbar belauscht wurden.
Am Osterabend, trafen sich einige Nachbarn beim Nachbar B (der Nachbar, den wir ja eigentlich so mögen) und unterhielten sich über uns (ja, auch für uns ist der Garten ja hellhörig...und wir saßen gerade draußen).
Im Gespräch wurde gesagt, dass meine Frau aggressiv wäre, gefährlich für Kinder und dass wir wohl massive Eheprobleme haben (welches Ehepaar streitet sich nicht alle paar Monate/Wochen mal, nur bekommt es nicht jeder mit). Scheinbar hatte also Nachbar A alles weitererzählt und sich über uns ausgekotzt, ohne das Gespräch vielleicht mal mit uns zu suchen. Manche in der Runde haben sich richtig aggressiv über uns ausgekotzt und auch bewertet, wie oft und in welcher weise man von uns gegrüßt wird...!
Die eine Frau (wir wussten bis Dato nicht mal, dass sie in der Nähe wohnt), meinte auch, dass sie uns auf der Straße gesehen hat und wir nicht gegrüßt hätten. Und wegen der Ehestreitereien wurde über meine Frau gesagt, dass sie mich sicher ausnutzt und wie einen Hund behandelt (kann ich nicht nachvollziehen, wir führen eine gute Ehe und ich fühle mich respektiert + wertgeschätzt). Über mein Kind sagten sie auch Sachen wie, er wäre zurückgeblieben (sprachlich, Kinderarzt sagt es wäre alles ok) und isoliert.
Auf jeden Fall wurde sich daran bösartig aufgehalten und wir wussten gar nicht, wie wir damit umgehen sollen. Sollten wir auf sie zugehen, sollten wir rechtlich vorgehen oder sollten wir es ignorieren...?
Es ging die folgenden Tage weiter, Nachbar B und Nachbar C sprachen offen im Garten darüber und machten es weiterhin zu einem Thema. Meine Frau litt sehr darunter und wollte sogar wegziehen, ich wollte das aber nicht wegen irgendwelchen unbekannten Nachbarn. Doch im Sinne des womöglich lebenslangen nebeneinander Wohnens musste ja eine Lösung gefunden werden.
Ich ging also in mich und probierte den sanften Weg, ich lud Nachbar A und B zum Essen bzw. Nachbarschafts-Pflege zu uns nach Hause ein (Nachbar C ist uns einfach zu unsympathisch) und wir zeigten uns von unserer besten Seite. Alles war sehr harmonisch, alle verstanden sich und bei Nachbar A waren wir danach auch nebenan zum Tee trinken (also haben wir nicht über die Geschehnisse gesprochen). Auch da, war alles ok...! Nach dem Treffen mit Nachbar B sagte er, dass er uns auch bald mal einlädt und die Kinder zusammenspielen können (kam bis heute nichts...).
Auf jeden Fall hatte das etwas geändert und die Gesprächsrichtungen änderten sich! Auf einmal sprang Nachbar B sogar für uns gegen andere Nachbarn ein und zeigte auf, dass wir nicht aggressiv, aber nett sind. Dazu aber halt auch sehr isoliert und scheu.
Nun wurde eine ganze Zeit lang wieder netter gegrüßt und die Kinder spielten wieder im Garten.
Jedoch halten sich die Nachbarn weiterhin von uns fern und wir haben etliche Gespräche gehört: in denen die Nachbarn sich einander erzählen, dass wir psychisch gestört wären, aber nett. Aber sie deswegen nichts mit uns zu tun haben wollen. Dazu hat Nachbar B einem unbekannten gesagt, dass wir ja nie rauskamen, damit die Kinder spielen können (Lüge und er hätte ja einfach klingeln können).
Der eigentliche Punkt
Eigentlich wollten wir eine schöne Nachbarschaft, Kontakte, Freunde und sind natürlich unbeholfen.
Das ist dennoch kein Grund, uns in der kompletten Nachbarschaft (56 Parteien) namentlich durch den Kakao zu ziehen und ggf. neuen Nachbarn (ziehen ja noch welche zu) damit zu beeinflussen. Wäre jetzt nicht Wirtschaftskrieg und diese starke Inflation, hätten wir das Haus jetzt verkauft...wir fühlen uns da nicht mehr wohl. Aber es ist aktuell nicht schlau/wirtschaftlich/finanziell möglich das zu realisieren.
Ergibt es Sinn, hier rechtlich gegen etwaige Nachbarn vorzugehen? Wegen übler Nachrede oder Rufmord?
Oder sollte man doch noch mal auf die Nachbarn zugehen und es in einem direkten Dialog versuchen zu klären (wenn auch der Schaden ja bereits angerichtet ist...). Am meisten Angst/Wut macht uns das Ganze, weil unser Kind dadurch auch ausgegrenzt wird und wir keine Monster sind.
Ich danke für eure Meinung
-- Editiert von User am 14. Oktober 2022 12:18
Die netten Nachbarn...
14. Oktober 2022
Thema abonnieren
Frage vom 14. Oktober 2022 | 12:17
Von
Status: Frischling (1 Beiträge, 0x hilfreich)
Die netten Nachbarn...
#1
Antwort vom 14. Oktober 2022 | 12:57
Von
Status: Master (4404 Beiträge, 731x hilfreich)
Zitat :Ergibt es Sinn, hier rechtlich gegen etwaige Nachbarn vorzugehen? Wegen übler Nachrede oder Rufmord?
Was wollen sie? Eine Verbesserung der Nachbarschaft oder eine Verschlechterung? Sie schrieben doch selber, dass Nachbarn ihre Streitigkeiten hörten? Somit weder üble Nachrede noch Rufmord. Eine Anzeige dürfte eingestellt werden und ihr Verhältnis zu den Nachbarn weiter verschlechtern.
Geben sie sich ganz normal, lassen das Kind in den Garten, dann spielen Kinder ganz einfach miteinander.
Zitat :Woraufhin meine Frau, in Rage, das Nachbarskind als initialen Auslöser darstellte (unbedacht und tat ihr danach auch leid). Das haben die Nachbarskinder wohl gehört und ihren Eltern erzählt.
Wie kann man in Rage gelangen, nur weil Kinder sich streiten, raushalten wäre sinnvoller gewesen.
Oder darf ich mir ihre Frau als Helikopter Mutter vorstellen?
Warum lässt man in einem Reihenmittelhaus die Terrassentüre auf, wenn man streitet?
Wenn sie meinen an jeder Ecke zu hören, dass über sie geredet wird, ist das nicht nachvollziehbar oder weichen Sie Verhaltens mäßig tatsächlich so ab?
Ein Umzug würde nichts ändern, da könnten die gleichen Probleme auftauchen.
Zitat :Wir haben durch jahrelange Selbstisolation (Corona und auch so nicht die kontakt-kompetentesten), ein bisschen den Draht zur Nachbarschafts-Pflege oder generell Beziehungspflege verloren. Wir wünschen uns natürlich immer gerne nette Kontakte/Nachbarn, da wir einsam sind, wissen aber nicht mehr so wirklich wie man das schafft.
Sie haben den Anschluss in dieser Siedlung verpasst. Alle mussten wg. Corona aufpassen und die Verbote einhalten, trotzdem gab Treffen oder man unterhielt sich am Gartenzaum.
Ihr Kind ist 3 Jahre alt, eine Kita wird es in der Nähe geben, wo ebenfalls Kinder aus der Siedlung hingehen. Findet ihr Kind über die Kita Kontakt, dann fällt es ihnen vielleicht auch leichter sich mit anderen Eltern zu unterhalten.
Es müssen nicht immer die direkten Nachbarn sein.
Freundlich sein, sich mal unterhalten die Nachbarn bei Streitigkeiten nicht mehr dran teilnehmen lassen, dann kann es funktionieren.
Über Kinder kommt man eigentlich immer in Kontakt, versuchen sie es mal.
Wünsche ihnen dazu alles Gute.
#2
Antwort vom 14. Oktober 2022 | 12:58
Von
Status: Unbeschreiblich (40343 Beiträge, 6567x hilfreich)
mE ergibt das keinen Sinn, sehr wahrscheinlich sogar das Gegenteil der angestrebten Verbesserung.Zitat :Ergibt es Sinn,
Noch unsicher oder nicht ganz Ihr Thema?
Auf Frag-einen-Anwalt.de antwortet Ihnen ein Rechtsanwalt innerhalb von 2 Stunden. Sie bestimmen den Preis.
Jetzt zum Thema "Nachbarschaftsrecht" einen Anwalt fragen
Auf Frag-einen-Anwalt.de antwortet Ihnen ein Rechtsanwalt innerhalb von 2 Stunden. Sie bestimmen den Preis.
#3
Antwort vom 14. Oktober 2022 | 13:55
Von
Status: Legende (18145 Beiträge, 6068x hilfreich)
Meine Meinung: Bitte keine Helikopter- oder sogar Rasenmähereltern werden und einfach normal Leben. Sich verstellen um mit Nachbarn gut klar zu kommen ist kein guter Weg. Entweder man wird so akzeptiert wie man ist oder halt nicht. Nicht jeder muss jedem sympatisch sein und erzwingen lässt sich schon gar nichts.Zitat :Ich danke für eure Meinung
#4
Antwort vom 14. Oktober 2022 | 15:54
Von
Status: Legende (19177 Beiträge, 10324x hilfreich)
Zitat:Ergibt es Sinn, hier rechtlich gegen etwaige Nachbarn vorzugehen? Wegen übler Nachrede oder Rufmord?
Nein - nicht nur weil es unsinnig ist (wurde ja schon gesagt), sondern auch weil das alles viel zu unkonkret und viel zu allgemein ist, um darauf rechtliche Schritte aufbauen zu können. Das ist halt typisches Gerede in der Nachbarschaft - juristisch ist das wie Wackelpudding an die Wand zu nageln. Das wird nichts und da kommt nichts bei raus (außer Kosten).
Ansonsten sollten Sie auf Ihr Kind setzten. Die meisten Kontakte ergeben sich über Kinder - da spreche ich aus Erfahrung. Bald kommt das Kind in eine Kita, wo es Kontakt zu anderen Kindern hat - da ergeben sich automatisch auch Kontakte zu anderen Eltern mit gleichaltrigen Kindern. Mit drei Jahren, wäre es vielleicht auch an der Zeit für Mitter/Kind-Turnen oder andere Vereins(sport)angebote für Kleinkinder. Sie müssen sehen, dass Ihr Kind nicht in eine Einzelgängerrolle reinwächst.
#5
Antwort vom 14. Oktober 2022 | 19:10
Von
Status: Schüler (263 Beiträge, 31x hilfreich)
Sie nehmen sich das Gequatsche der Nachbarn viel zu sehr zu Herzen. Lauschen Sie nicht, ob "mal wieder" etwas über Sie erzählt wird, verhalten Sie sich einfach, wie Sie sind. Wie oben geschrieben, mit "rechtlich" machen Sie es nur viel schlimmer, dann kämpfen Sie gegen Windmühlen. Entspannung ist das Motto!
#6
Antwort vom 15. Oktober 2022 | 01:23
Von
Status: Unbeschreiblich (129951 Beiträge, 41443x hilfreich)
Die "ehrenwerten" Nachbarn einfach ignorieren...
Und jetzt?
Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon
303.643
Beratungen
Anwalt online fragen
Ab
30
€
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
- Keine Terminabsprache
- Antwort vom Anwalt
- Rückfragen möglich
- Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
- Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
- mit Empfehlung
- Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.
Ähnliche Themen
-
1 Antworten
-
4 Antworten
-
3 Antworten
-
3 Antworten
-
6 Antworten