Verkäufer verweigert Lieferung (eBay)

4. Oktober 2004 Thema abonnieren
 Von 
Oliver555
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Verkäufer verweigert Lieferung (eBay)

Hallo,
ich habe bei eBay ein Rennrad ersteigert. Artikelnr: 5122374205
Habe mehrere eMails geschickt und erst nach einer schriftlichen aufforderung mit Androhung einer Polizeianzeige telefonisch Antwort erhalten (ich denke der Kaufbetrag war zu niedrig):

Der Artikel sei für einen Bekannten eingestellt worden und dieser habe es inzwischen privat verkauft. Also sei es nicht möglich den Vertrag zu erfüllen.

Fragen:
1. In welcher Höhe kann ich Schadensersatz verlangen (Differenz Auktionsbetrag-Zeit/Wiederbeschaffungswert? Wie ermittel ich diesen Wert bei 1899DM Neupreis und 4 Jahren Alter?) ?
2. Welche Schritte solte ich dazu einleiten? Erst Anwalt (kein Rechtschutz) oder Polizei?

Ich bedanke mich für jede konstuktive Antwort!

Problem bei eBay und Co?

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mendorff
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 2x hilfreich)

Setzten Sie ihm eine Frist über die Höhe des Schadenserstzes würde ich mit einem Anwalt verhandeln. Versuchen sie ihn doch mal anzurufen, wirkt manchmal auch Wunder, habe ich selber schon erlebt und weisen Sie ihn auf die Konsequenzen hin.

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#2
 Von 
jpj61
Status:
Schüler
(246 Beiträge, 48x hilfreich)

In jedem Fall zuerst Mitteilung an Ebay und schaun was die erreichen. Das reicht oftmals schon.

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#3
 Von 
Snuggles
Status:
Praktikant
(905 Beiträge, 252x hilfreich)

Ganz unten in der Auktion:

"...Der Bundesgerichtshof (BHG) hat entschieden: Rechtsverbindliche Kaufverträge können auch in einer Internet-Aukion "per Mausklick erfolgen". Für Sie bedeutet dies, dass auch Sie sich unwiderruflich verpflichten, die ersteigerte Ware zu dem von Ihnen hier gebotenen Auktionspreis abzunehmen! ..."


Macht Sinn... ;)

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#4
 Von 
jpj61
Status:
Schüler
(246 Beiträge, 48x hilfreich)

Der letzte Satz des Verkäufers ist wirklich witzig: "Spaßbieter bekommen viel Spaß mit mir".
Frag ihn doch mal wie es mit SpaßANbietern ist.

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#5
 Von 
jpj61
Status:
Schüler
(246 Beiträge, 48x hilfreich)

Der letzte Satz des Verkäufers ist wirklich witzig: "Spaßbieter bekommen viel Spaß mit mir".
Frag ihn doch mal wie es mit SpaßANbietern ist.

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#6
 Von 
guest-12313.03.2009 22:08:05
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 22x hilfreich)

Zum Thema Schadenersatz kann ich soviel sagen: Es wird nur der Schaden ersetzt, der wirklich aufgetreten ist. In diesem Fall ist der Schaden schwer auszumachen.
Den Differenzbetrag Auktion - Wiederbeschaffungswert kann man nicht verlangen.
Da man selbst für den Gegenstand nichts bezahlt hat, gibt es auch den Wert des Gegenstandes nicht ersetzt.
Schaden wäre in diesem Falle evtl. die Internetgebühr, die man für die Auktion gezahlt hat (10 min * 1,49 Cent = 14,90 Cent).
Vielleicht lief ja zur gleichen Zeit eine andere Auktion aus, die man hätte abschließen können, mit demselben Fahrrad. Aber auch dann gibt es nix, es sei denn man hätte sich dieses für einen höheren Betrag gekauft. Dann hätte man Anspruch auf den Differenzbetrag.
Die Chancen vor Gericht: stehen schlecht!
Weist der Verkäufer nach, dass das Ding nicht mehr lieferbar ist (bsplw. kaputt) , dann ist pech.
Von daher: ich würde das ganze auf sich beruhen lassen.
Drohen mit Anwalt etc. bringt nicht viel. Man sitzt dann meist selbst auf den Kosten. Es ist scheinbar dem VK unmöglich, dieses Fahrrad (Stückschuld) zu liefern. Das kann man schonmal nicht einklagen. Schadenersatzforderungen sind so niedrig, das das Gericht nicht einmal über diesen Fall tagen wird.
Es macht zwar den Anschein, dass die 218 € dem Typen zu wenig sind, allerdings kann man ihm das nicht nachweisen.
Der Zeitwert für dieses Bike dürfte so um die 250 € liegen, wobei mir der Neuwert den er angibt zu hoch erscheint. Man bekommt ähnliche Fahrräder neu für 599€ Trek 1000.

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#7
 Von 
sturmfrisur
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 12x hilfreich)

Ich kann mir schon denken, wieso der VK nicht liefert. Hat er doch das selbe Fahrrad am 1. August 2004 um EUR 445,44 gekauft. Das ergibt ja immerhin eine Differenz von EUR 227,44.

Ob der VK das Fahrrad in Kürze noch einmal anbieten wird, in der Hoffnung einen höheren Preis zu erzielen?

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#8
 Von 
guest-12323.10.2009 16:44:27
Status:
Schüler
(182 Beiträge, 17x hilfreich)

Sollte es so einfach sein sich vor dem Verkauf zu drücken?

Hat hier der Verkäufer nicht schuldhaft gehandelt?
Wenn das Fahrrad vor Auktionsende verkauft wurde hätter er doch die Auktion abbrechen müssen. Das Fahrrad nach der Auktion zu verkaufen, obwohl es durch diese schon verkauft war, ist doch mit Sicherheit auch gegen irgendwelche Gesetze, oder?

Es kann doch nicht sein, das man sich mit solchen hahnebüchenden Ausreden aus der Verantwortung ziehen kann.

Man sollte den Verkäufer echt im Auge behalten ob nicht in ein oder zwei Wochen wieder ein Rad in seinen Auktionen auftaucht.

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#9
 Von 
psst
Status:
Lehrling
(1576 Beiträge, 173x hilfreich)

"Vielleicht lief ja zur gleichen Zeit eine andere Auktion aus, die man hätte abschließen können, mit demselben Fahrrad. Aber auch dann gibt es nix, es sei denn man hätte sich dieses für einen höheren Betrag gekauft. Dann hätte man Anspruch auf den Differenzbetrag."

Das ist die Begründung für einen Vermögensschaden - eben die Mehrkosten für den Kauf eines adäquaten Ersatzes .

Nur liegt der Vermögensschaden bereits vorher vor , indem der Verkäufer die Lieferung des Vermögenszuwachses in Form des gekauften Fahrrads verweigert .

Die Schlußfolgerung :
"Den Differenzbetrag Auktion - Wiederbeschaffungswert kann man nicht verlangen."
ist also falsch.

Auch ohne Ersatzkauf steht dem Käufer der Differenzbetrag zum Marktwert zu . Dabei sind eBay-Preise in aller Regel keine Marktpreise , auch wenn einige immer gern etwas anderes behaupten.

"Weist der Verkäufer nach, dass das Ding nicht mehr lieferbar ist (bsplw. kaputt) , dann ist pech."

Ist leider auch falsch . Bis zur Übergabe trägt der Verkäufer die volle Verantwortung für den Artikel .

Das heißt bei einem möglichen Untergang bleibt er trotzdem in aller Regel schadensersatzpflichtig , bzw. trifft Ihn die Beweislast für das Vorliegen höherer Gewalt und dem gleichzeitigen Nachkommen der geforderten Sorgfalt.

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#10
 Von 
Klagdichreich
Status:
Bachelor
(3126 Beiträge, 483x hilfreich)

Ich bin auch psst´s Meinung. Du hast sehr wohl Anspruch auf Lieferung eines gleichwertigen Artikels oder kannst Dir diesen selbst kaufen und den Betrag erstatten lassen.
Und die Anwaltskosten müsste letztlich auch der Verkäufer tragen, wenn Du im Recht bist (was so gut wie sicher ist). Also laß Dich hier nicht einschüchtern.

-----------------
"Wer sündigt, schläft nicht!"

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12313.03.2009 22:08:05
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 22x hilfreich)

Sorry, wenn es so klingt, als ob ich hier jemandem den Mut nehmen möchte.
Ich habe leider bei E-Bay eine ähnliche Erfahrung gemacht (habe ein Notebook ersteigert und nicht bekommen) und das was ich oben beschrieben habe, kam im Endeffekt dabei heraus.
Natürlich übernimmt der Gegner dann die Kosten für den eigenen Anwalt. Was aber wenn der nicht zahlen kann? Dann muss man erstmal selbst dafür aufkommen und dann von dem Anderen fordern (das kann dauern bis da was passiert.
Es ist natürlich ärgerlich, was da passiert ist und ich kann auch die Enttäuschung verstehen aber man ärgert sich hinterher viel mehr über den ganzen HeckMeck, den man da anzettelt (Zeit, Geld etc. investiert und nichts kommt dabei heraus). Das Fahrrad wird es auch mit einem Titel wahrscheinlich nicht geben, wenn der VK es nicht herausrückt.
Ich würde dem eine schlechte Bewertung geben, den Käuferschutz bei E-Bay kontaktieren (das wirkt meist Wunder) und ist effektiver als Klagen auf Kosten, die noch nicht definiert sind.
So ein Rechtsstreit kann mal schön in die Hunderter gehen und wenn der Gegenpart nicht zahlen kann (z.B. Alo, Sozialhilfeempfänger, Schüler, Student), dann steht man da. Und ob es das Wert ist?
Man kann es erst einmal mit Drohungen probieren, am Besten noch die Rechtsgrundlagen nennen etc. Vielleicht springt er dann von sich aus an und rückt das Teil raus. Bis aufs Äußerste würde ICH nicht mehr gehen.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Klagdichreich
Status:
Bachelor
(3126 Beiträge, 483x hilfreich)

Da ist natürlich was dran. Aber leider spekulieren eben viele schwarze Schafe genau darauf. Und wenn da nicht ab und zu mal der böse Wolf zeigt, wos langgeht...

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"Wer sündigt, schläft nicht!"

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1712x hilfreich)

Es gibt ja durchaus Möglichkeiten, vorab zu prüfen, wie die Gegenseite finanziell steht - Beruf, ob schon mal eine EV abgegeben wurde etc. Anwälte haben da oft gute Kontakte ;) .

Mein Freund hat ja - wie einigen hier schon bekannt - auch mal in so einem Fall geklagt, da hat er (resp. sein Anwalt) sich auch zunächst vergewissert, daß die Gegenseite dank großem Haus und dickem Benz auch durchaus zahlungsfähig ist. :)

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