Schaden an Leasingfahrzeug durch unversicherten, minderjährigen Radfahrer (16)

6. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
silverbird2k
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Schaden an Leasingfahrzeug durch unversicherten, minderjährigen Radfahrer (16)

Guten Morgen.
Eines vorab: Ich werde mir wegen dem Fall, den ich gleich schildern werde, in der kommenden Woche einen Anwalt nehmen, der meine Interessen vertritt. Für mich ist die Situation nicht überschaubar und da es schlussendlich um eine - für mich zumindest - nicht geringe Summe und viel potenziellen Stress geht, ist dies wohl die beste Wahl. Aber mich würde interessieren, wie ihr die Sache einschätzt:

Mir ist in meinen geleasten PKW ein minderjähriger Radfahrer (16) geknallt. Das Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt ordnungsgemäß innerorts am Fahrbahnrand geparkt. Der Unfall ereignete sich tagsüber und der Radfahrer wohl abgelenkt und war nicht aufmerksam, in welche Richtung er fährt. Ob ein Smartphone dabei eine Rolle spielte ist reine Spekukation - ich war zu dem Zeitpunkt nicht vor Ort und es gibt auch ansonsten keine Zeugen. Der junge Mann hat sich selbst leicht verletzt, den Unfall selbst gemeldet und die Schuld gegenüber der Polizei eingeräumt. Ich will ihm auch nichts "böses", immerhin war er so ehrlich und ist nicht einfach abgehauen.

Jetzt stellte sich jedoch heraus, dass weder er noch seine Eltern eine Haftpflichtversicherung besitzen. Der Schaden am PKW ist leider hoch, wurde aber bisher noch nicht gutachterlich festgestellt. Auf Grund der Schäden (Beulen im Kofferraumdeckel, defektes Rücklicht, defekte Rückfahrkamera, defekter Heckscheibenwischer, Beule im Dach, diverse Lackschäden) dürfte es sich mindestens um einen mittleren vierstelligen Betrag handeln.

Ein erstes Gespräch mit meiner Vollkasko lässt sich soweit zusammenfassen, dass diese der Meinung ist, dass ich den Schaden vorab regulieren müsse (sprich die Reparatur auslegen) und mich dann an den jungen Fahrradfahrer zwecks Regulierung wenden müsse.

Dies würde schlussendlich auch bedeuten, dass ich auf dem Schäden komplett sitzen bleiben würde und den noch zu erwartenden Forderungen der Leasinggesellschaft (Wertverlust weil Unfallwagen usw).

Ist dies tatsächlich so?

Grüße aus dem Norden
Stefan

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2217 Beiträge, 343x hilfreich)

Das dürfte so korrekt sein.

Man wird rein formell von dem Jugendlichen den gesamten Schaden, einschließlich Wertverlust und Nutzungsausfall einfordern müssen.

Dass man dem Jugendlichen nicht mit Schulkden in sein beginnendes Erwachsenenleben verbauen will ist keine juristische sondern eine ethische Entscheidung (eine noble ürigens).

Da der Unfallverursacher ermittltelt und geständig ist, dürfte die Vollkaskoversicherung wohl entweder komplett raus sein oder sie wird leisten, Selbstbeteiligung kassieren,. hochstufen und sich selbst versuchen beim Unfallverursacher schadlos zu halten (und übernimmt als Versicherungsleistung letztendlich das Risiko des Zahlungsausfalls des Schädigers), aber das kommt auf die konkreten Versicherungsbedingungen an.

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#2
 Von 
silverbird2k
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Das dürfte so korrekt sein.

Man wird rein formell von dem Jugendlichen den gesamten Schaden, einschließlich Wertverlust und Nutzungsausfall einfordern müssen.


Danke für deine Antwort. Dann sollte ich es mir nochmal gut überlegen, ob ein Anwalt überhaupt Sinn macht oder ob es weitere Geldversenkung ist und ich besser für die Forderungen spare, die da auf mich zukommen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16794 Beiträge, 5860x hilfreich)

Zitat (von silverbird2k):
Dann sollte ich es mir nochmal gut überlegen, ob ein Anwalt überhaupt Sinn macht....

Nicht wirklich. Der Schädiger ist geständig. Was möchte man denn noch mehr erreichen? Du wirst den Reparaturbetrag auslegen müssen und diesen dann vom Schädiger zurückfordern. Einen Anwalt kann man, muss man aber dazu nicht haben.

Signatur:

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118491 Beiträge, 39579x hilfreich)

Zitat (von silverbird2k):
Ist dies tatsächlich so?

Da hat es sich als überaus zweckmäßig erwiesen, wenn man die uns unbekannten vertraglichen Vereinbarungen / betreffenden Klauseln / Absprachen / Satzungen etc. liest, denn da pflegen solche Details wie Versicherungsumfang und Leistungen regelmäßig drin zu stehen.

Kennt man diese, kann man sinnvoll weiterdiskutieren.

Bei Unklarheiten gerne wieder hier melden, den vollständigen Wortlaut der relevanten Stellen posten, dann können wir zielführend dazu diskutieren.



Zitat (von -Laie-):
Was möchte man denn noch mehr erreichen?

Ich hab mal die Glaskugel gerubbelt ... vermutlich will er nicht auf dem Schaden sitzen bleiben ...



Zitat (von Kalanndok):
sie wird leisten, Selbstbeteiligung kassieren,. hochstufen und sich selbst versuchen beim Unfallverursacher schadlos zu halten

Was alle meine Vollkaskos ausnahmslos so machen. Wobei das Hochstufen dank "Rabattretter" erst ebiom 2. Fall erfolgen würde.
So eine 98% Vollkasko würde ich nie abschließen wollen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47223 Beiträge, 16730x hilfreich)

Zitat (von silverbird2k):
Da der Unfallverursacher ermittltelt und geständig ist, dürfte die Vollkaskoversicherung wohl entweder komplett raus sein


Die Vollkasko wird am Ende eintreten müssen und es wird das Problem der Vollkasko sein, wie sie das Geld vom Jugendlichen zurück erhält.

Alle mir bekannten Versicherungen haben Klauseln, die vergleichbar sind zu A 2.2.2. der AKB des GDV.
https://www.gdv.de/resource/blob/6178/f9007a429b57b1ca33dae1c8d84ca9f9/01-allgemeine-bedingungen-fuer-die-kfz-versicherung-akb-2015--data.pdf

Danach muss die Vollkasko auch dann eintreten, wenn der Unfall fremdverschuldet ist, sofern der Versicherungsnehmer das wünscht.

Sicherheitshalber kann man in den eigenen Versicherungsbedingungen aber nochmal prüfen, ob darin eine identische oder vergleichbare Klausel enthalten ist.

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#6
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2217 Beiträge, 343x hilfreich)

Zitat (von hh):
Danach muss die Vollkasko auch dann eintreten, wenn der Unfall fremdverschuldet ist, sofern der Versicherungsnehmer das wünscht.


Das Problem dabei ist, dass man damit dann potenziell dem Jugendlichen die Forderung in einer Form aufdrückt, bei der man ihn nicht verschonen kann. Für die Versicherung ist die Regressforderung an den Verursacher nämlich keine moralische Entscheidung sondern einfach nur stark automatisiertes Tagesgeschäft.

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