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Versteckte Mängel nach Hauskauf - Recht auf Instandsetzung?

6.5.2019 Thema abonnieren
 Von 
go514615-61
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Versteckte Mängel nach Hauskauf - Recht auf Instandsetzung?

Wir haben vor kurzem ein altes, saniertes Bauernhaus gekauft.

Es gab offensichtliche Mängel (Schimmel durch Wasser und fehlende Lüftung).
Das Haus wurde 2014/15 saniert und stand wohl bis jetzt leer.

Erst nach dem Kauf und unserem Beginn, die Mängel aus Herz und Nieren zu prüfen, fanden wir wohl größere Baumängel, die sich hinter den Trockenbauwänden befinden. D.h. sie waren zum Zeitpunkt der Besichtigung und des Kaufs nicht offensichtlich.

Was uns jetzt von mehreren Fachhandwerker gesagt wurde ist:
Dass das Dach nicht ordnungsgemäß gedämmt wurde und ein deutscher Dachdecker oder Zimmermann so nicht arbeiten dürfe.
Konkret wurde die Dampfsperre und Dämmung nicht fachgerecht angebracht und die Fenster blieben komplett ungedämmt.

Die Arbeiten wurden von polnischen Handwerker verrichtet, Bauherr war auch Pole.

Jetzt stellt sich uns die Frage, ob wir hier eine Handhabe haben und die Mängel auf Kosten des Vorbesitzers korrigieren lassen können.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7356 Beiträge, 1319x hilfreich)

Zitat (von go514615-61):
Jetzt stellt sich uns die Frage, ob wir hier eine Handhabe haben und die Mängel auf Kosten des Vorbesitzers korrigieren lassen können.
Ob es ein Pole oder Tasmanier war, dürfte nicht relevant sein. Das Haus steht in Deutschland ?
Zitat (von go514615-61):
Erst nach dem Kauf und unserem Beginn, die Mängel aus Herz und Nieren zu prüfen,
Warum hat man das vorher nicht gemacht? Das Haus war ja unbewohnt und hätte durchaus wegen des langen Leerstandes und der offensichtlichen Schimmel-Schäden mal genauer untersucht werden können. Sogar auch schon mit Fachleuten.

Viel wichtiger als irgendwelche grauenhafte Funde hinter GK-Wänden oder im Dach--- Was steht im Kaufvertrag? Was und wie habt ihr gekauft?

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#2
 Von 
go514615-61
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Korrekt, wer es gebaut hat, spielt keine Rolle aber ja, das Haus steht in Deutschland.

Korrekt ist auch, dass das alles gemacht hätte werden können. Wir hatten uns da auf die verwandten Handwerker vom Fach verlassen. Externe wie auch Verwandte sagen jetzt, nachdem man hinter den GK schauen kann, dass es nicht nach Vorschrift gemacht wurde.

Gekauft wie es "steht und liegt". Ohne zusätzliche Vermerkungen bzgl des Zustandes.

Die Verunsicherung ist groß, weil jeder Experte sein will und es nervt einfach, dass jeder den Zustand bemängelt und Schuld von A nach B schiebt. Vor allem ist hier jeder Handwerker Hobby-Rechtsexperte.

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#3
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7356 Beiträge, 1319x hilfreich)

Zitat (von go514615-61):
Was uns jetzt von mehreren Fachhandwerker gesagt wurde ist:
Fachhandwerker können das gern sagen. Wahrscheinlich haben sie sogar Recht.
Zitat (von go514615-61):
dass es nicht nach Vorschrift gemacht wurde.
Das allein muss aber kein zu beseitigender Mangel sein. Könnte hinnehmbar sein.

Zitat (von go514615-61):
Konkret wurde die Dampfsperre und Dämmung nicht fachgerecht angebracht und die Fenster blieben komplett ungedämmt.
Um die Dachfenster herum?
ICH--- würde einen nicht mit mir verwandten Fachhandwerker besonders im DG nach der Ausführung schauen lassen.
ICH--- würde diesen Pfusch im DG beseitigen lassen. Auf meine Kosten. Das wäre es mir auf Dauer wert.
ICH---würde gerade dort nichts nachbessern lassen. Sondern raus und fachgerecht rein.

Das Haus wurde gekauft, wie es steht und liegt und zu sehen und zu prüfen war.

Selbstverständlich kann man trotzdem versuchen, deshalb den Verkäufer anzugehen.
ICH halte diesen Aufwand für erfolglos.

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#4
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7108 Beiträge, 1513x hilfreich)

Grundsätzlich sind in den Notarverträgen Sachmängelhaftungen ausgeschlossen. Die einzige Chance wäre die, wenn man nachweisen kann, dass der Verkäufer davon wusste und es arglistig verschweigen hat.

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#5
 Von 
go514615-61
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Michael32):
Grundsätzlich sind in den Notarverträgen Sachmängelhaftungen ausgeschlossen. Die einzige Chance wäre die, wenn man nachweisen kann, dass der Verkäufer davon wusste und es arglistig verschweigen hat.

Und das ist letztendlich die Frage, die ich mir stelle. Muss er das als Bauherr nicht wissen?!

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#6
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7354 Beiträge, 3237x hilfreich)

Du schreibst:

Zitat:
Es gab offensichtliche Mängel (Schimmel durch Wasser und fehlende Lüftung).

Also waren diese Mängel augenscheinlich und der VK hat nicht unbedingt etwas verschwiegen!

Zitat:

Erst nach dem Kauf und unserem Beginn, die Mängel aus Herz und Nieren zu prüfen, fanden wir wohl größere Baumängel, die sich hinter den Trockenbauwänden befinden. D.h. sie waren zum Zeitpunkt der Besichtigung und des Kaufs nicht offensichtlich.

Den Zustand hinter den Wänden hätte der VK also auch nur dann erkennen können, wenn er sie aufgerissen hätte. Also war ein Mangel offensichtlich, nur dessen Tragweite nicht. Auch der bekannte Leerstand hat seines dazu getan (fehlendes Heizen, fehlende Lüftung evtl).

Ein Bauherr muss nicht erkennen, ob die Handwerker ordnungsgemäß arbeiten. Dazu müsste er Fachmann sein.

-- Editiert von HeHe am 06.05.2019 13:22

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#7
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7356 Beiträge, 1319x hilfreich)

Zitat (von go514615-61):
Muss er das als Bauherr nicht wissen?!
NÖ. Er ist wahrscheinlich Verkäufer und auch Bauherr. Fachmann muss er nicht auch noch gewesen sein. Wichtig für dich ist nur, was ein Verkäufer dir verkauft.
Weder ein Verkäufer noch ein Bauherr muss wissen, ob das, was man ihm dort hingepfuscht hat oder was er selbst hingepfuscht hat, fachgerecht und mangelfrei ist. Er geht davon aus, alles sei in Ordnung (oder verkloppt die Hütte schnellstmöglich). Was nicht geklappt hat. Deshalb stand sie lange leer.

Kein Verkäufer kann auf mögliche Mängel hinweisen, wenn er sie nicht kennt.
Bauherr aus Polen: Er hat leider sein Bauernhaus nach seinen Kenntnissen saniert/sanieren lassen. Weder Bauherr noch polnische Handwerker hatten wohl Kenntnis von deutschen Vorschriften. Mussten sie nicht. Nicht bei diesem Bauherrn. Leider kommt das gar nicht selten vor.
Was ihr aber als Käufer/Kaufinteressenten gesehen habt (Schimmel durch Wasser und fehlende Lüftung) hat euch der Verkäufer nicht verschwiegen. DAS hat euch nicht stutzig gemacht.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(70638 Beiträge, 32288x hilfreich)

Der Bauherr ist nicht verpflichtet die Arbeiten der Handwerker zu kontrollieren. Die meisten können es mangels entsprechender Kompetenz auch gar nicht.

Wenn man er die Wände öffnen musste um die Mangel zu finden, müsste man nicht nur beweisen, das der Bauherr die Wände vor Verschluss hätte sehen müssen, sondern auch das er die Mängel hätte erkennen müssen.

Nicht unmöglich, aber sehr schwer ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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