Handwerker bestellt - wer zahlt?

15. März 2017 Thema abonnieren
 Von 
Janine04
Status:
Beginner
(71 Beiträge, 9x hilfreich)
Handwerker bestellt - wer zahlt?

Hallo,

würde gerne die Meinung der anderen hören, wie sie das sehen:


Mieter hat ein Problem mit dem Wasserhahn in der Küche - der Schlauch hat wohl einen Riss. Sobald das Wasser aufgemacht wird, tröpfelt/läuft es aus dem Riss. Der Mieter informiert den Vermieter nicht wirklich - er versucht EINMALIG den Vermieter telefonisch zu erreichen (später Nachmittag/früher Abend), spricht nicht auf Anrufbeantworter.
Dass und wie oft er es versucht hat (nämlich dieses 1 x) kommt erst raus, als man beim Telefonanbieter die Verbindungen kontrolliert....
Jedenfalls: 20 Minuten später informiert er den Handwerker. Dieser kommt am darauffolgenden Tag um die Mittagszeit. Der Mieter hat NICHT nochmals versucht, den Vermieter zu erreichen.

Rechnung wird an Vermieter geschickt, soll zahlen.

Nach Ablehnung (divers. Gründe: Mangel nicht angezeigt,Kleinreparaturklausel, Handwerker eigenmächtig bestellt) soll Vermieter wenigstens anteilig zahlen.....???

Der Monteuer hat auch 2 Sachen auf einmal erledigt. Einmal den Riss, dann noch den Wasserhahn. Laut Mieter wäre der Wasserhahn "sowieso demnächst defekt" gewesen, weil verkalkt und deshalb hat der Wasserdruck nicht mehr gepasst - hat ihn also gleich mittauschen lassen.

Wie seht ihr das? Wer zahlt? Ein Notfall war´s ja wohl nicht - hat auch der Monteur bestätigt....


Dann noch eine generelle Frage:
habe gelesen, dass es da wohl einen Unterschied gibt.
Wenn jedes Gerät eine eigene Reparatur verursacht, also z. B. 2 Sachen = 2 Aufträge = 2 Kleinreparaturen......
Aber wenn der Handwerker eine komplette Rechnung darüber macht, weil er alles in einem Aufwasch macht:
wie soll man da Arbeitszeit aufteilen und Anfahrt???

Wie gesagt, würde gerne mal eure Meinung dazu hören.

Janine04












-- Editier von Janine04 am 15.03.2017 15:10

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Zitat (von Janine04):
Wie seht ihr das? Wer zahlt?
Derjenige der den Handwerker bestellt hat.



Zitat (von Janine04):
Dass und wie oft er es versucht hat (nämlich dieses 1 x) kommt erst raus, als man beim Telefonanbieter die Verbindungen kontrolliert....
Das ist Quatsch. Der Telefonanbieter kann gar nicht nachvollziehen wie oft jemand versucht hat anzurufen! Der Telefonanbieter kann nur die Zustande gekommenen Verbindungen nachweisen. In diesem einen Fall ist also wohl der AB angesprungen. Wie oft vorher oder nachher versucht wurde anzurufen kann man nur im Speicher des Telefons erkennen (falls vorhanden).

-- Editiert von -Laie- am 15.03.2017 16:34

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#2
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

Zitat (von Janine04):
Der Monteuer hat auch 2 Sachen auf einmal erledigt. Einmal den Riss, dann noch den Wasserhahn. Laut Mieter wäre der Wasserhahn "sowieso demnächst defekt" gewesen, weil verkalkt und deshalb hat der Wasserdruck nicht mehr gepasst - hat ihn also gleich mittauschen lassen.

Beim Wasserhahn kratzt man in der Regel den Kalk weg und gut ist.
Zitat (von Janine04):
Wie seht ihr das? Wer zahlt?

Der Mieter, er hat den Auftrag erteilt, den Mangel hätte er zum einen erst mal nachweislich melden dem VM melden müssen.
Zitat (von Janine04):
Wenn jedes Gerät eine eigene Reparatur verursacht, also z. B. 2 Sachen = 2 Aufträge = 2 Kleinreparaturen......
Aber wenn der Handwerker eine komplette Rechnung darüber macht, weil er alles in einem Aufwasch macht:
wie soll man da Arbeitszeit aufteilen und Anfahrt???

Gar nicht, da Auftrag vom Mieter kam, und der Vermieter hätte auch selbst einen Hahn tauschen können, wenn der Mieter den Mangel gemeldet hätte.
Dann gibt es noch die Kleinreparaturklausel welche eh wieder bei solchen Dingen den Mieter mit zur Zahlung bringen würde.

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#3
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7368 Beiträge, 1618x hilfreich)

Sagen wir mal so:

Der Mieter muss die Rechnung des Handwerkers bezahlen, da er diesen beauftragt hat.
Wer hat denn die Rechnung an den Vermieter geschickt ? Der Mieter oder der Handwerker ?

Ob der Mieter sich das Geld vom Vermieter wiederholen kann halte ich hier für fraglich.

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#4
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4234 Beiträge, 2418x hilfreich)

Zitat:
Wie seht ihr das? Wer zahlt?
Der Mieter, er hat den Auftrag erteilt, den Mangel hätte er zum einen erst mal nachweislich melden dem VM melden



Selbst das hätte nicht genügt: er hätte dem Vermieter eine angemessene Frist zur Reparatur setzen müssen, solange es kein Notfall wäre. Erst nach Ablauf der Frist wären eigene Maßnahmen u.U. erstattungsfähig. Dazu gibt es auch genügend Urteile - auch höchstrichterlich und auch bei einwandfrei notwendigen Maßnahmen: Der Vermieter muss nicht zahlen und gilt nicht mal als bereichert. Beispiel von "oben":: BGH, Az. VIII ZR 222/06


Noch witziger ist die Sache mit dem Kalk: der wurde dem Vermieter ja nicht mal gemeldet. Der Handwerker hat einfach seinen Auftraggeber (= Mieter!) gefragt, ob er das machen soll und der Auftraggeber hat das bestätigt. Darf er auch - er zahlt als Auftraggeber ja auch. Das müsste er sogar selbst zahlen, wenn der Handwerker vom Vermieter geschickt worden wäre (da Handwerker das aber wissen, fragen sie im Allgemeinen erst mal beim Auftraggeber nach).

-- Editiert von quiddje am 15.03.2017 18:01

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#5
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13641 Beiträge, 4346x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Darf er auch - er zahlt als Auftraggeber ja auch.
Wieso? War das sein Wasserhahn?

Zitat:
Das ist Quatsch. Der Telefonanbieter kann gar nicht nachvollziehen wie oft jemand versucht hat anzurufen!
Wenn sogar meine Fritzbox das kann, warum dann der Telefonanbieter nicht?
Und ob das wirklich nicht im EVN steht, keine Ahnung, ich kenne aber sicher nicht alle Anbieter (ehrlich gesagt kenne ich sogar nur einen).

Stefan

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#6
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3431 Beiträge, 1946x hilfreich)

Ist doch völlig egal, wie oft der Mieter versucht hat, den Vermieter telefonisch zu kontaktieren - er hat ihn nicht erreicht, es lag kein Notfall vor, der Bestand der Mietsache war niemals gefährdet - also hätte eine ganz normale schriftliche Mängelanzeige auf dem Postweg völlig gereicht. Solange eben Eimer unter den Schlauch stellen und aufwischen.

Der Mieter kann gemäß [link=http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__536a.html]BGB § 536a [/link] unter genau 2 Voraussetzungen Aufwendungsersatz verlangen:
2) Der Mieter kann den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, wenn
1. der Vermieter mit der Beseitigung des Mangels in Verzug ist oder
2. die umgehende Beseitigung des Mangels zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist.


Auch den folgenden § 536c lesen > Verzug setzt die Anzeige des Mangels und verstreichen einer angemessenen Frist voraus.


Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39619x hilfreich)

Zitat (von Janine04):
Laut Mieter wäre der Wasserhahn "sowieso demnächst defekt" gewesen, weil verkalkt

Dafür wäre er dann voll beweisbelastet.
Im übrigen gehärt doch entkalken zu den Mieterpflichten?
Was wurde eigentlich aus demEigentum des Vermieters, dem alten Wasserhahn?



Zitat (von Janine04):
Handwerker bestellt - wer zahlt?

In dem Falle der Mieter.
Der Vermieter ist hier nicht einstandspflichtig.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5864x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Wenn sogar meine Fritzbox das kann, warum dann der Telefonanbieter nicht?
Weil dieser nur zustande gekommene Verbindungen aufzeichnet. Viele Telefonanbieter sind gar nicht Besitzer der Tecnologie sondern kaufen selbst nur Datenvolumen bei den Netzbetreibern ein. Der Anbieter kommt erst ins Spiel wenn eine Verbindung steht. Erst dann beginnt das Billing. Warum sollte man fehlgeschlagene Verbindungen aufuzeichnen? Das kostet nur unnötigen Speicherplatz. Nein, diese nicht zustande gekommenen Verbindungen sind im EVN nicht aufgeführt.

Signatur:

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#9
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2594 Beiträge, 993x hilfreich)

Sorry, aber ich sehe das hier etwas anders.

Sollte der Mieter z. B. 2 Wochen lang den Vermieter nicht erreichen, dann sieht es mau für den aus.

Man kann sich jetzt darüber streiten, ob es der Schriftform bedarf, oder es ausreicht den Vermieter anzurufen. Wenn der aber nicht erreichbar ist, kann der Richter das auch so sehen.

Im Übrigen sollten viele hier mal reflektieren. Statt das Thema mal globaler zu betrachten, wird gleich auf den Mieter eingehackt, ohne, dass wir die Gegenseite kennen. Wenn der Vermieter keine Fritzbox hat, ist eine Prüfung der eingehenden Rufnummern in der Regel nicht möglich. Die Ausnahmen haben die Kollegen hier bereits eingebracht.

Btw.: wer sagt, dass die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag überhaupt rechtsgültig ist? Denn das wurde ja von manchen auch als Argument gebracht...

Wie ihr seht: es bestehen immer noch ein haufen Fragen...

LG

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4234 Beiträge, 2418x hilfreich)

Zitat (von asd1971):
Sorry, aber ich sehe das hier etwas anders.

Sollte der Mieter z. B. 2 Wochen lang den Vermieter nicht erreichen, dann sieht es mau für den aus.
Nein, wie schon gesagt: BGH, Az. VIII ZR 222/06 . Da war dem Vermieter der Mangel sogar bekannt (stand im Mietvertrag) und trotzdem durfte die Mieterin die eigenmächtig beauftragte Reparatur selbst zahlen. Nicht mal eine Bereicherung der Vermieters durch die unstrittig notwendige Reparatur war möglich.

Wie du dann auf die Idee kommt, dass nach zwei Wochen einfach so der Vermieter einzustehen habe, musst du schon etwas mehr begründen als "kann der Richter das auch so sehen". Das insbesondere dann, wenn der Mieter nicht mal intensiv versucht hat, den Vermieter zu erreichen. Sicherlich "kann" ein Richter, der ja unabhängig ist in seinen Entscheidungen, das so sehen. Aber die nächste Instanz wird das Urteil dann vermutlich einkassieren, denn der BGH hat seine Entscheidung wirklich nachvollziehbar begründet und die Rechtslage hat sich seitdem nicht geändert.

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