Sozialpsychiatrischer Dienst

4. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Ratsucher5555
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Sozialpsychiatrischer Dienst

Was ist, wenn Herr X über ein paar Jahre Straftaten mit teilweise Mindeststrafen von 5 Jahren begangen hat und nun ein Gespräch mit dem sozialpsychiatrischen Dienst wegen Suizidgedanken führen soll?
Die Straftaten sind nicht bekannt und Herr X hatte auch noch nie mit der Polizei Kontakt, trotz der vielen Taten.
Was ist, wenn sich Herr X vor dem sozialpsychiatrischen Dienst offenbart? Müssen die das an die Polizei mitteilen?

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16799 Beiträge, 9396x hilfreich)

Zitat (von Ratsucher5555):
Müssen die das an die Polizei mitteilen?

Nein.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 327x hilfreich)

Zitat (von Ratsucher5555):
Müssen die das an die Polizei mitteilen?
Von mir gibt es dazu ein klares Jein, das wiederum von bestimmten Umständen abhängig ist. Dieses - augenscheinlich - kleine Thema ist aber viel zu bemerkenswert als dass es nicht um ein paar Zeilen, zu denen ich gerne aushole, zu bereichern wäre:

Wenn man sich jemandem professionell anvertraut (sei es z.B. der SPDi), weil man zu einem Problembewusstsein gelangt ist (übrigens der wichtigste, erste Schritt), dann ergibt es bereits i.S.d. Lebenseffizienz keinen Sinn, entscheidende Umstände zu verheimlichen. Ich habe bereits von so vielen Inhaftierten gehört, was sie dafür gegeben hätten, wenn sie sich (rückwirkend) hätten aussprechen und behandeln lassen können. Die erste Priorität ist also: Lebensglück (wieder-)finden. Die zweite (gesellschaftliche): Weitere Opfer vermeiden. Beides funktioniert rglm. nicht unabhängig voneinander, wovor man aber keine Angst haben muss, da die Prio 1 (wir sind am Ende alle Egoisten) Vorrang hat.

Anhand zweier, relativ - in der Ausgangssituation gleichartiger - aktueller Fälle möchte ich erläutern, worauf ich hinaus möchte: Nehmen wir zwei (nach 176c StGB) straffällig gewordene Pädosexuelle an (ein Phänomen, das nach Dunkelziffer übrigens Tag für Tag in beinahe jeder größeren Nachbarschaft anzutreffen ist). Der eine hat seine Taten über mehrere Jahre verschleiert, sich versteckt (und sein Leben danach ausgerichtet) und sich inf. einer HD wg. 184b StGb auf dem Dachboden suizidiert. Der andere hat sich eingelassen und wird im MRV professionell behandelt. Letzterer hat erst vor drei Tagen bestätigt, endlich in glückliches Leben führen zu können. Mit diesem Beispiel möchte ich somit mögliche Antworten auf die eigentliche Frage in eine entsprechende Relation auf die Dinge bringen. Und mein höflicher Hinweis sollte da sein: Wir haben nur dieses eine Leben und sollten daher das Beste daraus machen. Zum eigenen Wohl und dem unserer Mitmenschen.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#3
 Von 
Ratsucher5555
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
etwas konkreter:

Herr X hat über mehrere Jahre, genauer gesagt seit 2017, bei Treffen mit verschiedenen weiblichen Personen diesen Personen GBL in Getränke gemischt. Aus den Jahren 2017 und 2018 gibt es drei Fälle, die Namen der Personen sind Herrn X nicht bekannt. Herr X hat sexuelle Handlungen an den betäubten Opfern vorgenommen. Es ist ihm aber nicht um sexuelle Erregung gegangen, sondern vielmehr um Machtspiele.
Aber Ende 2018 ist Herr X dazu übergegangen, seine Handlungen im Freundes- und Bekanntenkreis durchzuführen.
Bis Herbst 2023 ist es zu 15 bis 20 Fällen mit namentlich bekannten Opfern gekommen.
Die wissen aber nicht, was passiert ist. Sie haben oftmals nach dem Konsumieren alkoholischer Getränke gesagt "Ich war so fertig, dabei hatten wir doch gar nicht so viel getrunken." Aber auf GBL ist nie jemand gekommen.
Im März 2023 hat sich Herr X bei der Dosierung vertan und das Opfer wäre fast gestorben. Es hat aber trotzdem nicht darauf schließen können, was passiert war. Das Opfer hat fast 20 Stunden geschlafen und fragt sich wohl immer noch woran das lag.

Eigentlich wollte Herr X da aufhören, aber er dann noch zwei Taten bei anderen Personen begangen.
Es ist für Herrn X wie eine Sucht. Er weiß, wie gefährlich das ist, was er tut. Trotzdem kann er es nicht lassen, obwohl er mehrfach den Vorsatz gefasst hat. Herr X weiß, dass er mit den Taten solange weitermachen wird, bis er entweder tot ist oder ein anderer Mensch stirbt und dann alles ans Licht kommt.
Deshalb denkt Herr X darüber nach, sich selbst aus dem Leben zu nehmen, wovor er aber Angst hat.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16799 Beiträge, 9396x hilfreich)

Zitat (von Ratsucher5555):
Hallo,
etwas konkreter:

Das ist schon starker Tobak.

Trotzdem ändert sich nichts an der Antwort:
Der Sozialpsychiatrische Dienst unterliegt der Schweigepflicht.

Oder gibt es neue Fragen, die rechtlicher Natur sind?
(Es gibt bestimmt Fragen, die in die psychologische Richtung gehen - aber dafür ist dies hier das falsche Forum.)

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#5
 Von 
Ratsucher5555
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Oder gibt es neue Fragen, die rechtlicher Natur sind?
(Es gibt bestimmt Fragen, die in die psychologische Richtung gehen - aber dafür ist dies hier das falsche Forum.)


Das war die Eingangsfrage.

Aber ergänzend noch:
Jetzt nehmen wir mal an, dass Herr X seinen Mut zusammennimmt, in eine Klinik geht, dort den Verlauf seiner Taten schildert. Wahrscheinlich wird der Therapeut dann fragen oder darauf drängen, dass die Polizei verständigt wird.
Jetzt nehmen wir mal an, dass Herr X dem zustimmt, weil er weiß, dass das, was er tut, endlich ein Ende haben muss.
Wie wäre dann der weitere Verlauf? Es würde wahrscheinlich eine vorläufige Festnahme geben, dann eine Durchsuchung bei Herrn X. Herr X hat aber alle Spuren in den letzten Wochen bereinigt.
Und die Opfer haben wenn überhaupt nur eine Ahnung, was passiert ist. GBL lässt sich längst nicht mehr nachweisen. Die Transaktionen für die Chemikalie wurden über Wallets abgewickelt.
Also kann es auch sein, dass Herrn X trotz seiner Aussage gar nichts nachweisbar wäre? Kann es sogar sein, dass man ein Verfahren gegen ihn einstellt, obwohl Herr X sagt, wie alles gewesen ist?

-- Editiert von User am 17. Februar 2024 15:37

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#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16799 Beiträge, 9396x hilfreich)

Zitat (von Ratsucher5555):
Wie wäre dann der weitere Verlauf? Es würde wahrscheinlich eine vorläufige Festnahme geben, dann eine Durchsuchung bei Herrn X. Herr X hat aber alle Spuren in den letzten Wochen bereinigt.
Und die Opfer haben wenn überhaupt nur eine Ahnung, was passiert ist. GBL lässt sich längst nicht mehr nachweisen.

Haaruntersuchung bei den Opfern geht eventuell noch.

Zitat (von Ratsucher5555):
Also kann es auch sein, dass Herrn X trotz seiner Aussage gar nichts nachweisbar wäre? Kann es sogar sein, dass man ein Verfahren gegen ihn einstellt, obwohl Herr X sagt, wie alles gewesen ist?

Ja und Ja. Kann passieren.
Sollte X ein Geständnis ablegen und die Opfer (die man befragen wird) ihre Erlebnisse so erzählen, dass das Geständnis von X glaubwürdig ist, dann würde ich eine Einstellung als unwahrscheinlich ansehen.


Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#7
 Von 
Ratsucher5555
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Ja und Ja. Kann passieren.
Sollte X ein Geständnis ablegen und die Opfer (die man befragen wird) ihre Erlebnisse so erzählen, dass das Geständnis von X glaubwürdig ist, dann würde ich eine Einstellung als unwahrscheinlich ansehen.


Das sollte möglich sein.
Die Opfer haben ja viele Merkwürdigkeiten während und nach den Treffen mit Herrn X bemerkt und berichtet, aber haben nicht verstanden, was das bedeutet.
Das war dann "zu fettes Essen" oder "schlechte Grundlage" oder "zu viel Stress in der letzten Woche".
Auch das ein Grund, warum Herr X immer weitergemacht hat in Bezug auf das Machtgefühl.

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