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Zwangsurlaub wenn wenig zu tun ist?

11. Oktober 2006 Thema abonnieren
 Von 
privon
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Zwangsurlaub wenn wenig zu tun ist?

Hallo!

Bei uns im Büro kommt es vor, dass die Arbeit manchmal unregelmäßig anfällt. Manchmal ist also sehr viel und dann plötzlich nur sehr wenig zu tun. Ich denke aber, dass das wohl durchaus in vielen Branchen ab und zu der Fall ist.

Jetzt meine Frage: Darf der Arbeitgeber mich in Zwangsurlaub schicken, wenn wenig zu tun ist?

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär49
Status:
Schlichter
(7434 Beiträge, 1989x hilfreich)

hallo, privon!
die geschilderte situation sollte sich doch aus einem system mit plusstunden in der einen und zeitausgleich in der anderen situation lösen lassen. aber anscheinend reicht das nicht.
vom prinzip her ist erst einmal der AG dafür zuständig, dass arbeit da ist. wenn dann (überraschend) leerlauf eintritt, ist er in annahmeverzug, denn ihr sitzt ja da und wollt arbeiten. da kann er nicht von jetzt auf eben verlangen, dass ihr 'urlaub nehmt'. schon garnicht kann er verlangen, dass ihr den urlaub deswegen tageweise 'verklekkert', denn urlaub dient der erholung und ist zusammenhängend zu nehmen.
andererseits ist beim urlaub zu berücksichtigen, dass der AG (nur) in dem maße rücksicht auf die wünsche der AN nehmen muss, wie betriebliche belange nicht entgegenstehen. wenn also dieser leerlauf periodisch anfällt, kann sich die einschätzung durchaus verschieben. (es gibt ja auch betriebsurlaub etc.).

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#2
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2307x hilfreich)

Bissel Hintergrundinfo wäre schon nicht schlecht.
Prinzipiell könnte man davon ausgehen, dass sich der AG im Annahmeverzug befindet, aber da man die vertraglichen Vereinbarungen zum Arbeitsverhältnis nicht kennt, kann man auch nicht sagen, ob es klug wäre, seine Arbeitskraft anzubieten und die Bezahlung einzufordern.
Wie lange bist du dort tätig? Wie viele Mitarbeiter hat die Firma?
---------------------
Blaubär war schneller ;)

-- Editiert von venotis am 11.10.2006 10:01:17

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
SVielha
Status:
Praktikant
(653 Beiträge, 151x hilfreich)

Wie sieht es mit Gleitzeit?

Wenn mal viel los ist, macht ihr doch sicherlich Überstunden.

Wenn dann wenig los ist, sollte man die doch abfeiern können.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
privon
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erst einmal für Eure schnellen Antworten. Hier noch ein paar Hintergrundinfos: Ich bin seit Juni 2004 in der Firma tätig. Wir sind (ohne Chef) 4 Mitarbeiter. Es existiert kein Tarifvertrag und im Arbeitsvertrag sind keine weiteren Vereinbarungen getroffen außer, dass mir 28 Tage Urlaub zustehen. Überstunden fallen sicherlich ab und zu an, aber nicht so viele, dass ich damit eine ganze Woche abdecken könnte. Ausserdem ist es so, dass man nicht sagen kann, wann der Leerlauf eintritt, also das ist von Jahr zu Jahr völlig unterschiedlich. Deshalb gibt es auch keinen Betriebsurlaub. Die Situation mit dem Arbeitsanfall ist oftmals so, dass sich das Bild innerhalb einer Woche komplett drehen kann, also dass man nach einer Woche wenig Arbeit plötzlich wieder viel zu tun hat, so dass man für die folgenden Wochen gut beschäftigt ist.
Außerdem ist meine Situation deswegen speziell, da ich die gleiche Qualifikation und das gleiche Fachwissen habe wie mein Arbeitgeber. Deshalb werde ich wiederum gern als Urlaubsvertretung eingesetzt. Mein Chef macht seinerseits gerne oft und lange Urlaub, denn er hat ja mich als Vertretung. Aber dagegen sage ich ja auch nichts. Ich finde es nur umgekehrt reichlich unfair, wenn ich dann meinen Urlaub kleckerweise nehmen muss, wann es ihm passt. Ihm wäre es am liebsten, wenn ich den Urlaub wochenweise nehme, da er ja sonst viel zu lange das Büro alleine am Stück leiten muss (und das ist ja anstrengend - von mir wird es umgekehrt allerdings erwartet). Deswegen käme es ihm natürlich entgegen, wenn ich mal kurz eine Woche Urlaub nehme, wenn gerade sowieso wenig los ist. Dagegen habe ich mich bisher wehren können. Immerhin ist es ja so, dass ich der Angestellte bin und nicht der Unternehmer und mir zusammenhängender Urlaub zusteht (wenn nicht konkrete zwingende betriebliche Gründe dagegenstehen). Konkrete zwingende betriebliche Gründe, mir einen längeren Urlaub zu verweigern, gab es bisher jedoch nicht, denn alles was ich erledigen kann, kann grundsätzlich auch mein Chef erledigen. Mein Chef sagt nur immer, wenn ich mal 3 Wochen Urlaub beantrage: "Ja das könnte ein Problem werden, denn es könnte ja in der Zeit etwas Besonderes kommen." Dies nenne ich wirklich einen konkreten zwingenden betrieblichen Grund :)
Da mir jedenfalls das Handeln meines Chefs ziemlich zuwider ist, wollte ich einfach mal wissen, ob mich mein Arbeitgeber in Zwangsurlaub schicken darf, wenn wenig los ist.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
CForce
Status:
Praktikant
(661 Beiträge, 95x hilfreich)

dürfen nicht

Aber Sie haben bei 4 Mitarbeiteren keinen Kündigungsschutz.

Das heißt er kann Sie einfach entlassen.

Das sollte man bedenken, wenn man versucht, den Zwangsurlaub abzuwenden

-----------------
"unverbindliche Privatmeinung, ohne Anspruch auf Richtigkeit. keine Gewähr und/oder Rechtsberatung."

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