Anzeige wegen Facebook Post

11. Mai 2015 Thema abonnieren
 Von 
phobi
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Anzeige wegen Facebook Post

Guten Tag,

ich habe folgendes Problem:
vor ein paar Tagen habe ich den Fehler begangen in meinem Übereifer auf zwei Facebook Seiten meiner Heimatstadt zu posten, man solle doch bitte nicht in den örtlich anwesenden Zirkus gehen und dafür Geld ausgeben, es wäre Tierquälerei in höchstem Maße und man solle doch wenigstens darüber nachdenken.
Nach 20 Stunden bekam ich eine Mail von einem User, der offensichichtlich nichts von Tierschutz hält und auch Kontakt zu verschiedenen Zirkusbetreibern hat.
In dieser Mail drohte er mir damit mich anzeigen zu lassen, bzw. meinte er, es wären bereits rechtliche Schritte eingeleitet worden wegen Rufmordes.
Ich habe die Posts sofort gelöscht und mich auf beiden Seiten sofort öffentlich entschuldigt, diese Posts auch jeweils 20 Stunden online gelassen.

Ich habe auf diesem Profil nicht meinen echten Nachnamen verwendet.
Heute wurde mein Profil genau aus diesem Grund gesperrt, was für mich heißt, dass mich da jemand angeschwärzt hat.

Ich habe jetzt natürlich Angst, dass ich tatsächlich eine Anzeige ins Haus bekomme.
Wie wahrscheinlich ist das und mit welchen Strafen muss ich rechnen?

MfG Phobi

PS: Ich habe tatsächlich nur "den örtlich anwesenden Zirkus" geschrieben, keinen "Namen" direkt... Vielleicht ist das auch noch relevant.

-- Editier von phobi am 11.05.2015 21:14

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5305 Beiträge, 2426x hilfreich)

Ist doch alles kein Problem.

Zitat:
es wäre Tierquälerei in höchstem Maße


Wenn du solche Sachen schreibt, kannst du die doch sicherlich auch beweisen. Und es ist ja nicht verboten die Wahrheit zu schreiben.

Solltest du jedoch nur spekuliert haben, und sich die Anschuldigung als falsch herausstellen, kann da durchaus noch einiges auf dich zu kommen. Strafe würde ich noch nicht mal befürchten, aber Unterlassungsansprüche und ggfls. Schadenersatz könnte dir blühen.

Zitat:
Ich habe tatsächlich nur "den örtlich anwesenden Zirkus" geschrieben, keinen "Namen" direkt... Vielleicht ist das auch noch relevant.


Sollte sich nur ein Zirkus im Ort befinden, spielt es keine Rolle ob du den Namen nennst oder nicht.

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
phobi
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Zitat (von hiphappy):
Solltest du jedoch nur spekuliert haben, und sich die Anschuldigung als falsch herausstellen, kann da durchaus noch einiges auf dich zu kommen. Strafe würde ich noch nicht mal befürchten, aber Unterlassungsansprüche und ggfls. Schadenersatz könnte dir blühen.

Ich finde einfach allgemein, dass das Halten und Rumkutschieren von Raubtieren (Tigern/Löwen) in engen Käfigen und deren Dressur zur Belustigung der Menschen Tierquälerei ist... Das meinte ich damit... Und zwar alle Zirkusse, nicht nur den vor Ort.
Das ist leider nicht so klar rübergekommen in dem Post, das sehe ich auch ein. Nach einer Flasche Wein habe ich mir darüber wohl zu wenig Gedanken gemacht.

Bei meinem "Entschuldigungspost" gab es natürlich auch viele Reaktionen von denen, die es gelesen haben und jemand meinte, dass der Betreiber ja erstmal nachweisen müsse, dass ihm durch diesen "Aufruf" tatsächlich ein Schaden entstanden ist und es generell zu viel Aufwand für den Kläger wäre, weshalb ich mir keine Sorgen machen solle. Könnte er recht haben?

Ich kann überhaupt nicht mehr schlafen...

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107502 Beiträge, 38032x hilfreich)

Zitat:
jemand meinte, dass der Betreiber ja erstmal nachweisen müsse, dass ihm durch diesen "Aufruf" tatsächlich ein Schaden entstanden ist und es generell zu viel Aufwand für den Kläger wäre, weshalb ich mir keine Sorgen machen solle. Könnte er recht haben?

Damit hat er Durchaus Recht - wenn es um den zivilrechtlichen Anspruch des Schadenersatz geht.

Eine Abmahnung oder eine strafrechtliche Verfolgung wird davon eher nicht beeinflusst.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
3,141592653
Status:
Lehrling
(1619 Beiträge, 963x hilfreich)
1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
JenAn
Status:
Student
(2523 Beiträge, 2547x hilfreich)

Zitat:
Wenn du solche Sachen schreibt, kannst du die doch sicherlich auch beweisen.


Es handelt sich hier wohl noch um eine zulässige Meinungsäußerung ("Käfighaltung und Vorführung von Tieren ist Tierquälerei") und nicht um eine Tatsachenbehauptung ("... begeht Tierquälerei i.S.d. TierSchG").
Damit liegt auch keine Straftat vor (§§186 , 187 StGB verlangen Tatsachenbehauptungen), sodaß es auch auf einen Wahrheitsbeweis i.S.d. §186 StGB nicht ankommt.

Unabhängig von der generellen Zulässigkeit ist allerdings ein Boykottaufruf als Eingriff in den ausgeübten Geschäftsbetrieb kritisch zu sehen, hier könnte es in der Tat (zivilrechtliche) Unterlassungsansprüche geben.

2x Hilfreiche Antwort

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