Darf der Arbeitgeber das Rauchen in der Pause verbieten?

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Raucherpausen am Arbeitsplatz sind schon lange ein kontroverses Thema. Während Raucher argumentieren, dass sie ein Recht auf ihre Pausen haben und dass das Rauchen ihnen hilft, Stress abzubauen und sich zu entspannen, sehen Nichtraucher oft die Ungerechtigkeit darin, dass Raucher regelmäßig Pausen einlegen, während sie selbst durchgehend arbeiten müssen. Aber darf ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern das Rauchen in der Pause wirklich verbieten?

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Recht, das Rauchen am Arbeitsplatz zu regeln. Das bedeutet, dass er auch das Rauchen in den Pausen verbieten kann, sofern er dies klar kommuniziert und die Regelung im Arbeitsvertrag oder in betrieblichen Vereinbarungen festgelegt ist. In vielen Unternehmen ist es mittlerweile üblich, dass Raucher ihre Pausen außerhalb des Gebäudes und außerhalb der regulären Pausenzeiten nehmen müssen.

Jens Usebach
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Doch wie sieht es rechtlich aus? Laut Arbeitsrecht ist es grundsätzlich möglich, dass ein Arbeitgeber das Rauchen in den Pausen verbieten kann. Das Rauchen selbst ist zwar durch das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit geschützt, doch dieses Recht kann eingeschränkt werden, wenn es mit den Interessen des Arbeitgebers kollidiert. So kann beispielsweise die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter, die Produktivität des Unternehmens oder die Arbeitsabläufe durch Raucherpausen beeinträchtigt werden.

Daher ist es wichtig, dass der Arbeitgeber klare Regelungen zum Rauchen am Arbeitsplatz festlegt und diese konsequent durchsetzt. Hierbei sollte er auch darauf achten, dass er nicht willkürlich bestimmte Mitarbeiter benachteiligt, sondern dass die Regelungen für alle Mitarbeiter gleichermaßen gelten. Zudem sollte der Arbeitgeber in Betracht ziehen, alternative Lösungen anzubieten, wie beispielsweise Raucherbereiche außerhalb des Gebäudes oder die Möglichkeit, flexible Arbeitszeiten zu vereinbaren.

Für Raucher bedeutet das Verbot von Raucherpausen oft eine Umstellung und kann zu Unmut führen. Trotzdem sollten sie die Entscheidung ihres Arbeitgebers respektieren und nach alternative Lösungen suchen, um ihren Raucherbedürfnissen nachzukommen. So können sie beispielsweise vor oder nach der Arbeit rauchen oder in ihren regulären Pausen das Gebäude verlassen, um zu rauchen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass ein Arbeitgeber das Rauchen in den Pausen grundsätzlich verbieten kann, sofern er dies klar kommuniziert und die Regelungen im Arbeitsvertrag festlegt. Raucher sollten die Entscheidung ihres Arbeitgebers respektieren und nach alternative Lösungen suchen, um ihren Raucherbedürfnissen nachzukommen. Letztendlich ist es wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer respektvoll miteinander umgehen und gemeinsam Lösungen finden, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen.

Fachanwalt für Arbeitsrecht Dipl.-Jur. Jens Usebach LL.M. mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Kündigungsschutz & Arbeitsrecht von der Schwerpunktkanzlei JURA.CC informiert Sie gern zur Kündigung, Kündigungsschutzklage und Fragen zur Abfindung!

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