Mietvertrag aufheben/fristlos kündigen

9. September 2007 Thema abonnieren
 Von 
Cloakmaster
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)
Mietvertrag aufheben/fristlos kündigen

Eine Person zieht in das Dachgeschoss eines 3-Parteien Hauses, die Vermieter wohnen ebenfalls im Haus.

Von Anfang an fühlt sich der Mieter nicht recht wohl. Die ältern Vermieter sprechen ihn bei jeder Gelegenheit an, und wollen ein Schwätzchen halten, der Mieter fühlt sich dadurch aber ständig beobachtet, kann kaum ungehindert bzw. unangesprochen die Wohnung betreten oder verlassen.

Aussderdem findet er regelmässig Zettelchen auf dem Treppenabsatz, indem sich über allerlei kleinigkeiten mokiert wird, welche in diesem guten Hause nicht geduldet würden.
Das verhältnis wird schnell frostig, der Mieter traut sich schon gar nicht mehr recht vor die tür, bzw. von der Arbeit zurück in die Wohnung. als ihm unerwartet eine andere wohnung angeboten wird, sagt er kurzfristig zu, und schlägt dem VM schriftlich vor, den Vertrag kurzfristig in beiderseitigem Einverständnis aufzuheben. Dieser möchte sich seine Einnahmen nicht entgehen lassen, und lehnt eine Aufhebung mit der Behauptung, keine neuen Mieter finden zu können in einem hitzigen, mit Verbalattacken gespickten Streitgespräch ab. Gleichzeitig droht er mit seinem "hervorragenden Anwalt", falls der Mieter dennoch "einfach abhauen" wolle.

Daraufhin bemüht sich der Mieter selbst um einen Nachmieter, und kann schon 2 Tage später mehr als 10 Interessenten aufbieten, welche unverzüglich einziehen würden, so, daß dem VM keine Mietausfälle entstünden. Der VM lehnt abermals ab, und beharrt auf der Einhaltung der 3-Monatsfrist einer ordetnlichen Kündigung.
Einen Tag später behauptet der VM, selbst einen neuen Mieter zum 1.11 gefunden zu haben, und will, daß der Mieter bis 15.10. Miete zahlt (Der MV wurde zu einem 15. begonnen)

die Laienansicht des Mieters:

Es wurde mieterseitig schriftlich eine Vertragsaufhebung vorgeschlagen, welche abgelehnt wurde. Daraus entstehen keinerlei Rechtsfolgen.
Im zweiten Schreiben mit dem Vorschlag der Aufhebung wird explizit die vorsorgliche ordentliche Kündigung ausgesprochen. Damit läuft die Kündigungsfrist für die ordentliche Kündigung zum 31.12.
Das Antwortschreiben des vermieters zeigt an, daß der VM die Wohng bereits während der laufenden ordentlichen Kündigungsfrist neu vermieten will, aber aus privaten Gründen dies nicht unverzüglich, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt tun will. die Forderung der Mietzahlungen bis zum 15.10. stellt einen Vermieterseitigen Vorschlag dar, das nunmehr bis zum 31.12. laufende Vertragsverhältnis zum 15.10. aufzuheben. Auch dies beinhaltet noch keine Rechtsfolgen, so daß das Vertragsverhältnis mit allen Rechten und Pflichten bis zum 31.12. besteht, wenn VM und Mieter sich nicht doch noch einigen, wann der Vertrag gelöst wird. Zusätzlich bestünde wohl die Möglichkeit einer einseitigen fristlosne Kündigung wegen des "zerrütteten" Verhältnisses.

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7 Antworten
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#1
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 462x hilfreich)

Zusätzlich bestünde wohl die Möglichkeit einer einseitigen fristlosne Kündigung wegen des zerrütteten Verhältnisses.

Seitens des Mieters ?

(Ich lach mich schlapp).

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#2
 Von 
Cloakmaster
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

beiderseitig. der Mieter könnte zB das ständige Bespitzeln und Belauern, das regelmässige Durchsehen der persönlichen Post durch den Vermieter etc. unerträglich empfinden, und die verbalattacken erfüllen den Straftatbestand der Beleidigung (ok, darüber würde sich der Staatsanwalt wirkllich schlapp lachen, aber die Buschstaben des Gesetzes geben es IMHO her)

Beides zusammen ergibt entsprechend spitz formuliert eine unzumutbare Wohnsituation woraus sich eine fristlose Kündigung herleiten lässt.

Der VM könnte sich auf Verstösse gegen die Hausordnung wie "zu lautes Treppengehen" oder zu ausgiebige nutzung des gemeinsamen trockenraumes berufen. ausserdem wurde insgesamt 2 mal die miete um 2-3 tage zu spät überwiesen.

Nur gut, daß mir die Geschichte nur zugetragen wurde. (wobei ich immer noch denke, daß erwachsene leute sich einigen können sollten. Es wollen eindeutig beide den vertrag beenden, es geht ja nur um das wann...)

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#3
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 462x hilfreich)

Eben, und wenn der Vermieter dem Mieter nun um 2,5 Monate entgegenkommt, welches Problem hat der Mieter dann eigentlich ?

Einfach nochmal 'den Dicken' machen ?

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#4
 Von 
Cloakmaster
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

Weniger den "dicken" machen, eher nicht-nachgeben wollen. der Vermieter will den Mieter erst nicht ziehen lassen, weil er angeblich keinen nachmieter findet, dann bringt der mieter gleiche mehrere geeignete kandidaten an, die der VM alle ablehnt weil er angeblich selber einen hat, aber nicht jetzt, sondern später, und die luft dazwischen will er vom auszugswilligen Mieter bezahlt haben, obwohl er genauso gut auch neu vermieten könnte. Was ist denn, wenn der mieter jetzt seinerseits auf die ordentliche kündigung samt auszug erst zum jahresende pocht? dann kriegt der VM plötzlich ein Problem...

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#5
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 462x hilfreich)

Weniger den dicken machen, eher nicht-nachgeben wollen

Also kein Schimmel, sondern einfach ein weißes Pferd.

Wenn dem Mieter dieser 'Triumph' soviel wert ist, daß er dafür ggfs. die Miete bis zum 31.12. zu zahlen bereit ist, würde ich ihm das anstelle des Vermieters zugestehen.

(Und mich jedesmal kaputtlachen, wenn ich ihn sehe).

:grins:

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#6
 Von 
Cloakmaster
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

und dann ist der nachmieter, den der VM schon im auge hat, weg, weil der nicht 2 Monate warten will und sich woanders umsieht, und der VM muss sich doch wieder einen neuen Nachmieter suchen. hack du mir ein auge aus, hack ich dir eines aus...

ich würde ja als kompromiss den 1.10. nehmen - das ist die mitte zwischen 15.9. (mieterwille) und 15.10. (vermieterwille). so kann jede seite einen teilsieg für sich verbuchen und sich freuen...

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#7
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 462x hilfreich)

Und damit fällt dann die dreimonatige Kündigungsfrist komplett weg.
Ich finde, 2,5 Monate sollten reichen; der Vermieter nimmt schließlich einen halben Monat sowieso auf seine Kappe.

Wenn der Mieter in 2 Tagen mehr als 10 Interessenten gefunden hat, wird es auch für den Vermieter kein Problem sein, ggfs. auch einen anderen Nachmieter zu finden.

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