In Ersatzwohnung gezogen aber alte Wohnung wurde neu vermietet

25. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Prukkl
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)
In Ersatzwohnung gezogen aber alte Wohnung wurde neu vermietet

Hallo Leute,
ich habe vor 5 Monaten einen auf ein Jahr befristeten Mietvertrag unterzeichnet. Nach 3 Monaten wurde die Wohnung durch starken Schimmelbefall unbewohnbar und der Vermieter bot mir seine Ersatzwohnung an. Diese ist zwar teurer aber größer was ich okay finde. Ich zog ein jedoch ohne schriftlichen Vertrag. Die Absprache erfolgte per Telefon und Chat. Zudem gab es auch keine schriftliche Kündigung der alten Wohnung.

Da ich leider wegen familiärer Probleme 500km weit weg ziehen muss, kann ich die Wohnung nicht mehr bewohnen. Im Mietvertrag steht, dass es nicht möglich ist innerhalb eines Jahres zu kündigen. Der Vermieter meinte aber mündlich, dass die Zahlung nicht fortgesetzt wird, es wird lediglich die Kaution einbehalten.

Als ich meinem Mieter die Situation schilderte, meinte dieser er könne sich nicht mehr an diese Aussage erinnern.

Ich kann es mir in meiner momentanen Situation kaum leisten diese Wohnung noch für weitere Monate zu zahlen.
Demnach wollte ich wieder in meine alte Wohnung „ziehen" die günstiger ist. Allerdings sah ich, dass jemand schon meine alte Wohnung bewohnt. Somit hat der Mieter zwei Verträge für eine Wohnung.

Wie sieht die Sachlage aus? Kann ich in diesem Fall fristlos kündigen? Wenn ja, bleibt dann noch der mündliche Vertrag der Ersatzwohnung bestehen?

-- Editiert von User am 25. Oktober 2023 00:32

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118511 Beiträge, 39581x hilfreich)

Zitat (von Prukkl):
Kann ich in diesem Fall fristlos kündigen?

Ich sehe keinen gerichtsfesten Grund für eine fristlose Kündigung.
Eine neuen Wohnung hat an schon?



Ich sehe keine Grundlage
Zitat (von Prukkl):
Somit hat der Mieter zwei Verträge für eine Wohnung.

Nö, er hat einen Vertrag für eine Wohnung.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Prukkl
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich meine „Vermieter hat zwei Mietverträge für eine Wohnung".

Wie sieht denn die Sache aus wenn ich zurück zu meiner alten Wohnung will wenn diese allerdings schon bewohnt ist? Mein erster Mietvertrag gilt ja, weil dieser nicht gekündigt wurde.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118511 Beiträge, 39581x hilfreich)

Zitat (von Prukkl):
Ich meine „Vermieter hat zwei Mietverträge für eine Wohnung".

Nö, der hat zwei Mietverträge für zwei Wohnungen.



Zitat (von Prukkl):
Wie sieht denn die Sache aus wenn ich zurück zu meiner alten Wohnung will wenn diese allerdings schon bewohnt ist?

Dann muss man warten bis diese wieder frei ist und hoffen, das der Vermieter den Mietvertrag nochmals ändern will.
Wobei es wohl unrealistisch ist, das das im angestrebten Zeitraum passiert.



Zitat (von Prukkl):
Im Mietvertrag steht, dass es nicht möglich ist innerhalb eines Jahres zu kündigen.

Dann sollte man mal prüfen, ob diese Klausel überhaupt wirksam ist.


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#4
 Von 
Prukkl
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Also überträgt sich automatisch der alte Vertrag zur neuen Wohnung?
Es wurde auch nirgends mündlich sowie schriftlich dargelegt, dass die neue Wohnung auch einer Frist entspricht..

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#5
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Prukkl):
ich habe vor 5 Monaten einen auf ein Jahr befristeten Mietvertrag unterzeichnet.
Bevor wir lange rätseln: Was steht da wortwörtlich im Mietvertrag? Ich tippe mal auf einen Kündigungsverzicht, aber das soll hier ja kein Ratespiel werden.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118511 Beiträge, 39581x hilfreich)

Zitat (von Prukkl):
Also überträgt sich automatisch der alte Vertrag zur neuen Wohnung?

Der Schilderung nach hat man die eine Wohnung im Mietvertrag durch dIe andere ersetzt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(643 Beiträge, 79x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nö, der hat zwei Mietverträge für zwei Wohnungen.


Dann müsste der Mietvertrag des TE ja per mündlicher Absprache auf ein komplett anderes Mietobjekt übergegangen sein. Das wäre aber ein sehr großzügige Auslegung des Begriffes "Vertragsänderung".

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#8
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Der Schilderung nach hat man die eine Wohnung im Mietvertrag durch dIe andere ersetzt.
Sollte das wirklich ein Zeitmietvertrag sein und sollte § 575 BGB relevant sein, dann ist das nicht so einfach. Zum einen aufgrund des dann notwendigen individuellen Grundes für den Zeitmietvertrag, zum anderen aufgrund des Schrifterfordernisses.

Daher erst einmal die Frage an den Teilnehmer, was denn nun wortwörtlich im Mietvertrag steht. Das ist rechtlich hoffentlich einfacherer zu bewerten als der Wohnungstausch.

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#9
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4301 Beiträge, 509x hilfreich)

Zitat (von Prukkl):
Als ich meinem Mieter die Situation schilderte, meinte dieser er könne sich nicht mehr an diese Aussage erinnern.


Verstehe ich nicht.

Du hast eine Wohnung die verschimmelte, da hat dein VM dir eine Ersatzwohnung gestellt. Und nun willst du ausziehen, der VM sagt, OK kannste machen, ich behalte aber die Kaution (wäre auch OK finde ich). Wo in aller welt kommt denn dein Mieter her?

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#10
 Von 
Prukkl
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Im Vertrag steht:

- Der Vermieter und der Mieter sind berechtigt, diesen Vertrag mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen, "ohne dass es zu einer Kündigung im ersten Vertragsjahr kommt".

Weiter:

- Bei vorzeitiger Beendigung des Vertrages wird die Kaution einbehalten.


Könnte das nicht so interpretiert werden, dass der neue Vertrag zustande kam, als ich den höheren Beitrag zahlte, und dass der alte Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen beendet wurde, da ich die alte Miete nicht mehr zahlte?
Normalerweise werden die zusätzlichen Kosten für die Ersatzwohnung vom Vermieter getragen, soweit ich weiß.

Außerdem gab es keine schriftliche oder mündliche Überlieferung, dass die neue Wohnung ebenfalls befristet ist. Das bedeutet, dass ein Verhältnis auf unbestimmte Zeit geschaffen wurde.

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#11
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10564 Beiträge, 4181x hilfreich)

Zitat (von Prukkl):
Im Vertrag steht:

- Der Vermieter und der Mieter sind berechtigt, diesen Vertrag mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen, "ohne dass es zu einer Kündigung im ersten Vertragsjahr kommt".

Weiter:

- Bei vorzeitiger Beendigung des Vertrages wird die Kaution einbehalten.


Das ist kein befristeter Zeitmietvertrag, sondern ein unbefristeter Mietvertrag mit einem vereinbarten Kündigungsverzicht vom 12 Monaten mit der Option der vorzeitigen Beendigung gegen den Betrag der Kaution.

Im Klartext, wenn Du auf die Kaution verzichtest, kannst Du vorher aus der Wohnung raus.

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Prukkl):
- Der Vermieter und der Mieter sind berechtigt, diesen Vertrag mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen, "ohne dass es zu einer Kündigung im ersten Vertragsjahr kommt".

Weiter:

- Bei vorzeitiger Beendigung des Vertrages wird die Kaution einbehalten.
Puh, wieder so ein selbst formulierter Mist. Meine Meinung: Die Regelungen sind unwirksam, der Mieter kann jederzeit kündigen.

Begründung: Die Dreimonatsfrist des Vermieters verstößt schonmal gegen § 573 (4) BGB und ist sicher unwirksam. Im gleichen Satz findet sich dieser Kündigungsausschluß. Das ist schon einmal problematisch. Aber okay, theoretisch könnte der noch wirksam sein. Die weitere Formulierung ist als Vertragsstrafe wegen § 555 BGB aber wiederum sicher unwirksam. Zudem ist nicht klar, war in der Formulierung überhaupt eine vorzeitige Beendigung sein soll. Vor Ablauf der 3 Monate Kündigungsfrist oder vor Ablauf des ersten Jahres?

Insgesamt scheint es mir, dass diese Vereinbarungen zur Kündigung aufgrund der vielen Unwirksamkeiten für den Mieter nicht ausreichend klar sind. Selbst Experten können hinreichend lange rätseln, was denn nun gemeint sein soll. Solche Vereinbarungen sind aber als AGB regelmäßig unwirksam. Es gilt dann die gesetzliche Regelung.

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#13
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(961 Beiträge, 102x hilfreich)

Ich habe nicht ganz verstanden, für welche Wohnung du weiterhin bezahlen sollst!?

Die 1. Wohnung, für die du den schriftlichen Vertrag hast, ist nach deiner Aussage von jemand anderem bewohnt...dafür wirst du also nicht zahlen müssen.

Für die 2. Wohnung (also die, in der du jetzt wohnst) hast du nur einen mündlichen Vertrag und kannst m.E. deswegen mit der gesetzlichen Frist von drei Monaten kündigen.

Würde der Vertrag der 1. Wohnung auch für die 2. Wohnung gelten, hätte der Vermieter die Miete imho nicht erhöhen dürfen.

Eh seltsam, dass nach Beseitigung des Schimmels jemand anderes eingezogen ist.

-- Editiert von User am 27. Oktober 2023 10:52

Signatur:

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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118511 Beiträge, 39581x hilfreich)

Ich kenn dem User cauchy in #12 nur voll zustimmen.


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