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Teschinkasso

 Von 
Skoda Fabia
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Teschinkasso

Hallo,

Teschinkasso will eine Forderung eintreiben ohne gültigen Titel.

Es gibt einen Titel, der keine Rechtsgültigkeit hat, da die Bevollmächtigung der Rechtsanwälte fehlte. Das haben wir schriftlich vom Amtsgericht bekommen. Dieses Schreiben stammt aus dem Jahr 2013.

>Weiterhin wird die TeschInkasso Forderungsmanagement GmbH gemäß §79 Abs. 3 S. 1 ZPO als Vertreterin als unanfechtbar zurückgewiesen, da trotz der Hinweise vom... keine Originalvollmachten gem. §80 ZPO vorgelegt wurden. Die Nachweispflicht gem. § 80 erstreckt sich auch auf sogenannte Vollmacht-"Ketten" .... Darüber hinaus ist auch eine Bevollmächtigung eines Unterzeichners der Vollmacht vom ... nicht nachgewiesen, zumal dessen Prokura ausweislich des Handelsregisters vor dem 16.04.2010 erloschen war.......

Tesch startet jetzt immer mal den Versuch, die Forderung (Telekom 2005) - ist übrigens verjährt ohne Titel - trotzdem einzutreiben. Und immer wieder mit Drohungen bzgl. Zwangsvollstreckung etc. Die Forderung allein ist schon völlig überzogen.

Jetzt boten sie an, dass wir 20 Euro bezahlen sollen, um dann eine Stundung von 90 Tagen zu bekommen. Bei Eingang der 20 Euro würden wir dann die aktuelle Forderungsaufstellung bekommen.

Kann ich denen mit rechtlichen Schritten wegen Nötigung entgegnen?

Danke im Voraus schon mal!

MfG
Skoda


-- Editier von Skoda Fabia am 23.04.2016 15:23

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Inkasso Titel Forderung Vollmacht


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
The Mentalist
Status:
Schüler
(333 Beiträge, 134x hilfreich)

Easy going:

- Ich würde Inkasso schreiben (bitte nicht 1:1 übernehmen, ist nicht "Stichsicher" formuliert): "Ich widerspreche der Forderungen. Weitere Briefe von Ihnen oder Ihrer Partnerkanzlei werden zu keiner Zahlung führen. Ich untersage die Speicherung und/oder Weitergabe meiner Daten gem. BDSG". Nächste Briefe einfach abheften. Wenn ein MB kommt, wieder hier schreiben.
- Du kannst dann auch noch Strafanzeige gegen das Inkasso wegen Nötigung stellen, damit hältst du sie dir vielleicht ein wenig vom Hals.

Signatur:Keine Rechtsberatung.
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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(21220 Beiträge, 14441x hilfreich)

Das ist ein starkes Stück. Und Gratulation an denjenigen, der das recherchiert hat.
Eine Vollmacht, wo der Unterzeichner gar keine Prokura hatte. Heftig.

Ich würde das volle Programm abziehen.

Ich würde hier tatsächlich zur Polizei gehen und das Inkasso wegen Nötigung anzeigen und wegen Verdacht des (ggf. gewerblichen) Betrugs und Urkundenfälschung gegen den angeblichen Prokuristen und die Geschäftsführer des Inkassos. Insbesondere mit der Begründung, dass eine Vollmacht behauptet war oder ausgestellt wurde, die unmöglich echt sein kann.

Was nun genau die Straftat ist, muss ermittelt werden. Es gibt mehrere Erklärungsansätze:
A) Die Vollmacht und die Unterschrift wurden nachträglich erstellt. Es gab diese Vollmacht ursprünglich nie und der Unterzeichner (ehemalige Prokurist) hat auch nie selbst unterschrieben. Dann wäre es Urkundenfälschung und Betrug des Inkassos bzw. derjenigen, die die Urkunde fabriziert haben.
B) Die Vollmacht ist echt, aber der ehemalige Prokurist durfte nicht mehr unterzeichnen. Ob dann noch Urkundenfälschung vorliegt, mag man noch einmal untersuchen. Aber wenn sich da ein Mensch als Prokurist ausgibt, der er gar nicht ist, dann dürfte er ja Betrug begehen. Je nachdem, was da dann genau abgelaufen ist und wer da wen bereichert hat oder bereichern wollte.
C) Das Inkasso selbst hat alles frei erfunden. Es gab nie eine entsprechende Schuld.

Wer weiß, was es noch für Ansätze gibt.

Ich würde dann eine Beschwerde ans Inkasso-Aufsichtsgericht schicken. Kostet außer Briefporto nichts. Tenor der Beschwerde "Gemäß Schreiben des Gerichts vom XX.XX. (siehe Anlage) wurde festgestellt, dass das Inkassobüro keine Vollmacht nachweisen kann. Insbesondere wurde festgestellt, dass eine vorgelegte Vollmacht Fragen aufwirft, da einer der Unterzeichner zum Datum der Vollmacht gar keine Prokura-Vollmacht mehr hatte. Ich beantrage, dass die Praxis des Inkassos ggf. durch Akteneinsicht und Aktenbeschlagnahme vor Ort kontrolliert wird. Wenn hier in einem großen Stil Vollmachten gefälscht werden oder von Leuten unterzeichnet werden, die gar keine Prokura haben, wirft das erhebliche Fragen auf, auch aus strafrechtlicher Sicht. Sollte das Gericht bestätigen können, dass das Inkasso zu keinem Zeitpunkt richtig bevollmächtigt war und sich die Vollmachten stets selbst erstellt, ergibt das automatisch erhebliche Zweifel an der Fachkenntnis und Sachkenntnis der Geschäftsleitung und insofern wäre dann von Amts wegen dem Inkasso die Lizenz zu entziehen."

Man kann dann mal ein lustiges Schauspiel beobachten, wie die aus der Nummer rauskommen.

Dem Inkasso würde ich nur folgendes schicken: "Gemäß Feststellung des Gerichtes vom XX.XX. sind sie UNANFECHTBAR nicht bevollmächtigt gewesen, diesen Titel zu beantragen oder zu betreiben. Aufgrund ihrer Drohbriefe habe ich nun ihre Mitarbeiter angezeigt. Zudem habe ich Beschwerde beim Aufsichtsgericht eingereicht. Sie werden aufgefordert, den entwerteten Titel binnen 14 Tagen herauszugeben. Bei Weigerung werde ich ohne weitere Vorwarnung einen Anwalt mit einer Klage auf Herausgabe beauftragen."

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#3
 Von 
Skoda Fabia
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

ich danke Euch herzlichst!

Und ja, unser Amtsgericht hier, ist wirklich gut.

Wir waren 2013 nach dem Brief vom Gericht bei einer Anwältin. Sie antwortete denen und meinte, sollte da noch mal Post kommen, sollen wir noch einmal melden. Dann bekommen die noch mal eine entsprechende Antwort.

Letzten November schrieben die schon mal, aber die rief ich nur an und erinnerte an den Brief vom Amtsgericht.

Sind die tatsächlich so dreist, dass die über Drohungen das immer wieder probieren?

Dann sollten vielleicht andere ebenfalls mal ihre Post von TeschInkasso prüfen?!


Liebe Grüße und einen schönen Sonntag! :)




-- Editiert von Skoda Fabia am 24.04.2016 11:18

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#4
 Von 
The Mentalist
Status:
Schüler
(333 Beiträge, 134x hilfreich)

Zitat:
Sind die tatsächlich so dreist, dass die über Drohungen das immer wieder probieren?

Ja. Ignorier sie nach dem Widerspruch doch einfach. Du musst denen nicht hinterherrennen. Ansonsten kann man nur die Vorgehensweise von @mepeisen empfehlen.

Zitat:
Dann sollten vielleicht andere ebenfalls mal ihre Post von TeschInkasso prüfen?!

Per se muss TeschInkasso ja nicht schlecht sein.

Signatur:Keine Rechtsberatung.
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#5
 Von 
Xipolis
Status:
Lehrling
(1744 Beiträge, 786x hilfreich)

Der versuchte Betrug und die Nötigung sind Antragsdelikte. In Bezug auf die Fälschung der Vollmacht wohl verjährt (Drei-Monats-Frist). In meinen Augen aktuell also nur gegen das Inkasso-Unternehmen anwendbar, aufgrund der neuerlichen Mahnung und des weiteren Betreibens der Forderung. Wenn Du wissen willst wie mit Deinen Anzeigen verfahren wird solltest Du Antrag auf Mitteilung des Ausgangs des Verfahrens bei der zuständigen Staatsanwaltschaft stellen.

Geh zu der Rechtsanwältin, wenn Du wirklich Ruhe haben willst und bespreche das dort. Eine negative Feststellungsklage kann hier für Ruhe sorgen, wäre aber mit einem Kostenvorschuß durch Dich verbunden. Sie wird Dir sinnvolle Tips geben, die weitere Belästigungen vermieden werden können.

Beschwerde an das Aufsichtsgericht macht auch Sinn im Zusammenhang mit den etwaigen Anzeigen.

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#6
 Von 
Enia
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Thread ist schon etwas älter- ich weiß.
Aber ich habe nun genau die gleichen Probleme mit diesem Inkassounternehmen.

Falls "Skoda Fabia" hier noch mitliest, wäre es super, wenn Du Dich hier nochmal melden würdest.
Denn aus dem Thread geht nicht hervor, was der Ausgangspunkt war, dass das Amtsgericht überhaupt etwas überprüft hat, nachdem bereits ein Titel in der Welt war.
Wurde die Zwangsvollstreckung versucht und dann Erinnerung oder Vollstreckungsabwehrklage eingereicht?

Wie gesagt - das bleibt irgendwie alles völlig offen, wäre aber für mich total wichtig zu erfahren.
Hier im Forum gibt es keine PN-Funktion, wenn ich das richtig sehe.

Daher "Skoda Fabia" - falls Du per Email über meinen Beitrag benachrichtigt wirst, dann sei doch bitte so nett, mir hier nochmal zu antworten.

Gruß,
Enia

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#7
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(21220 Beiträge, 14441x hilfreich)

Doch, man kann hier einen Benutzernamen anklicken und dann "PM schreiben". Aber der weitere Ausgang würde mich auch mal interessieren.

Ansonsten: Wie liegt der Fall bei dir? Du hast den Titel bereits gesehen? Wie lange ist das her? Wie ist die Sachlage? Ggf. kann man auf anderem Wege auch helfen.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#8
 Von 
Enia
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Mepeisen,

danke für den Tipp mit der PN. Dann werde ich "Skoda Fabia" auch nochmal direkt anschreiben.

Zu meinem Fall:
Der Titel in Form eines Vollstreckungsbescheides existiert seit mehreren Jahren und die wirklich geringe Hauptforderung (< 50,-) war auch berechtigt. Der Titel erging durch Kostendoppelung Anwalt/Inkasso dann bereits über ca. 200,-€. Dass Titel existiert wurde erst einige Zeit später bekannt. Dennoch will ich den Titel gar nicht angreifen. Die Parallele mit diesem Threadinhalt ergibt sich aus den Problemen des Inkassos eine gültige Vollmacht vorzulegen. Da es weder Vollmacht noch Rechtsnachfolge nachweisen konnte, hatte ich Zahlung verweigert.
Seit Jahren wies ich die Forderung gegenüber dem Inkasso daher zurück. Gleichzeitig forderte ich den Ursprungsgläubiger (eine Versicherung) auf, mir eindeutig Auskunft über den Verbleib der Forderung zu geben. Dies tat der Gläubiger nicht, sondern benutzte Formulierungen wie z.B. "Forderung wurde an Inkasso abgegeben."

Selbst Auskunftsersuchen nach Datenschutzgesetz konnten den Gläubiger nicht dazu bringen, eindeutig darzulegen, ob er noch Gläubiger ist oder die Forderung verkauft hat. (Informell hatte ich jedoch bereits die Auskunft, dass Forderung bereits VOR Erlass des Vollstreckungsbescheids an Inkasso verkauft war - Inkasso aber dennoch ihren Leibanwalt als Prozessbevollmächtigten und die Versicherung als Gläubiger im Mahnverfahren angaben).

Da ich ja nun unter diesen Bedingungen nicht zahlte, wurde letztes Jahr seitens des Inkasso die Abgabe der Vermögensauskunft (VA) beim Gerichtsvollzieher (GV) beauftragt.
Die übersandten Unterlagen des GV enthielten auch keine Vollmacht. Daher legte ich Erinnerung ein. Auf den letzten Drücker hatte das Gericht daher den GV auf den Mangel der Vollmacht hingewiesen, der daraufhin den Termin zur VA erst mal absagte. Nach erster Fristsetzung durch den GV übersandte Inkasso dann eine uralte "Generalvollmacht", die der GV nicht akzeptierte. Leider hat er dann anschließend noch zig Mal die Frist zur Übersendung einer gültigen Vollmacht verlängert, obwohl das Gericht bereits der Ansicht war, dass die Sache erledigt ist, nachdem das Inkasso die erste Frist nicht eingehalten hatte. Ich erhielt Schreiben vom Gericht, ob ich Anbetracht der Ankündigung des GV, dass er die Sache zurückweist, wenn er keine Vollmacht erhält, die Erinnerung als erledigt betrachten würde. Denn das hatte der GV dem Gericht mitgeteilt.

Monate später erhielt ich jedoch dann erneute Ladung zur VA. Den reinen Titel + Zinsen hatte ich zwischenzeitlich bezahlt - und zwar an den Ursprungsgläubiger. Denn mit dem Auftrag an den GV hatte das Inkasso schon eine Großzahl der Fantasiegebühren aus dem Forderungskonto genommen, so dass meine Zahlung damit nicht mehr verrechnet werden konnte. Der GV und das Gericht hatten also ein einigermaßen bereinigtes Forderungskonto, was vorteilhaft für mich war. (ca. 250 Euro Unterschied zu den Forderungskonten, die ich erhielt).

Mit der erneuten Ladung zur VA übersandte der GV nun eine ganz aktuelle Vollmacht des Inkasso, die sogar meinen Namen enthielt. NUR...die Vollmacht wurde nicht durch Prokurist und Vorstandsmitglied ausgestellt, wie es lt. Handelsregisterauszug der Versicherung für derlei Vertretung wohl vorgesehen ist.

Ich habe daher die Erinnerung aufrecht erhalten und wieder den Mangel der Vollmacht gerügt sowie die Geltendmachung von NICHT notwendigen Zwangsvollstreckungskosten (denn hätte man sich mir gegenüber legitimiert, hätte ich ja zumindest die berechtigten Posten ohne ZV bezahlt gehabt). Erst durch mein Schreiben erhielt das Gericht überhaupt Kenntnis, dass erneut zur VA geladen worden war und die Frist zur Darlegung einer Vollmacht immer wieder durch den GV verlängert worden war.
Neben des Antrags auf Zurückweisung des Auftrags, hatte ich nun hilfsweise auch den Antrag auf einstweilige Einstellung der ZV bis zur Entscheidung im Erinnerungsverfahren gestellt und zusätzlich "Erfüllung" behauptet, da der Titel und Zinsen bezahlt war.
Diesem Antrag wurde nun durch Beschluss zugestimmt und der GV angewiesen sich vor erneuter Ladung mit meinen Einwänden zu befassen.

Fazit:
Ich bin unter anderem deshalb so an diesem Thread interessiert, da zwar das Gericht bisher meine Einwände berücksichtigte, aber rein gar nichts passiert wäre, hätte ich nicht rechtliche Schritte gegen die VA eingelegt. Von sich aus hätte der GV gar nichts geprüft. Der Titel war natürlich auch bereits - durch Missbrauch des automatisierten Mahnverfahrens - mit fehlenden formellen Voraussetzungen erwirkt worden. Und da finde ich es interessant, wie da ein Gericht im Fall von "Skoda Fabia" nachträglich den Titel angreifen konnte. Wurde vielleicht Widerspruch gegen VB eingelegt? Oder erging der Titel per Urteil? Das ist irgendwie alles völlig offen geblieben, was schade ist.
Ich würde jetzt auch gerne meine Chancen einschätzen können, was die erneute Rüge der Vollmacht betrifft. Unterschrieben ist sie von 2 Personen mit "i.V.". Beide sind aber weder Prokurist noch Vorstandsmitglied.
Wenn "Skoda Fabia" also ein regelrechtes Urteil diesbezüglich hat, wäre ich natürlich sehr an dem Aktenzeichen interessiert.

Ach ja, im Rahmen meiner erneuten Erinnerung bzw. der Ergänzung der Erinnerung habe ich durch den Beschluss und seiner Begründung zur Einstweiligen Einstellung nun auch erfahren, dass das Inkasso auch versucht hat, die Vollmachtsvorlage zu umgehen, indem es nach 1. Aufforderung zur Vollmachtsvorlage nicht nur die uralte Generalvollmacht vorlegte, sondern auch den eigenen "Leibanwalt" (der auch schon im Titel als Prozessbevollmächtigter abkassierte) antworten ließ. Das Gericht hatte dessen Schriftsatz, in dem er um Fortsetzung der ZV ersucht und seine Bevollmächtigung versichert, jedoch "abgeschmettert". Der Grund war, dass aus dessen Schriftsatz nicht hervorging, von wem er angeblich bevollmächtigt wurde - vom Inkasso oder dem Gläubiger. Irgendwie ist das Inkasso hier wohl 2-gleisig gefahren. Dem GV wurde nach Fristsetzung die alte Vollmacht zugestellt und gegenüber dem Gericht hatte das Inkasso im Rahmen des Erinnerungsverfahrens den eigenen Leibanwalt auftreten lassen.

Aus dem bisherigen Verlauf ist für mich ersichtlich, dass das Gericht nun in Bezug auf dieses Inkassounternehmen und den gesamten Vorgang "sensibilisiert" ist. Der GV ist wahrscheinlich nun nicht mehr sehr gut auf mich zu sprechen, da meine Einwände untrennbar mit seiner Handhabung des Vorgangs verknüpft sind und er jetzt zum 2. Mal vom Gericht eins auf die Mütze bekommen hat.

Es geht jetzt immer noch um ca. 200,- € (allein Kosten des GV über 50,-). Das ist natürlich nicht sooo viel. Aber natürlich geht es vor allem auch ums Prinzip. Denn die Sache stellt sich so dar: Wenn wir nicht unsere überhöhten Forderungskonten bezahlt bekommen - und zwar ohne Vollmacht und ohne Abtretungserklärung - dann hetzen wir Dir den Gerichtsvollzieher auf den Hals. Wie ich jetzt feststellen musste, ist auf diese Weise eine Durchsetzung von unberechtigten Forderungen wohl recht erfolgsversprechend, weil Gerichtsvollzieher nicht so genau hinschauen. So etwas darf einfach nicht sein.

Ich werde "Skoda Fabia" jetzt mal eine PN schreiben. Vielleicht wird er ja benachrichtigt.

Gruß,
Enia





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#9
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(21220 Beiträge, 14441x hilfreich)

Zitat:
Dennoch will ich den Titel gar nicht angreifen

Kannst du auch nur maximal 14 Tage ab da, wo der Titel erfolgreich zugestellt wurde bzw. bei fehlerhafter Zustellung ab dem Tag, wo man den erstmals sieht.

Zitat:
Informell hatte ich jedoch bereits die Auskunft, dass Forderung bereits VOR Erlass des Vollstreckungsbescheids an Inkasso verkauft war - Inkasso aber dennoch ihren Leibanwalt als Prozessbevollmächtigten und die Versicherung als Gläubiger im Mahnverfahren angaben

Was man leider nicht beweisen kann...

Zitat:
Mit der erneuten Ladung zur VA übersandte der GV nun eine ganz aktuelle Vollmacht des Inkasso, die sogar meinen Namen enthielt. NUR...die Vollmacht wurde nicht durch Prokurist und Vorstandsmitglied ausgestellt, wie es lt. Handelsregisterauszug der Versicherung für derlei Vertretung wohl vorgesehen ist.

An exakt dem Punkt würde ich zur Polizei gehen. Strafanzeige wegen gewerblichen Betrugs und (sofern Prokura behauptet wird auf der Vollmacht) wegen Urkundenfälschung. Habe ich oben auch schon mal geschrieben.

Zitat:
Diesem Antrag wurde nun durch Beschluss zugestimmt und der GV angewiesen sich vor erneuter Ladung mit meinen Einwänden zu befassen.

Was exakt ist der Wortlaut bzw. hat sich das Gericht zu deinem Einwand, dass alles bezahlt wurde, auch geäußert?

Zitat:
Der Titel war natürlich auch bereits - durch Missbrauch des automatisierten Mahnverfahrens - mit fehlenden formellen Voraussetzungen erwirkt worden. Und da finde ich es interessant, wie da ein Gericht im Fall von "Skoda Fabia" nachträglich den Titel angreifen konnte.

verständlich. Die Hürde, Titel nachträglich anzugreifen, ist verdammt hoch. Eine Möglichkeit ist die Feststellung, dass dem ganzen eine Straftat zugrunde liegt. Daher mein Wink mit der Polizei und der Anzeige. Inwieweit dann die nicht beweisbare Info eine Rolle spielt, also dass das schon vor Mahnbescheid längst ans Inkasso verkauft wurde, sei dahin gestellt. Das ergibt inhaltlich durchaus Sinn. Denn gerade wenn die pauschal Forderungen aufkaufen, entstehen durchaus Probleme, individuelle Vollmachten nachträglich herbei zu zaubern. Der Betrug wäre dann ein Prozessbetrug: falsche Gläubigerangabe, verschweigen der Zession, um die im Falle einer Zession unzulässigen Inkasso-/Anwaltskosten zu kassieren...

Zitat:
Der Grund war, dass aus dessen Schriftsatz nicht hervorging, von wem er angeblich bevollmächtigt wurde - vom Inkasso oder dem Gläubiger.

In der Praxis? Der Anwalt agiert nur auf dem Papier. Der leiht nur sein Briefpapier. Ansonsten arbeiten die sowieso eng zusammen, teilen sich nicht selten Büros. Gibt natürlich keiner zu ;-)

Ansonsten kann ich dir gerne den Kontakt zu unserem AK herstellen. Ich bin mir sicher, dass unsere Juristen stark an dem Vorgang interessiert sind. Beurteilung und ggf. Hilfe bei Anzeige, Beschwerden beim Aufsichtsgericht des Inkassos oder der Anwaltskammer gibt es Gratis ;-)

-- Editiert von mepeisen am 17.01.2019 12:48

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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